Montag, 5. Dezember 2016
26.01.2016
 
 

Größte norwegische Bank fordert Abschaffung des Bargeldes

Michael Snyder

Die DNB, die größte Bank Norwegens, fordert die völlige Abschaffung des Bargeldes. Schon viele lokale Banken bieten nur noch bargeldlosen Geldverkehr an, aber das reicht der DNB, deren größter Aktionär das norwegische Handels- und Industrieministerium (Nærings- og Handelsdepartementet) ist, nicht. Sie streben ein vollständiges Verbot des Bargeldverkehrs an und begründen das mit der Notwendigkeit, gegen Verbrecher und Geldwäsche vorgehen zu müssen.

 

Aber letztlich geht es in Wahrheit darum, dass sie in der Lage sein wollen, alle Menschen dazu zwingen zu können, sich bei finanziellen Transaktionen jeglicher Art der Banken bedienen zu müssen, was es dann ermöglicht, für alles und jedes Gebühren zu verlangen. Hinter diesem Ziel steht zwar auch die Gier nach größeren Gewinnen, zugleich aber könnte diese Entwicklung auch tyrannischen Verhältnissen und einer noch umfassenderen Überwachung die Tür öffnen.

 

Denn anders als bei Bargeldzahlungen werden beim bargeldlosen Verkehr alle Transaktionen und viele sie betreffende Informationen bis hin zu einzelnen Posten des Einkaufs, dem Geschäft, der Uhrzeit etc. gespeichert.

 

Aber diese aggressiven Versuche, eine bargeldlose Gesellschaft durchzusetzen, beschränken sich nicht allein auf Norwegen.

 

Auch in Schweden, Dänemark und vielen anderen Ländern weltweit gibt es ähnliche Bestrebungen. Ein bedrohliches Finanzsystem nimmt deutliche Konturen an, aber nur wenige Menschen scheint dies zu beunruhigen.

 

Als ich zum ersten Mal von den Ereignissen in Norwegen hörte, war ich fassungslos. Ein Teil meiner Vorfahren, die nach Amerika ausgewandert sind, stammte aus Norwegen, und ich hatte keine Ahnung, dass dort etwas Derartiges ablief. Im Folgenden ein Auszug aus einem Artikel aus der International Business Times (IBT) vom 22. Januar dieses Jahres:

»›Die größte Bank Norwegens fordert eine Abschaffung des Bargeldverkehr‹, berichtete die Zeitung The Local heute. Dies ist nur der jüngste Vorstoß in einem Land, das sich seit den letzten Jahren führend für elektronischen Zahlungsverkehr weltweit starkmacht. Bereits jetzt schon verzichten einige Banken in ihren Niederlassungen völlig auf Bargeldverkehr, und einige Branchen versuchen, den Bargeld-Zahlungsverkehr einzuschränken.«

Natürlich wird diese Idee der Öffentlichkeit so verkauft, dass eine solche Maßnahme der norwegischen Gesellschaft großen Nutzen verschaffe. Die DNB verspricht, die Abschaffung des Bargeldes werde es den Behörden enorm erleichtern, gegen kriminelle Aktivitäten und Geldwäsche vorzugehen. Dazu heißt es in der IBT weiter:

»›Gegenwärtig befinden sich etwa 50 Milliarden norwegische Kronen in Umlauf, und die [norwegische Zentralbank] Norges Bank kennt nur bei etwa 40 Prozent des umlaufenden Bargeldes Herkunft oder Art der Nutzung. Das bedeutet aber, dass 60 Prozent des Bargeldeinsatzes außerhalb jeglicher Kontrolle verlaufen. Unserer Ansicht nach hängt dies mit Schwarzgeld und Geldwäsche zusammen‹, erklärte Trond Bentestuen, ein Mitglied des DNB-Vorstands laut The Local gegenüber der norwegischen Internetseite VG. ›Es gibt im Zusammenhang mit Bargeld so viele Gefahren und Nachteile, dass wir zu dem Schluss gekommen sind, man sollte langsam aus dem Bargeldzahlungsverkehr aussteigen.‹«

Aber neben der Chance, möglichst vieler Verbrecher habhaft zu werden, unterstützen Regierungen das Konzept einer bargeldlosen Gesellschaft auch noch aus vielen anderen Gründen. So wäre es zum Beispiel dann kaum noch möglich, finanzielle Transaktionen der Besteuerung zu entziehen, und die Regierung wäre zugleich in der Lage, alle unsere Transaktionen und unsere gesamten Aktivitäten noch umfassender zu beobachten, zu verfolgen und zu überwachen.

 

Auch die Banken sind von der Idee einer bargeldlosen Gesellschaft absolut begeistert. Alle Menschen wären praktisch gezwungen, das System zu benutzen. Runs auf Banken wären dann unmöglich, und jedes Mal, wenn wir unsere verschiedenen Karten benutzen, würden sie eine Gebühr berechnen.

 

Darüber hinaus könnte sich niemand mehr einem sogenannten Bail-in, also der Beteiligung von Gläubigern bei einer Schieflage der Bank, entziehen. (Denn aus Sicht der Banken und des Schuldrechts handelt es sich etwa bei einer Spareinlage um eine Forderung an die Bank.) Wenn es keine Möglichkeit mehr gibt, das eigene Geld in Form von Bargeld aus dem System herauszunehmen, hat man keine Chance, sich der Art von Diebstahl zu entziehen, die gegenwärtig von den europäischen Regierungen institutionalisiert wird.

