Wednesday, 25. May 2016
01.05.2009
 
 

Ist Barack Obama der Antichrist?

Michael Grandt

Konservative Christen in den USA mutmaßen, beim neuen US-Präsidenten könne es sich um den seit langer Zeit erwarteten Antichristen handeln. Eine absurde Diskussion mit durchaus ernstem Hintergrund.

Der Begriff »Antichrist« bezeichnet im Neuen Testament einen Menschen, der »gegen den von Gott Gesalbten« zu Felde zieht und falsche Lehren verbreitet. Er ist also der Gegenspieler und die Gegenmacht von Jesu Christi. Biblischen Prophezeiungen zufolge wird dieser Gegenspieler Jesu Christi höchst wortgewandt und charismatisch auftreten und die Rettung von allem Übel versprechen, während er in Wirklichkeit aber für die Mächte des Bösen arbeitet.

 

 

Der Antichrist – ein Muslim?

In den Augen einiger konservativer Christen hat sich Obama durch seine Auftritte im Wahlkampf und als neuer Präsident verdächtig gemacht. Im Internet war sogar zeitweise zu lesen, dass der biblischen Offenbarung des Johannes zufolge der Antichrist ein Mann muslimischer Abstammung in den Vierzigern sein und dem Volk den Weltfrieden versprechen soll. Dies würde exakt auf Barack Hussein Obama zutreffen. Aber natürlich ist das barer Unsinn, denn in der Bibel steht nichts von Muslimen.

Dennoch sollte man das Treiben der Fundamentalisten nicht unterschätzen, die in den USA sehr einflussreich sind, was man während der Amtszeit von George W. Bush sehen konnte, der eine christlich-konservative Innen- und Außenpolitik verfolgte.

Die konservative Website Redstate.com verkaufte zeitweise sogar Tassen und T-Shirts, auf denen das Obama-O mit Hörnern und der Unterschrift »Der Antichrist« zu lesen war.

Das diese für uns absurd klingende Diskussion nicht nur eine Randerscheinung ist, beweist wohl die Internet-Suchmaschine Google. Gibt man dort nämlich die Wörter »Obama Antichrist« ein, erscheinen fast eine Million Einträge.

Was sich für uns Europäer irrsinnig anhören mag, muss nicht zwangsläufig für die Amerikaner gelten. Denn im umgekehrten Fall glaubten einer Studie der University of California zufolge im Jahre 2006 immerhin 14 Prozent der US-Bürger, das sind etwa 42 Millionen Menschen (rund die Hälfte der Einwohner Zahl Deutschlands), dass der damals noch amtierende Präsident George W. Bush ein »Auserwählter Gottes« gewesen sei!

 

 

Der falsche Messias

In den Augen dieser christlichen Fanatiker ist Obama der »falsche Messias«, der bei seinen Auftritten einiges an Argumenten lieferte, die ihre queren Ansichten bestätigten: Er gab an, die vielfältigen Probleme der Welt lösen und die Religionen zusammenzuführen zu wollen. Dadurch scheint er die Rolle eines »Weltpräsidenten« anzustreben, was ihn noch verdächtiger macht.

Viele Menschen rund um den Globus sahen Obama nach seiner Wahl tatsächlich als eine Art »Messias«, auch der Stern titelte am 24. Juli 2008: »Barack Obama – Erlöser oder Verführer?« und Die Welt schrieb im Januar 2008 »Der Messias aus Greenwood«.

In den USA wurde ein Berg nach Obama benannt, Oprah Winfrey nannte ihn »The One« (Der Eine). Obama wurde von den Nichtreligiösen schon als »weltlicher Messias« gefeiert und mit Jesus verglichen. Und in US-Blogs wird schon mal gefragt: »Ist Obama der kommende amerikanische Jesus?«

Obama wird und wurde bejubelt und geehrt; vor allem junge Menschen liegen ihm zu Füßen – und das nicht nur in den USA. Für die fundamentalen Christen ist gerade dies ein Hauptkennzeichen des Antichristen, denn er möchte – an Stelle von Jesus Christus – angebetet werden. So steht in der Offenbarung des Johannes (13,8): »Und alle, die auf der Erde wohnen, werden ihn anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist im Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an.«

 

 

Die Neue Weltordnung

Und fürwahr, als mächtigster Mann der Welt hat der amerikanische Präsident natürlich eine besondere Bedeutung für alle Menschen. Zudem hat er versprochen, große Dinge zu leisten und einen  »neuen Wohlstand für die Welt« zu bringen. Das mag zwar angesichts der globalen Krise wie Hohn klingen, aber die Konservativen haben das nicht vergessen, denn sie argumentieren gerade deshalb: Das Ergebnis dieser Krise werde die von Obama propagierte »Neue Weltordnung« sein, die er in seiner Berliner Rede erwähnte. Das taten zwar schon einige Präsidenten vor ihm, aber unter dem Verdacht, der Antichrist zu sein, erhält das eine völlig neue Bedeutung gemäß der Offenbarung (13,7):Revelation 13:7 And it was given unto him to make war with the saints, and to overcome them: and power was given him over all kindreds, and tongues, and nations. »Und es war ihm, um Krieg mit den Heiligen, und um sie zu überwinden, und Macht, die ihm über alle Geschlechter und Sprachen und Nationen.«  Soll bei den konservativen Christen heißen: Obama will eine »Eine-Welt-Regierung«.

 


Michelle Obamas jüdische Wurzeln

Manche christlich-konservative Fundamentalisten, wie etwa der Baptist Dr. J.R. Church Church, bringt eine Sichtweise ins Spiel, die unter seinesgleichen zwar bekannt, aber in Christenkreisen recht umstritten ist: Jüdische, außerbiblische Schriften sprechen davon, dass der Antichrist einen Vater aus dem Stamme Juda und eine Mutter aus dem Stamme Dan haben wird, der in der Bibel nur einige wenige Male erwähnt wird. So scheint den Fundamentalisten »ganz gesichert« zu sein, dass Obamas Frau Michelle eindeutige jüdische Wurzeln hat. Sie ist mit Rabbi Capers Funnye verwandt, einem der prominentesten schwarzen Rabbis in den USA. Er und Michelle Obama sind Cousin/Cousine, Funnyes Mutter und Michelle Obamas Großvater väterlicherseits waren Bruder und Schwester.

 

 

Obama, der »Wegbereiter«?

Der einflussreiche christliche Publizist Hal Lindsey (http://www.hallindsey.com) , der eine eigene Sendung bei dem weltweit größten christlichen Fernsehsender TBN hat, glaubt hingegen nicht, dass Obama der Antichrist ist, aber er würde zumindest dessen Ankunft vorbereiten: »Amerika hat niemals in seiner Geschichte derart vielen Krisen gleichzeitig ins Gesicht geblickt wie heute. Der Krieg gegen Al-Kaida und den islamischen Terrorismus, die Irankrise, Afghanistan, die Verbreitung von Nuklearwaffen, der steigende Ölpreis, der fallende Dollarkurs, feindliche Akronyme wie OPEC, NAM, OIC, UN. Obama hat Recht, wenn er sagt, dass die Welt für jemanden wie ihn reif ist – eine messiasgleiche Gestalt, charismatisch und wortgewandt, die scheinbar auf alle Fragen der Welt eine Antwort kennt. Und die Bibel sagt, dass solch ein Führer schon bald erscheinen wird. Es wird nicht Barack Obama sein, aber Obamas Weltreise hat uns einen Vorgeschmack auf den Empfang gegeben, der ihm geboten wird. Er wird vermutlich auch in einer europäischen Hauptstadt stehen, die Völker der Welt ansprechen und ihnen sagen, dass er derjenige ist, auf den sie alle gewartet haben. Und er kann eine ebenso wilde und enthusiastische Begrüßung erfahren, wie sie Obama in Berlin erfahren hat. Diesen Führer nennt die Bibel den Antichrist. Und es scheint offensichtlich, dass die Welt nun bereit ist, mit ihm Bekanntschaft zu machen.«

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