Freitag, 9. Dezember 2016
19.03.2016
 
 

Randale im Wahlkampf von Donald Trump: Vorboten innerer Unruhen in den USA?

Michael Snyder

Die USA stehen vor einer inneren sozialen Zerreißprobe, und der Wahlkampf Donald Trumps wurde zum jüngsten Kristallisationspunkt der wachsenden Zerstrittenheit, die das ganze Land erfasst hat. Seit Jahren berichte ich bereits über die zunehmende Wut und Frustration in diesem Land, aber gegenwärtig erreichen sie einen Siedepunkt. Anstatt all unsere Wut und Frustration so zu kanalisieren, dass sie zur Lösung unserer Probleme beitragen, haben wir zugelassen, dass wir zutiefst untereinander zerstritten sind. Viele Amerikaner scheinen es geradezu zu genießen, sich miteinander in Streit zu befinden.

 

Aber anstatt uns gegenseitig zu hassen, sollten wir lernen, uns im Gefühl der Nächstenliebe gegenüberzutreten. Unglücklicherweise hat sich Amerika für einen anderen Weg entschieden. Das Jahr 2016 offenbart immer mehr Ähnlichkeit mit den chaotischen politischen Verhältnissen des Jahres 1968.

Unabhängig davon, wie dieser Vorwahlkampf und der anschließende Präsidentschaftswahlkampf noch verlaufen werden, sind wir offenbar dabei, in eine Zeit der Gewalt, des Chaos, innerer Unruhen und zunehmender Spannungen in der amerikanischen Bevölkerung einzutreten.

 

Am 11. März, also dem vergangenen Freitag, tauchten tausende radikale Linke auf einer Wahlkampfkundgebung Trumps an der Universität von Illinois in Chicago auf.

 

Sie verfolgten das erklärte Ziel, die Veranstaltung zu stören. Glücklicherweise sagte Donald Trump die Kundgebung ab, da die reale Gefahr gewalttätiger Ausschreitungen bestand.

 

Die Internetseite The Daily Caller machte insbesondere drei Gruppierungen aus, die mutmaßlich massiv an den Vorbereitungen der geplanten Störung der Kundgebung Trumps beteiligt waren: ANSWER (Act Now to Stop War and End Rassism), die Illinois Coalition of Immigrant and Rights Reforms und La Raza Chicago.

 

Auch die Nichtregierungsorganisation MoveOn scheint in die Ereignisse in Chicago verwickelt gewesen zu sein. Die Internetseite Infowars berichtete unter der Überschrift »Von Soros finanzierte Organisation MoveOn für Gewalt in Chicago verantwortlich« dazu:

»›Trump und führende Republikaner, die ihn und seine hasserfüllte Rhetorik unterstützen, sollten nach den Ereignissen des heutigen Abends gewarnt sein‹, verkündete die von Soros finanzierte [Organisation] MoveOn auf ihrer Internetseite. ›An die Adresse aller derjenigen, die auf den Straßen von Chicago waren, richten wir unseren Dank dafür, dass sie ihre Stimme erhoben und deutlich gemacht haben: Genug ist genug! Und Donald Trump und der republikanischen Parteiführung sagen wir: Willkommen im Wahlkampf.‹«

Nach der Absage der Kundgebung in Chicago versuchte – wie hier zu sehen ist – ein radikaler linker Demonstrant namens Thomas Dimassimo bei einer Wahlkampfveranstaltung Trumps in Dayton im US-Bundesstaat Ohio die Bühne zu stürmen.

 

Wie sich später herausstellte, handelt es sich bei Thomas Dimassimo um einen Unterstützer von Bernie Sanders, eines demokratischen Bewerbers um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat. Sein Twitter-Konto wurde zwar bereits gelöscht, aber dieser Screenshot wurde gemacht, als das Konto noch aktiv war. Dort hieß es: »Ich habe mir bereits von den gewalttätigen Anhängern Trumps so viel anhören müssen. Am Samstag werde ich meinen Landsleuten gegenübertreten und ihren falschen König anspucken.«

 

In einer anderen Twitter-Mitteilung spricht er davon, er strebe ein »Märtyrertum« an. In einigen Berichten wurde Dimassimo mit der Terrormiliz Islamischer Staat in Verbindung gebracht, aber diese Meldungen bestätigten sich nicht. Wie auch immer. Allein die Tatsache, dass der Personenschutz eingreifen musste, um Trump vor diesem Verrückten zu schützen, ist schon alarmierend genug.

