Monday, 30. May 2016
13.08.2014
 
 

Unruhen, Plünderungen, das Niederbrennen von Geschäften und Schüsse auf Polizisten – ist das die neue »Normalität« in Amerika?

Michael Snyder

Die jüngsten Ereignisse in den Straßen der Kleinstadt Ferguson in der Nähe von St. Louis im US-Bundesstaat Missouri mit ihren knapp 21.000 Einwohnern machen deutlich, wie rasch die Lage auf den Straßen in Amerika in chaotische Zustände umschlagen kann. In diesem Land hat sich insbesondere unter jungen Menschen so viel Frustration und Verärgerung angestaut, dass es nur eines geringen Anlasses bedarf, um einen Flächenbrand auszulösen. In diesem Fall bildete die Erschießung eines unbewaffneten schwarzen Teenagers durch einen Polizisten einen solchen »Auslöser«.

 

Nach Angaben der Polizei geriet der 18-jährige Michael Brown in eine heftige Auseinandersetzung mit einem Polizisten, in deren Verlauf er erschossen wurde. Die Nachricht über dieses Ereignis verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt, und es kam zu Demonstrationen, die nicht lange friedlich blieben. Die aufgebrachte Menge rief Parolen wie »Tötet die Polizisten« und begann, mit Steinen und Flaschen zu werfen. Die Fenster von Ladengeschäften wurden eingeworfen, es begannen Plünderungen, und die Menge geriet völlig außer Rand und Band.

 

Viele und nicht nur einige wenige Menschen beteiligten sich an den Plünderungen. Verschiedene Mobs plünderten die Geschäfte in ganz Ferguson. Selbst ein Geldautomat wurde aus einer Tankstelle herausgebrochen, und diese danach in Brand gesteckt. Dies geschieht leider häufig, wenn Spannungen in Gewalt und chaotische Zustände umschlagen.

 

Die Inhaber der geplünderten Geschäfte hatten nichts mit der Erschießung von Michael Braun zu tun, trotzdem wurden sie Opfer der ausufernden Gewalt. Und sollte es irgendwann zu vergleichbaren Szenen in größeren Städten in den USA kommen, dürfte es keine Rolle mehr spielen, welche politischen Überzeugungen man vertritt. Dann sollte man sich tunlichst davor hüten, zur falschen Zeit am falschen Platz zu sein.

 

Ferguson ist eine Kleinstadt, in der man derartige Ausschreitungen eigentlich nicht erwartet hätte. Aber genau dazu ist es gekommen. Am Montag verfolgten Millionen Amerikaner gebannt, die Berichterstattung über die Ereignisse in Ferguson. Im Folgenden ein Auszug aus dem Bericht des Nachrichtenportals 4kmov.com:

»Brian Schellman von der Polizeidirektion des Landkreises St. Louis berichtete, an die 300 Polizisten aus mindestens 15 verschiedenen Bezirken seien nach Ferguson gerufen worden, als dort ein wütender Mob damit begonnen hatte, Fensterscheiben einzuschmeißen, Brände zu legen und die Geschäfte vor Ort zu plündern.

Schellman sagte weiter, ein Polizist aus dem Landkreis hätte sich während der Ausschreitungen in einer Filiale der Handelskette Foot Locker eine Knieverletzung zugezogen. Ein weiterer Polizist sei durch einen Steinwurf verletzt worden.

Während des ganzen Abends und der Nacht wurden zahlreiche Polizeifahrzeuge beschädigt, und der Polizeichef von Ferguson, Tom Jackson, erklärte, aus einem gelben Pickup heraus seien Schüsse auf Polizisten abgefeuert worden, die in ihrem Fahrzeug um einen WalMart-Parkplatz herumfuhren. Jackson berichtete weiter, er selbst sei in ein Polizeifahrzeug eingestiegen, um die Verfolgung des Pickups aufzunehmen. Leider sei das Fahrzeug entkommen.

Andere Polizisten berichteten, auch auf Polizeihubschrauber sei geschossen worden.«

Aber diese Berichte geben das Ausmaß des Wahnsinns, der sich hier austobte, nur sehr unzureichend wieder. Dieses Video hier zeigt nur ein Beispiel. Möglicherweise halten diese Gewalttätigkeiten und Ausschreitungen trauriger Weise noch eine Weile an.

 

 

Nehmen wir als »Stimmungsbild« nur einmal diese Äußerungen eines sehr aufgebrachten 30-jährigen Mannes gegenüber dem St. Louis Post-Dispatch:

»DeAndre Smith (30) aus Ferguson rechtfertigte die Plünderungen bereitwillig, als ihn ein Reporter am Montagmorgen darauf ansprach. ›Genau mit solchen Ereignissen muss man rechnen, wenn es in unserer Gemeinde zu Ungerechtigkeiten kommt‹, sagte er, ›Hier werden Kinder aus absolut nichtigen Gründen getötet.‹

Smith, der im letzten Dezember aus New York nach Ferguson gezogen war, meinte weiter, es sei mit weiteren Ausschreitungen zu rechnen. ›Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass schon alles vorbei ist‹, meinte er, ›Ich glaube vielmehr, [die Leute] haben jetzt eine Vorstellung davon bekommen, was es bedeutet, zurückzuschlagen.‹«

Natürlich geschehen solche Dinge nicht zum ersten Mal. Anfang dieses Jahres reichte ein Schneesturm für zahlreiche Menschen in Atlanta als Auslöser, um sich wie ein Haufen Verrückter aufzuführen. Und im letzten Jahr kam es zu zahlreichen Plünderungen und Ausschreitungen, als das elektronische Zahlungssystem EBT (Electronic-Benefit-Transfer), das u.a. Empfänger von Lebensmittelhilfe mit Geld versorgt, zeitweise zusammenbrach.

