Monday, 30. May 2016
01.12.2008
 
 

Barack Obama für freie Abtreibung und Kindestötungen?

Michael Grandt

Unterstützer der freien Abtreibung erhalten in Obamas Administration hochrangige Positionen, was von Lebensrechtlern mit großer Sorge verfolgt wird. Sogar Abtreibungen bis zum 6. Monat könnten wieder legalisiert werden. Obama selbst gilt als Gegner des Verbotes einer besonders grausamen Abtreibungsmethode.

Das Thema »Abtreibung« polarisiert in den Vereinigten Staaten nach wie vor. Auf der einen Seite stehen die Republikaner, deren christlich-fundamentalistische Weltanschauung Abtreibung nicht oder nur sehr beschränkt zulässt, auf der anderen Seite die Demokraten, die aufgrund ihrer liberalen Einstellung das Recht der Frauen zur Selbstbestimmung in den Vordergrund rücken.

 

Extreme Abtreibungsbefürworter in Obamas Administration

Barack Obama, der künftige Präsident der USA, ernannte unlängst Ellen Moran zur Kommunikationschefin im Weißen Haus. Moran ist bekannt, für das »unbeschränkte Recht« der Frauen auf Abtreibung einzutreten.

Neuer Stabschef in Obamas Team wird Rahm Emanuel, der in seiner Zeit als Mitglied des Repräsentantenhauses auf der Linie der Organisation NARAL stand, die für freie Abtreibung kämpft, und der zukünftige Gesundheitsminister Tom Daschle blockierte als Mehrheitsführer im Senat fünf Vorlagen, die den Lebensrechtsschutz hätten verbessern sollen.

Obama strich zudem zwei Senatorinnen von seiner Liste der unterstützen Personen, als sie für das Verbot der grausamen »Partial-Birth-Abortion« (Teilgeburts-Abtreibung) stimmten.

Die Lebensrechtlerin Kathleen Gilbert ist der Ansicht, der neue Präsident scheine unter den Lobbyisten nur jene für seinen Stab auszuwählen, die zu den extremen Abtreibungsbefürwortern zählen.

Das unbeschränkte Recht auf Abtreibung, das wichtige Personen in Obamas Administration vertreten, dürfte auch die Diskussion um die Spätabtreibung wieder neu entfachen.

Eine besonders grausame Art davon ist die »Partial-Birth-Abortion«.

 

400.000 Kindestötungen durch die »Partial-Birth-Abortion«

Die Abtreibung wurde in den USA 1973 legalisiert. Daraufhin stieg die Anzahl der Spätabtreibungen an. Auch die der Partial-Birth-Abtreibung, die im 5. oder 6. Schwangerschaftsmonat durchgeführt wurde.

Bei dieser Methode wird die Geburt des Kindes durch ein Hormon eingeleitet und das Baby mit einer Zange aus dem geweiteten Gebärmutterhalskanal gezogen, bis der Nacken sichtbar wird. Wenn das Kind nicht vorher narkotisiert wird, strampelt es während des Geburtsvorganges mit Armen und Beinen. Mit einem chirurgischen Instrument wird ein Loch in den Hinterkopf des lebenden Kindes gestoßen und durch einen Katheter das Gehirn abgesaugt, bis es stirbt.

Mit deutschem Rechtsverständnis ist das Mord, und der Übergang der Anwendung der Partial-Birth-Abtreibung zur Euthanasie wohl nur ein sehr schmaler Grat.

Man schätzt, dass etwa ein Prozent der Abtreibungen in den Vereinigten Staaten durch dieses grausame Verfahren erfolgte.

Wie die Partial-Birth-Abtreibung vonstatten geht (Quelle: www.nrlc.org/ABORTION/pba/diagramm.html). Bild 1: Durch Ultraschall unterstützt ergreift der abtreibende Arzt das Bein des Babys mit der Geburtszange.

Bild 2: Am Bein wird das Baby aus dem Geburtskanal herausgezogen.

 

Bild 3: Wenn der Nacken sichtbar wird, umfasst der abtreibende Arzt das Baby.

 

Bild 4: Mit einem chriurgischen Instrument wird ein Loch in den Hinterkopf gebohrt oder gestoßen.

 

Bild 5: Durch einen Katheter wird das Gehirn abgesaugt.

 

Von 1973 an, als die Abtreibung legalisiert wurde, bis zu ihrem Verbot im Jahr 2003, dürften demnach etwa 400.000 Kinder, durch die Partial-Birth-Abtreibung getötet worden sein. Verlässliche offizielle Zahlen gibt es freilich nicht. Auch die Dunkelziffer ist sicher nicht zu unterschätzen.

 

Die Zerstückelung des Babys bleibt dem Arzt erspart

Die Verteidiger der Partial-Birth-Abortion geben zu, dass diese nicht gerade »ästethisch« ist, verweisen aber im gleichen Atemzug auch auf deren »Vorteile«:

a) Dem abtreibenden Arzt bleibe die Zerstückelung des Babys erspart, die angesichts der Zähigkeit des fetalen Gewebes nach dem 5. Monat oft schwierig ist.

b) Die Methode verlagere die emotionale Last der Abtreibung von der Mutter auf den Arzt.

c) Diese Form der Abtreibung ist ökonomisch, weil die Mutter die Klinik noch am gleichen Tag verlassen kann.

 

Das Verbot scheiterte zunächst an Bill Clinton

Bis Ende 1998 hatten 28 Bundesstaaten die Partial-Birth-Abortion verboten, aber sie scheiterten letztlich an den Gerichten. Auch der Oberste Gerichtshof stellte klar, dass die Abtreibung bis zur extrauterinen (außerhalb des Mutterleibes) Lebensfähigkeit unter das Recht der Privatheit gefasst werden kann.

In den  Jahren 1995 und 1997 bemühte sich der Kongress um das Verbot der Partial-Birth-Abtreibung, scheiterte aber jedes Mal am Veto von Präsident Bill Clinton, der die Auffassung vertrat, ein solches Verbot gefährde die Gesundheit der Frau. Hillary Clinton war im Präsidentschaftswahlkampf vor ein paar Wochen noch derselben Meinung und auch Barack Obama äußerte sich ähnlich.

Nebraska war schließlich der erste

 

Bundesstaat, der ein Verbot dieser Form der Abtreibung beschloss. Im Jahr 2000 allerdings hob das Oberste Gericht diese Entscheidung wieder auf und die Partial-Birth-Abtreibung wurde erneut legalisiert.

Erst mit der Amtszeit von George W. Bush änderte sich das. Am 5. November 2003 brachte er schließlich ein Gesetz durch, das die Partial-Birth-Abtreibung verbot. Das gilt bis heute. Aber Menschenrechtsgruppen haben Sorge, der neue Präsident Barack Obama werde dieses Verbot erneut aufheben.

 

Obama gilt als Gegner des Verbotes der Partial-Birth-Abtreibung

Obama ist davon überzeugt, dass eine Frau die Entscheidung, eine Schwangerschaft abzubrechen, »niemals leichtfertig treffen« wird. Seine Befürchtung wäre zudem, ein Abtreibungsverbot würde die Frauen zu anderen »gefährlichen Methoden« greifen lassen.

Zumindest die Statistik gibt ihm recht, denn seit 1973 die Abtreibung in den USA legalisiert wurde, sank die Zahl der Todesfälle der Mütter durch Pfuschabtreibungen um 40 Prozent.

Allerdings dürfte sich die – wahrlich nicht leicht zu beantwortende – Frage stellen, welches Leben denn schützenswerter ist: das der Mutter oder das des ungeborenen Kindes?

Eine Mutter kann sehr wohl Verantwortung für sich und ihr Leben tragen, aber ein ungeborenes Kind? Muss der Staat nicht gerade jene schützen, die selbst noch nicht in der Lage dazu sind?

Obama jedenfalls tritt für die Wahlfreiheit der Frauen ein und verteidigt das „Recht“ auf Abtreibung. In Interviews hatte er zudem immer wieder die Absicht vertreten, die Anzahl der Abtreibungen verringern zu wollen, aber in seinem Abstimmungsverhalten als Senator blieb er konsequent auf der »pro-choice«-Linie.

Zahlreiche Pro-Life-Gruppen warnten vor einer Wahl Obamas zum Präsidenten, weil er, genauso wie Hillary Clinton, zu den radikalsten Abtreibungsbefürwortern zählt und auch ein Gegner des Verbotes der Partial-Birth-Abtreibung sei.

 

Appendix I: Abtreibungsgründe in den USA:

Vergewaltigung: 0,3 Prozent

Inzest: 0,03 Prozent

Physische Verfassung der Mutter: 0,2 Prozent

Gesundheitszustand der Mutter: 1,0 Prozent

Fötale Gesundheit: 0,5 Prozent

Persönliche Entscheidung: 97 Prozent

Darunter:

Zu jung/zu unreif/verantwortungslos: 32 Prozent

Wirtschaftliche Gründe: 28 Prozent

Wollen sich nicht das Leben vom Kind bestimmen lassen: 16 Prozent

Single-Mutter oder in einer schlechten Beziehung: 13 Prozent

Haben bereits genug Kinder: 8 Prozent

(Quelle: www.johnstonarchive.net)

 

Diese Zahlen strafen Obama lügen, wenn er meint, Frauen würden eine Abtreibungsentscheidung »niemals leichtfertig« treffen. Die Übersicht zeigt außerdem, dass 97 Prozent der Abtreibungen hätten verhindert werden können, wenn die Frauen Empfängnisverhütung betrieben hätten.

 

Appendix II: Aktuelle Abtreibungsquoten in den USA

Nach dem neuesten Bericht des Alan-Guttmacher-Instituts in New York wurden 89 Prozent der Abtreibungen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen durchgeführt, 6,7 Prozent zwischen dem 3. und 4. Monat, 3,5 Prozent im 4. bis 5. Monat und 1,1 Prozent ab dem 6. Monat und darüber.

Nehmen wir die Zahl von 1,20 Millionen Abtreibungen pro Jahr in den USA, werden etwa 42.000 Babies im 4. und 5. Monat und 13.200 ab dem 6. Monat und später abgetrieben.

Im Vergleich: in Deutschland waren es im Jahr 2007 insgesamt 116.871 Abtreibungen.

Ungewollte Schwangerschaften gab es bei 40 Prozent der weißen Amerikanerinnen, bei 69 Prozent der Afro-Amerikanerinnen  und bei 54 Prozent der Hispanics.

37 Prozent der Afro-Amerikanerinnen treiben ab, 34 Prozent der weißen Amerikanerinnen und 22 Prozent der Hispanics; 8 Prozent entfallen auf andere Rassen. 43 Prozent der Abtreibenden sind protestantisch, 27 Prozent katholisch.

 

__________

Quellen:

Barack Obama: Hoffnung wagen, München 2008 (Sonderausgabe), S. 83, 256 f., S. 271

www.svss.uspda.ch

Facts on Induced Abortion in the United States, Alan-Guttmacher-Institut, USA, 2008

Ralf Müller-Terpitz: Der Schutz des pränatalen Lebens, o.O. 2007, S. 176 ff.

Video zur Partial-Birth-Abortion unter: www.kathtube.com/player.php?id=996

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