 

Ich bin bereits an anderer Stelle auf die neuen Bail-in-Regeln eingegangen, die ab 1. Januar 2016 in Kraft sind. Dort schrieb ich:

»Wenn Sie über ein Bankkonto irgendwo in Europa verfügen, müssen Sie unbedingt diesen Artikel lesen. Am 1. Januar 2016 tritt für alle europäischen Banken ein neues Bail-in-System in Kraft. Diese neuen Regeln gehen auf die Bail-ins im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten zyprischer Banken vor einigen Jahren zurück. Wie Sie sich erinnern werden, wurde damals von jedem Konto, das einen höheren Kontostand als 100 000 Euro aufwies, Geld eingezogen [bis zu 50 Prozent des Guthabens], um das Rettungspaket für die Banken mitzufinanzieren. Genau die gleichen Prinzipien, die damals in Zypern zum Einsatz kamen, sollen jetzt in ganz Europa gelten.«

Leider wird gegenwärtig weltweit versucht, das Konzept einer bargeldlosen Gesellschaft voranzubringen und durchzusetzen. Das gilt für China ebenso wie für Indien und praktisch ganz Europa. Tatsächlich haben einige Länder Europas bereits Bargeldtransaktionen, die einen bestimmten Wert übersteigen, verboten. Hier einige Beispiele:

»Wie ich bereits an anderer Stelle berichtete, wurden Bargeldtransaktionen, die die Höhe von 2500 Euro überschreiten, bereits in Spanien verboten. In Frankreich und Italien gilt eine Obergrenze für Bargeldtransaktionen von 1000 Euro.

Schritt für Schritt wird Bargeld aus dem Zahlungsverkehr herausgedrängt, und die gegenwärtigen Ereignisse sind nur der Beginn. 2014 wurden [in 60 Ländern] bereits 417 Milliarden bargeldlose Transaktionen abgewickelt, und die endgültige Zahl für 2015 dürfte bereits weitaus höher ausfallen.«

Das Epizentrum für den Übergang in eine bargeldlose Gesellschaft befindet sich weiterhin in Nordeuropa. Dänemark will bis zum Jahr 2030 völlig auf Bargeld verzichten, und der Übergang zu einer bargeldlosen Gesellschaft ist in Schweden schon fast völlig abgeschlossen.

»Ist Ihnen bekannt, dass bereits 95 Prozent aller Einzelhandelseinkäufe in Schweden bargeldlos bezahlt werden? Und wussten Sie, dass die dänische Regierung sich das erklärte Ziel gesetzt hat, bis zum Jahre 2030 alles Bargeld abzuschaffen? Überall auf der Welt erleben wir einen unaufhaltsamen Marsch in die bargeldlose Gesellschaft, und für keine Region trifft dies mehr zu als Nordeuropa. In Schweden wird in hunderten Niederlassungen von Banken Bargeld nicht mehr ausgegeben oder angenommen, und einige tausend Geldautomaten wurden bereits für immer entfernt. Gegenwärtig werden nur noch knapp zwei Prozent der Finanztransaktionen der schwedischen Wirtschaft in Geldscheinen und Münzen abgewickelt, und viele Geschäfte akzeptieren kein Bargeld mehr. Die Vorstellung einer ›bargeldlosen‹ Gesellschaft wurde einmal als Sciencefiction abgetan, aber nun wird erklärt, diese Entwicklung sei ›alternativlos‹, und die Regierungen behaupten, dies werde ihnen einen effektiveren Kampf gegen Verbrecher, Terroristen, Drogenhändler, Geldwäscher und Steuerhinterzieher ermöglichen. Aber was geben wir im Verlauf dieser Entwicklung auf?«

Mich persönlich beunruhigt am meisten die Gefahr tyrannischer Systeme.

 

Man stelle sich eine Welt vor, in der man nichts kaufen, nichts verkaufen, keinen Arbeitsplatz bekommen oder kein Bankkonto eröffnen kann, ohne sich »dem System« auszuliefern.

 

Und es wäre für die Regierungen sehr einfach, alle möglichen Bestimmungen zu erlassen, die die Teilnahme an diesem System regulieren. So könnten sie zum Beispiel gesetzlich festlegen, dass kein Verkauf mehr – an wen auch immer – ohne ein speziell dafür von der Regierung ausgegebenes Formular oder eine Identifikation per Ausweis stattfinden darf. Oder man verlangt eine Art Loyalitätsversprechen, bevor man einen Arbeitsplatz erhält.

 

Der Krieg gegen das Bargeld ist ein unmittelbarer Angriff auf grundlegende Freiheiten und Bürgerrechte, derer wir uns heute noch erfreuen. Man verspricht uns vielleicht, eine bargeldlose Gesellschaft werde unser Leben verbessern, aber ich befürchte, dass dies früher oder später einer Tyrannei Tür und Tor öffnen würde, deren Ausmaß sich die meisten von uns nicht vorstellen können.

 

 

 


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