Tuesday, 22. May 2012
02.10.2011
 

Edelmetall- und Rohstoffpreise in steilem Sinkflug

Michael Grandt

Bei Gold und Silber gab es den größten Preisverfall seit 30 Jahren und die Preise für Rohstoffe brachen in nur wenigen Tagen dramatisch ein. Was sind die Gründe dafür, und wieso ist Gold plötzlich kein »sicherer Hafen« mehr?

Jahrelang stiegen die Preise für Aluminium, Kupfer, Kobalt, Zink, Mais, Zucker und Kaffee. Doch gegenwärtig fahren die Märkte Achterbahn und fallen auf immer neue Tiefs. Der Preisverfall bei Gold und Silber war sogar der größte seit 30 Jahren.

Die Angst vor einer weltweiten Rezession und einer Ausbreitung der europäischen Schuldenkrise hat nun auch Auswirkungen auf die Rohstoff- und Edelmetallmärkte. Die Panik ist inzwischen so groß, dass nur noch eine Devise gilt: »Cash is King«. Anleger fliehen regelrecht aus den Rohstoffmärkten und horten Bargeld wie noch nie. Hier die Fakten:

 

  • Der Preis für eine Feinunze Gold fiel um bis zu 15 Prozent
  • Der Silberpreis brach in der Spitze um 30 Prozent ein
  • Kupfer verbilligte sich um bis zu 30 Prozent
  • Der Rohölpreis sank um 3,4 Prozent je Barrel
  • Zinn verlor zeitweise 14 Prozent an Wert

 

Folgende Aspekte begründen den rasanten Sinkflug der Rohstoff- und Edelmetallpreise:

 

  • Anleger haben Angst, dass eine weltweite Rezession die Nachfrage nach Rohstoffen dämpfen und die Preise fallen lassen könnte. Sie verkaufen jetzt, um noch Gewinne mitzunehmen.
  • Statt in Edelmetalle zu investieren, horten viele Bargeld.
  • Viele Investoren brauchen Cash, weil sie in Liquiditätsnot sind, damit sie ihre Verluste auf anderen Märkten (zum Beispiel Aktien) ausgleichen können.
  • Spekulanten realisieren Gewinne der Edelmetalle.

 

Gold ist kein sicherer Hafen mehr!

Der Goldmarkt wird heute von großen Investoren beherrscht. Diese agieren mit Hilfe von so genannten Indexfonds. Verwalteten diese im Jahr 2005 gerade einmal 200 Tonnen Gold, sind es heute schon 2.000. Verkauft ein solcher Fonds eine größere Menge, kann der Markt quasi über Nacht einbrechen. Dieser Einbruch löst dann weitere Verkäufe aus, wenn bestimmte Schwellen unterschritten werden, und so stürzt der Preis ab.

Da der Markt heutzutage nicht mehr von den kleinen Privatanlegern, sondern hauptsächlich von wenigen großen Investoren beherrscht wird, ist der Goldhandel hoch spekulativ geworden und somit kein sicherer Hafen mehr. Die Preisentwicklung hängt auf Gedeih und Verderb von den Großanlegern ab, und deren Handeln lässt sich nicht vorhersehen, da dieses wiederum von politischen und ökonomischen Veränderungen bestimmt wird.

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Quellen:

Welt Online

Welt Online

Handelsblatt vom 27.09.2011

 

 


 

 

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