Tuesday, 22. May 2012
28.01.2009
 

Adolf Hitler lebt!

Michael Grandt

Adolf Hitler is back: In den USA, Großbritannien und Israel sorgt er für helle Aufregung und Schlagzeilen, aber anders, als man zu meinen glaubt.

Adolf Hitler lebt! Eine Sensation? Ja, jedenfalls für viele Zeitungen, Hörfunk- und Fernsehsender in den USA, Großbritannien und Israel. Sogar der renommierte TV-Sender MSNBC strahlte eine Fünf-Minuten-Reportage zu diesem Thema aus, denn das Unfassbare ist geschehen: Nein, der 1945 bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Adolf Hitler, Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches, ist nicht auferstanden und er wurde auch nicht als Überlebender in Südamerika entdeckt. Aber ein Elternpaar, das seinen Sohn auf den Namen Adolf (Adolph) Hitler taufte, bestellte in den USA eine Geburtstagstorte auf dessen Namen. Und nun steht die Welt Kopf.

Was war geschehen? Deborah Campbell bestellte bei einer Konditorei einen Geburtstagskuchen, auf dem der Name ihres Sohnes Adolf Hitler stehen sollte. Die Konditorei lehnte den Wunsch ab. Karen Meleta, die Sprecherin der Konditorei, begründete das damit, sie hätten ähnliche Wünsche der Eltern in den letzten zwei Jahren genauso verweigert. Es sei sogar einmal der Wunsch geäußert worden, ein Hakenkreuz als Kuchendekoration anzufertigen. »Wir behalten uns das Recht vor, nur das auf eine unserer Torten zu schreiben, was wir für angemessen halten. Diesen Namen hielten wir für unangemessen«, gab Karen Meleta weiter an.

 

 

Hitlers Vater fordert mehr Toleranz

Der 35-jährige Heath Campbell, Vater des dreijährigen Adolf Hitler, forderte dagegen mehr Toleranz: Die Menschen sollten doch nach vorne schauen, nicht zurück, und akzeptieren, dass sich die Welt geändert habe: »Man muss doch einen Namen akzeptieren. Ein Name ist ein Name. Das Kind wird doch nicht das tun, was Hitler getan hat. Ich gab meinem Sohn den Namen ›Adolf Hitler‹, weil ich den Namen gut finde und weil niemand auf der Welt diesen Namen hat.« Campbell kann nicht verstehen, dass man ihn als Rassisten diffamiert, nur weil er in seinem Haus überall Hakenkreuze hängen hat.

 

Heath Campbell (links) mit Sohn Adolph Hitler und Frau Deborah (Foto: AP)

 

Die Campbells ließen ihre Geburtstagstorte schließlich in einem Wal-Mart in Pennsylvania herstellen und auch dort dekorieren. Mehr als zehn Kinder nahmen an der Geburtstagsfeier teil, darunter auch mehrere Kinder von farbigen Eltern.

»Wenn wir solche Rassisten wären, wie wir jetzt öffentlich hingestellt werden, wieso kommen dann diese Kinder in unser Haus?«, fragte Heath Campbell.

Doch die Familie Campbell hat so ihre Eigenarten, denn auch Adolf Hitlers Geschwister haben ungewöhnliche Namen: »JoyceLynn Aryan Nation«  und »Honszlynn Hinler Jeannie«.

 

 

Hitler-Geschwister kommen ins Jugendheim

Nun kamen die drei Kinder der Campbells aber in die Obhut des Staates.

Holland Township Police Sgt. John Harris sagte der in Easton, Pennsylvania, erscheinenden Zeitung The Express-Times, dass Mitarbeiter des Division of Youth and Family Services (DYFS) den drei Jahre alten Adolf Hitler und seine Geschwister von ihren Eltern weg in ein Heim gebracht hätten.  Er betonte, dass das Jugendamt der Polizei nicht mitteilte, weshalb die Kinder in staatliche Obhut gebracht wurden. Kate Bernyk, deren Sprecherin, äußerte sich nur dahingehend, dass die DYFS den Eltern ihre Kinder nicht wegen der Namen wegnehmen würde. Das Jugendgericht gab den Eltern nun Zeit, einen Anwalt zu finden.

Nachbarn der Campbells gaben an, dass die sozial schwache Familie am Rande der Gesellschaft lebt. Beide Eltern sind arbeitslos. Deborah, 25, bekommt eine kleine Erwerbsunfähigkeitsrente. Zudem würde man die Kinder oft mitten in der Nacht spielen hören.

Larry Lippincott, der Vermieter, sagte, die Campbells würden zwar nichts zerstören und auch pünktlich ihre Miete bezahlen. »Aber irgendwann kommt der Punkt, wo ich sagen muss: Genug ist genug.«

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