Thursday, 26. May 2016
25.05.2014
 
 

In jedem Land, das die USA »befreit« haben, wird die Christenverfolgung schlimmer. Warum?

Michael Snyder

Man sollte doch meinen, wenn die USA ein Land militärisch »befreien«, führt das zu mehr Freiheit und Frieden für die Menschen dort. Stattdessen trifft genau das Gegenteil zu. Seit 9/11 war es in jedem einzelnen Fall, in dem das US-Militär eine Nation »befreit« hat, so, dass die Verfolgung der Christen in diesem Land deutlich zugenommen hat. Wir haben Hunderte von Milliarden Dollar ausgegeben und Tausende kostbarer amerikanischer Leben geopfert, aber trotzdem werden in diesen Regionen regelmäßig Kirchen bombardiert, Christen geköpft und Gesetze verabschiedet, die einen Übertritt zum Christentum illegal machen. Wenn wir den Menschen in diesen Nationen nicht einmal die einfachsten Freiheiten verschaffen können, was haben wir dann mit unserem Versuch, sie zu »befreien«, überhaupt erreicht?

Man sehe sich nur an, was in Afghanistan geschehen ist. Seit über einem Dutzend Jahren stehen wir mit Afghanistan im Krieg, aber dennoch ist die Lage für die Christen in diesem Land so schlimm, dass nicht eine einzige Kirche mehr steht

Die von den USA eingesetzte Regierung Karzai ist angeblich »gemäßigt«, trotzdem gelten weiterhin viele der drakonischen Gesetze der Taliban – darunter das Gesetz zum Abfall vom Islam, das strenge Bestrafung aller vorsieht, die zum Christentum übertreten wollen – und 2011 wurde unter der Schirmherrschaft der USA von der Regierung die letzte Kirche in Afghanistan zerstört.

Ähnlich sieht es im Irak aus. Schätzungen zufolge lebten vor der Invasion bis zu zwei Millionen Christen im Irak. Jetzt sind es weniger als 450 000 und die Menge nimmt rasch weiter ab. So

schlimm ist die Lage für die christliche Gemeinde im Irak, dass einige irakische Kirchenführer schon warnen, Christen könnten in diesem Land bald »ausgestorben« sein…

 

Der Massenexodus der irakischen Christen setzt sich fort, ebenso die Forderungen, dass sich die Bedingungen für diejenigen verbessern, die noch im Land bleiben. Schon bald könnte es einer der ältesten christlichen Gemeinschaften so ergehen wie Iraks uralter jüdischer Gemeinschaft – sie könnte aufhören zu existieren.

Das Verschwinden der religiösen Minderheiten im Irak ist ein beunruhigender Trend, der seit 2003 zu registrieren ist, als ein Militärbündnis unter Führung der USA im Irak einmarschierte. Die kulturelle Vielfalt des Irak ist durch diese Entwicklung gefährdet. Die Gewalt im Land nimmt zu, die religiöse Intoleranz wächst. Viele Christen, Jesiden, Mandäer und andere Minderheiten gehen aus ihrer Heimat fort.

Vergangene Woche sandte das Oberhaupt der katholischen Kirche im Irak eine ernüchternde Warnung: Die seit 2000 Jahren im Irak existierende christliche Gemeinschaft steht am Rande der Auslöschung, da Christen in immer neuen Wellen das Land verlassen.

Schätzungen zufolge hat der Irakkrieg die amerikanischen Steuerzahler über 2000 Milliarden Dollar gekostet. Wir haben allein für ein Fußballfeld über eine Million Dollar ausgegeben (das inzwischen übrigens vom Staub verschluckt ist).

Was haben wir denn letztlich überhaupt erreicht?

Die Regierung Obama prahlt gerne damit, wie man Gaddafi abgesägt und Libyen »befreit« habe, doch jetzt kontrolliert al-Qaida weite Teile des Landes und für die Christen ist die Lage viel schlimmer als je zuvor

Seit Terroristen, die mit al-Qaida in Verbindung stehen, mithilfe der USA Gaddafi stürzten, sind Christen – auch Amerikaner – in Libyen extremer Verfolgung ausgesetzt. Kirchen wurden mit Bomben angegriffen, Christen wurden gefoltert und getötet (auch weil sie sich weigerten, zum Islam überzutreten), Nonnen sind bedroht worden.

In Syrien ist die Regierung Obama so verzweifelt bemüht, das Assad-Regime zu stürzen, dass sie sogar gemeinsame Sache mit radikalen Al-Qaida-Dschihadisten macht. Diese Dschihadisten foltern und köpfen Christen und kreuzigen sie sogar, aber die Mainstreammedien in den USA üben sich in Stillschweigen.

 

Warum sind die Medien so still?


Weil die Regierung Obama schlecht dastehen würde, wenn man enthüllte, was dort passiert. Diejenigen, die die Verfolgung von Christen in Syrien durchführen, erhalten finanzielle Mittel und Hilfsgüter direkt von den Regierungen der Vereinigten Staaten und Saudi-Arabiens. Mehr zu den Ereignissen in Syrien finden Sie in meinem Artikel »Warum schweigen die Medien zur Kreuzigung von Christen durch radikale Dschihadisten?« Natürlich werden Christen nicht nur im Nahen Osten verfolgt.

