Samstag, 10. Dezember 2016
22.06.2014
 
 

Lebensmittelpreise steigen in den USA fast viermal so schnell wie die Inflationsrate; die chemische Landwirtschaft steuert auf eine Katastrophe zu

Mike Adams

Überall in den USA schießen die Preise für Lebensmittel in die Höhe, wie das Statistikbüro des US-Arbeitsministeriums (Bureau of Labor Statistics, BLS) mitteilt. Dessen jüngster Bericht (1) zeigt, dass die Preise für Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent gestiegen sind. Das ist fast viermal so hoch wie die offizielle, von der Regierung behauptete Inflationsrate von 2,1 Prozent. (2) Die Preise für die genannten Lebensmittel sind in den vergangenen 50 Jahren laut BLS um 664 Prozent gestiegen, aber der größte Teil des Preisanstiegs fällt in die letzten paar Jahre, ein Ende ist nicht in Sicht.

 

Während die Regierung in Washington versucht, die steigenden Lebensmittelpreise dem Global Warming anzulasten – weil heute anscheinend alles, einschließlich Depression und Ehescheidungen, auf den Klimawandel geschoben wird –, ist die Wirklichkeit ernüchternd: Die konventionelle Landwirtschaft erreicht das Stadium systemischen, katastrophalen Versagens.

 

»Frankenstein«-Unkräuter machen sich auf Ackerböden breit

 

Die massenweise Vergiftung der Ackerböden mit Glyphosat, Pestiziden und chemischen Herbiziden hat zum Entstehen aggressiver »Super-Unkräuter« geführt, die ganze Farmen erobern und die Produktivität auf vielen Feldern rapide sinken lassen. Die Website Nature.com berichtet: (3)

Der Palmer-Amaranth aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse kann am Tag mehr als sechs Zentimeter wachsen, über 2,5 Meter hoch werden und 600 000 Samen bilden. Sein harter, holziger Stängel widersetzt sich den Landwirtschaftsmaschinen, mit denen versucht wird, ihn auszureißen. Außerdem wird er nach und nach resistent gegen das beliebte Herbizid Roundup.

Nach Angaben der Hersteller chemischer Herbizide liegt die Lösung darin, die Felder mit drei, vier oder gar fünf Unkrautkillern gleichzeitig zu besprühen, also verschiedene Chemikalien auf die resistenten Superunkräuter zu »schichten«.

 

Diese Herangehensweise führt direkt in die Katastrophe. Die Lektion, die Ärzte im Zeitalter antibiotikaresistenter Supererreger gelernt haben, gilt auch hier: Je mehr Chemikalien eingesetzt werden, desto schlimmer wird die Resistenz. Es währt nicht lange, und Amerikas Farmen verwandeln sich in Frankenstein-Unkraut-Fabriken, die megatonnenweise Unkräuter, aber weniger essbare Lebensmittel produzieren. Selbst Nature.com verweist auf dieses Faktum:

Mehrere Herbizide zu verwenden ist ein falsches Argument. Toleranzeigenschaften übereinander zu schichten, kann das Auftauchen resistenter Unkräuter vielleicht verzögern, aber nicht für lange. Unkräuter sind schlau: Landwirte berichten bereits über Pflanzen, die gegen mehr als fünf Herbizide resistent sind. Und angesichts Glyphosat-resistenter Unkräuter auf vielen Feldern sinken die Chancen, Resistenzen gegen andere Herbizide zu verhindern.

Dürrebedingungen durch Abholzung

 

Auch Dürrebedingungen führen zum Anstieg der Lebensmittelpreise, aber nur erstaunlich wenige Menschen verstehen den Zusammenhang zwischen Abholzung und Dürre. Jedes Jahr werden in den USA rund sieben Millionen Hektar Wald für Landwirtschaft, Industrie und Wohnungsbau gerodet (4), sodass ein lebenswichtiger »Re-Transpirations«-Mechanismus entfernt wird, der dazu beiträgt, dass es auf dem Kontinent regnet.

 

Anders gesagt: Wenn man die Wälder in Küstennähe abholzt, wird dadurch ein großer Teil des Regens im Land verhindert. Doch die konventionelle Landwirtschaft kümmert sich herzlich wenig um solch komplizierte Verbindungen zwischen Wäldern, Regen und landwirtschaftlicher Produktion. Sie beruht vielmehr darauf, das Land zu vergewaltigen und zu plündern, durch das die Produktion kurzzeitig maximiert, langfristig aber nicht aufrecht erhalten werden kann.

 

Chemische Landwirtschaft zerstört Bodenmikroben und plündert fossile Wasservorräte

 

Die chemiebasierte Landwirtschaft ist auch verheerend für Bodenmikroben – jene Organismen, die für die Pflanzengesundheit, Abwehr von Krankheiten und Nährstoffaufnahme wichtig sind. Werden Böden mit Glyphosat und anderen Chemikalien besprüht, werden viele Mikroben ausgelöscht und die Pflanzen werden anfälliger für Krankheiten und Umweltstress (wie geringe Regenmengen oder hohe Temperaturen).

 

Gleichzeitig ist die konventionelle chemische Landwirtschaft in hohem Maße von nicht erneuerbaren fossilen Grundwasserleitern abhängig, die rapide zurückgehen. Ein großer Teil des Wassers, das zurzeit die Produktion von Nahrungspflanzen in Texas, Oklahoma, Kansas und Colorado versorgt, droht schon bald zu versiegen, weil große Grundwasserleiter austrocknen. Zusammen mit der Abholzung und dem umfangreichen Pflügen der Ackerkrume wird dies zu staatenübergreifenden Dust-Bowl-Bedingungen führen, die in vielen Regionen die Nahrungsmittelproduktion beinahe zum Erliegen bringen werden.

 

Die konventionelle Landwirtschaft ist kurzfristig angelegt

 

Mit diesem Beitrag will ich nicht nur darauf hinweisen, dass die Lebensmittelpreise in den nächsten Jahren weiter in die Höhe schießen werden, sondern auch darauf, dass die konventionelle (chemiebasierte) Landwirtschaft uns allen systemische Lebensmittelknappheit und letztendlich massenhaften Hungertod bescheren wird. