Tuesday, 24. May 2016
07.03.2011
 
 

Tödliche Teletubbies

Michael Grandt

Neue Studien beweisen: Tägliches fernsehen kann bei Kleinkindern Hirnschädigungen und Lernstörungen hervorrufen. Dabei ist nicht entscheidend, was die Kinder ansehen, sondern in welchem Alter und wie lange sie vor dem Fernseher sitzen.

Der renommierte britische Wissenschaftler Dr. Aric Sigman, der sich vor allem mit der Entwicklungspsychologie und den Einfluss von Massenmedien auf Kinder befasst, stellte die neuesten Forschungsergebnisse kürzlich Europaabgeordneten in Brüssel vor.

 

Teletubbies genauso schädlich wie gewalttätige Videospiele?

So sind führende Psychologen einhellig der Auffassung, dass Fernsehkonsum für Kinder unter drei Jahren irreversible Gesundheitsschäden hervorrufen kann. Neu dabei ist die Erkenntnis, dass es nicht entscheidend ist, was die Kinder ansehen, sondern in welchem Alter und wie lange sie vor dem Fernseher sitzen.

Demnach können Teletubbies und andere pädagogische Sendungen für Kinder genau so schädigend sein wie gewalttätige Videospiele, weil die Kinder instinktiv durch das Fernsehen gebannt werden. Die plötzlichen Wechsel von Tönen und Bewegungen rufen eine Veränderung der Reaktionen und des Sehvermögens hervor. Studien haben gezeigt, dass Säuglinge, die auf dem Boden liegen, ihre Hälse bis zu 180 Grad recken, um ihre Umgebung besser beobachten zu können. Der Reiz auf alles Helle und alles, was sich schnell verändert zu reagieren, ist ein evolutionärer Mechanismus, ein Überlebensinstinkt. Deshalb können wir unsere Augen nur schwer vom Bildschirm trennen. Das gleiche Verhalten ist auch bei Tieren zu beobachten.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass durch dieses Verhalten vermehrt Hormone ausgeschüttet werden, was langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen kann, etwa physikalische Veränderungen im Gehirn, Lern- und Konzentrationsstörungen. Denn über 80 Prozent des kindlichen Gehirns entwickeln sich, bevor wir drei Jahre alt sind. Deshalb ist fernsehen in diesem Alter schädlich. Das hatte auch die französische Regierung erkannt und bereits im Jahr 2008 eine Programmplanung für Kinder unter drei Jahren verboten.

Eine Studie der Universität von Florenz aus dem Jahr 2006 an Kindern im Alter von sechs bis 13 Jahren, die eine durchschnittliche Zeit vor dem Fernseher verbracht hatten, ergab, dass sich der Anteil von Melatonin – ein Hormon, das für ein gesundes Immunsystem und bei der Pubertät wichtig ist – um 30 Prozent erhöhte, wenn eine Woche lang nicht auf einen Bildschirm gesehen wurde.

Auch andere Hormone im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel sind betroffen. In einer Studie der University of Sydney wurde festgestellt, dass bei einer Gruppe von 290 Jungen im Alter von 15 Jahren diejenigen, die mehr als zwei Stunden am Tag TV gesehen oder Computerspiele gespielt hatten, erhöhte Risiken für die Entstehung von koronaren Herzerkrankungen aufwiesen.

Wenn wir fernsehen oder im Internet surfen, setzt das ebenso Dopamin im Gehirn frei, eine chemische Substanz, die für das Lernen und für unsere Konzentration wichtig ist. Ist der TV-Konsum zu hoch, kann das Gehirn desensibilisiert werden, was eventuell auch zu Lern- und Konzentrationsstörungen führen kann.

Die vielleicht größte Untersuchung in diesem Zusammenhang wurde von der Dunedin School of Medicine in Neuseeland bereits im Jahr 2004 veröffentlicht. Die Forscher hatten 1.000 Personen seit der frühen Kindheit 26 Jahre lang beobachtet und herausgefunden, dass bei denjenigen, die im Alter zwischen fünf und 15 Jahren mehr als zwei Stunden pro Tag vor dem Bildschirm saßen, ein 15 Prozent höherer Cholesterinwert gemessen wurde.

 

Gefahren auch für Erwachsene

Aber auch für Erwachsene ist zu viel TV-Konsum schädlich und nimmt beispielsweise auch auf unsere Essgewohnheiten Einfluss: Forschungen der Universität Kopenhagen bestätigen, dass Personen, die länger als 45 Minuten pro Tag am Computerbildschirm sitzen, 230 Kalorien mehr verbrauchen. Eine Studie der Universität Birmingham bestätigte dieses Ergebnis: Frauen, die während des Essens fernsehen, nehmen in den Stunden danach mehr Zwischenmahlzeiten zu sich.

Das Heart and Diabetes Institute in Melbourne stellte fest, dass eine Stunde tägliches Fernsehen bei Erwachsenen die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzerleiden zu erkranken, um 18 Prozent erhöht. Bei jenen, die vier oder mehr Stunden auf den Bildschirm schauen, steigt diese Zahl sogar um 80 Prozent.

Bis zum Alter von 75 hat jeder Brite im Durchschnitt insgesamt zwölf Jahre fern gesehen. Heutige Kinder im Alter von elf bis 15 Jahren verbringen 50 Prozent ihres wachen Lebens – 42 Stunden pro Woche, sechs Stunden täglich – vor einem Bildschirm.

Die gute Nachricht: Beim Lesen eines Buches sind bisher keine gesundheitlichen Risiken festgestellt worden.

 

 


 

 

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