 

Als Hillary Clinton noch Außenministerin war, weigerte sich das Ministerium, Boko Haram als Terrororganisation einzustufen. Doch jetzt spricht die ganze Welt über Boko Haram. Diese Gruppe hat in den vergangenen sieben Jahren über 700 Kirchen in Nigeria angegriffen, was zu einer massiven Abwanderung von Christen aus dem Norden Nigerias in den Süden des Landes geführt hat.

Aus christlichen Gruppen heißt es, von den 4000 Menschen, die Boko Haram seit 2009 ermordet hat, seien bis zu einem Viertel Christen gewesen. Über 700 Kirchen seien allein in den vergangenen sieben Jahren angegriffen worden, teilt die katholische Bischofskonferenz Nigerias mit. Im von Unruhen geplagten Nordosten sind viele einstmals christliche Viertel inzwischen Geisterstädte, nachdem Zehntausende in den Süden geflohen sind. Es ist eine der größten christlichen Völkerwanderungen des Jahrhunderts, doch sie bleibt außerhalb Nigerias größtenteils unbemerkt.

Die Brutalität von Boko Haram lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Der Telegraph schrieb kürzlich, mit welcher Unerbittlichkeit Boko Haram den Christen im Norden Nigerias nachstellt…

»Als er zur Josefskirche in Gashua kam, wusste Vater John Bakeni, dass er ein schwieriges Amt übernommen hatte. Gashua ist eine Siedlung im Norden Nigerias, nahe der Grenze zum Niger und mitten im Herzland des Boko-Haram-Territoriums gelegen. In den vergangenen drei Jahren waren bis auf einige wenige alle 3000 Christen seiner Gemeinde geflohen.

Bakeni war von seinem Bischof als Signal entsandt worden, dass die Diözese die Stadt nicht aufgegeben hatte. Im folgenden Jahr bestand seine Hauptarbeit darin, die verbliebenen 200 Gläubigen zum Bleiben zu überreden. Doch wann immer er das Pfarrhaus verließ, wurde er daran erinnert, wie schwierig seine Mission war.

›Mehrmals pro Woche fand ich ein totes Tier, das man mir auf das Grundstück geworfen hatte, normalerweise ein Huhn, eine Ziege oder ein Schaf, aber manchmal auch tote Katzen‹, sagt Bakeni, 38. ›Fast jeden Tag bewarf jemand die Kirche mit Steinen, manchmal schlugen auch Leute gegen die Tür und riefen: ›Ungläubiger, wir werden dich töten.‹‹«

Warum also tut sich die Regierung Obama so schwer damit, Boko Haram zu verurteilen? Den meisten Amerikanern mag es nicht bewusst sein, aber die Regierung Obama hat Boko Haram in der Vergangenheit wiederholt unterstützt. Obama hat der nigerianischen Regierung 2013 sogar Wirtschaftssanktionen angedroht, um sie daran zu hindern, gegen Boko Haram durchzugreifen. Was in aller Welt hat sich die Regierung Obama nur gedacht? Auf wessen Seite steht sie eigentlich?

 

Wer für Frieden und Freiheit eintritt, sollte doch zutiefst beunruhigt sein von dem Zuspruch, den Gruppen wie Boko Haram erhalten. Man sehe sich nur an, was in den Teilen Afrikas geschieht, in denen die Dschihadisten die Kontrolle übernommen haben. Im Sudan wurde kürzlich eine Frau zum Tod durch den Strick verurteilt, weil sie einen Christen geheiratet hatte…

Mariam Yahya Ibrahim ist im Sudan zum Tode verurteilt worden. Das Verbrechen der 27-Jährigen: Sie ist vom Islam zum Christentum übergetreten. In dem ohnehin von starken sozialen Unruhen geplagten Land hat der Fall Proteste ausgelöst.

Das Gericht hatte Ibrahim angeordnet, dem christlichen Glauben wieder abzuschwören und zum Islam zurückzukehren. Als Richter Abbas Khalifa nun Ibrahim fragte, ob sie einer Rückkehr zustimme, erwiderte die Frau: »Ich bin Christin.« Daraufhin wurde sie Gerichtsquellen zufolge des Abfalls vom wahren Glauben für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.

»Wir haben Ihnen drei Tage Zeit für einen Widerruf gegeben, aber Sie bestehen darauf, nicht zum Islam zurückzukehren. Ich verurteile Sie deshalb zum Tod durch Erhängen«, sagte der Richter laut der Nachrichtenagentur AFP.

Weil sie einen Christen geheiratet hat, war die Frau zudem des Ehebruchs angeklagt worden.

Ibrahim, eine Ärztin, ist schwanger. Wie die BBC gemeldet hat, soll das Urteil ausgesetzt werden, bis ihr Kind zwei Jahre alt ist.

Eine derartige Tyrannei darf in der heutigen Welt nicht toleriert werden. Doch statt dagegen vorzugehen, sieht es so aus, als würde die US-Regierung eher zu der Verbreitung dieser Tyrannei beitragen.

 

 

 


 

 

 

 

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