 

Auch wenn sich die Wirtschaftslage (zumindest für den Augenblick) gegenwärtig etwas stabilisiert zu haben scheint, hat sich das Ausmaß der angestauten Wut und Frustration in diesem Land noch weiter vergrößert. Wir sind dazu übergegangen, uns gegenseitig zu hassen und die anderen für unsere Probleme verantwortlich zu machen, und so ist die Bevölkerung der USA stärker untereinander zerstritten als jemals zuvor in der Gegenwart. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in einem meiner früheren Artikel in englischer Sprache mit der Überschrift »Das zerstrittene und gespaltene Amerika: Jeder weiß, dass wir Probleme haben, aber es fällt schwer, sich auf Lösungen zu einigen«.


Wir leben in einer Zeit, in der die Lage so angespannt ist, dass selbst ein kleiner Funken einen riesigen Flächenbrand entzünden kann. Amerika ist zu einem Pulverfass geworden. Und wenn die Spannungen das nächste Mal explodieren, geht es vielleicht nicht um einen Todesfall, dem rassistische Motive unterstellt werden. Möglicherweise ist der Auslöser dann ein Ebola-Ausbruch in den USA, der Plünderungen und Panik hervorruft. Oder es kommt zu einer weiteren Finanzkrise. Wir wissen es einfach nicht.

 

Klar ist allerdings, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich unter bestimmten Umständen an Ausschreitungen und Plünderungen zu beteiligen oder unaussprechliche Verbrechen zu begehen. Die vergangenen Jahrzehnte des gesellschaftlichen Niedergangs haben uns an einen Punkt geführt, an dem die dünne Fassade der Zivilisation, die wir alle jeden Tag für selbstverständlich halten, gefährlich brüchig geworden ist.

 

Und es in Wahrheit keines großen Anlasses mehr bedarf, diese Nation in den Abgrund zu stürzen. Wenn derartige Ausschreitungen und Plünderungen schon in einer relativ kleinen Gemeinde mit gerade einmal 20.000 Einwohnern möglich sind, welches Ausmaß an Schrecken würden dann Ausschreitungen in einer Millionenstadt annehmen? Dies sind sehr ernüchternde Gedanken.

 

Vor langer Zeit konnte man in Amerika seine Türen in der Nacht unverschlossen lassen, und die Kinder konnten auf den Straßen spielen, ohne dass man sich Sorgen machen musste. Aber heute haben wir uns zu einer kranken, im Niedergang begriffenen Nation entwickelt, in der sich Millionen Menschen von einer Minute auf die andere zu Ausschreitungen und Plünderungen hinreißen lassen.

 

 

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Leser-Kommentare (9) zu diesem Artikel

14.08.2014 | 08:00

Kurt

Man muß ja nur in die Bibel schaun, um zu sehen, dass das "auserwählte" Völkchen, schon immer so krass gegen andere Völker drauf war. Es ist nicht zwischen "guten" und schlechten zu unterscheiden, das Ziel ALLER Juden ist die von Jachweh versprochene Weltherrschaft, was die Vernichtung aller nichtj. Völker zur Folge hat.


14.08.2014 | 07:28

Kurt

Diese multirassischen und multivölkischen Gebilde werden doch weltweit außer in Israel geschaffen, um den Funken zum richtigen Zeitpunkt mit allen ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln (und sie haben so gut wie auf alles ein Monopol) zu zünden. Wie sagte doch unser "auserwählte" "Freund" Martin Buber ...


13.08.2014 | 22:55

merlin7570

ganz Deiner Meinung "wodex67" !
So sieht der Beginn des Untergangs einer Zivilisation aus. Blöd ist dabei nur....wir hängen da mit drinn !
Wenn AMI-Land absäuft dann wird*s auch bei uns net wirklich rosig sein....wo doch die EU eine Kreation der AMIs ist Europa zu schwächen. Wir sitzen leider im selben Boot....die AMIs rudern nur schneller !


13.08.2014 | 16:25

Erik Noordenbos

Die westliche Welt "afrikanisiert" in rasendem Tempo,hohe Geburtenraten garantieren diesen Proces.


13.08.2014 | 12:21

WachtamRheinbeiRhöndorf

Wir haben genug eigene Probleme. Die fortschreitende Militarisierung sämtlicher Behörden und das Grundproblem des Waffenbesitzes, in Verbindung mit volkswirtschaftlichem wirtschaftlichem Niedergang zugunsten der internationalen Finanzschaben, sollte uns dennoch als abschreckendes Beispiel für den Zerfall einer Demokratie im Endstadium dienen dürfen. Genau dort hin wird uns diese €-EU führen, wenn wir sie nicht zuvor zerstören.


13.08.2014 | 12:09

Jörg Häcker

Unzufriedenheit auf höchstem Niveau ist zweifellos diie Ursache. Die angestaute Wut bahnt sich ihren Weg wobéi der Grund des Auslösers nebensächlich ist. Es wird nicht das letze Mal sein, dass wir so etwas erleben werden.

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