 

Nach diesem Zwischenfall in Dayton wurde eine Wahlkampfveranstaltung Trumps in Kansas City immer wieder von politischen Agitatoren gestört, sodass die Polizei schließlich Pfefferspray gegen die Demonstranten einsetzen musste.

 

Ereignisse wie diese führen dazu, dass viele Menschen direkte Vergleiche zwischen 2016 und 1968 ziehen.

 

Und womit müssen wir angesichts des bereits gegenwärtig herrschenden Chaos während des Wahlkampfes bis zu den Wahlen im November noch rechnen?

 

Die Kandidaten aller Parteien sollten zu Frieden und Ruhe aufrufen, aber stattdessen beschuldigen sie sich nur gegenseitig. Hillary Clinton beispielsweise macht Donald Trump für die Unruhen verantwortlich:

»Die im Rennen um die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin führende Hillary Clinton erklärte an diesem Wochenende, Trump sei ein ›politischer Brandstifter‹. Die ›hässliche und polarisierende Rhetorik, der sich Donald Trump bedient, und die Ermunterung zu Gewalt und Aggression sind falsch und gefährlich‹, sagte sie einem Bericht der New York Times zufolge.«

Donald Trump seinerseits schiebt Bernie Sanders und Hillary Clinton die Schuld für diese Spannungen zu:

»›Da gab es professionelle Störer, tausende von ihnen, von Sanders und in geringerem Ausmaß auch von Hillary [Clinton]‹, sagte [Trump] zu der eigentlich für Freitag geplanten abendlichen Wahlkampfveranstaltung in Chicago, die er dann absagte, nachdem dort Chaos ausgebrochen war.«

Leider haben die meisten Amerikaner absolut keine Ahnung, wohin all dies führen wird.

 

»Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben«, heißt es im Markusevangelium. Und Amerika ist gegenwärtig tiefer gespalten als jemals zuvor während meines gesamten bisherigen Lebens.

 

Wenn es einen Kanon von Werten oder Prinzipien gäbe, den wir alle teilten und der uns alle vereinigte, wäre es uns möglich, als eine Nation zusammenzustehen und unsere Probleme zu lösen. Aber eine solche Wertegemeinschaft existiert nicht mehr. Wir haben die Werte und die Prinzipien der Gründerväter unseres Landes beiseite geworfen, und die heutige amerikanische Bevölkerung driftet in dutzende unterschiedliche Richtungen auseinander.

 

Wenn man 100 Amerikaner fragte, was ihrer Ansicht nach erforderlich sei, um die USA wieder auf den richtigen Weg zu bringen, erhielte man vermutlich 100 unterschiedliche Antworten. Das Chaos und die Gewalt in unserer politischen Auseinandersetzung werden sich wahrscheinlich noch weiter verschärfen, Und wenn die Lage in den Vierteln und Gemeinden immer angespannter wird, dürfte es wahrscheinlich zu ähnlichen Eruptionen wie in Ferguson oder Baltimore kommen.

 

Letzten Endes werden Amerikaner andere Amerikaner töten, unsere Städte werden brennen, und wir werden eine bisher beispiellose Phase der Erschütterungen der Regierungen erleben.

 

Diese ganze Entwicklung hätte vermieden werden können, wenn wir gelernt hätten, einander im Gefühl der Nächstenliebe zu begegnen. Aber stattdessen haben wir es als Bevölkerung zugelassen, dass wir in praktisch allen Angelegenheiten zerstritten sind und die Mainstreammedien ständig weiter Öl ins Feuer gießen.

 

Es geht hier nicht um Donald Trump, Bernie Sanders, Hillary Clinton oder irgendeinen anderen Politiker.

 

Es geht vielmehr darum, dass dieses einstmals großartige Land tief gespalten ist und vor unseren Augen auseinanderzufallen droht.

 

Gott sei den früher einmal großartigen Vereinigten Staaten von Amerika gnädig.

 

 


»Ein Buch, das man lesen und ernst nehmen sollte.« Helmut Schmidt

Ende des 20. Jahrhunderts hat sich gezeigt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die einzige noch verbliebene Supermacht sind: Keine andere Nation besitzt eine vergleichbare militärische und ökonomische Macht oder verfolgt Interessen, die den ganzen Globus umfassen.

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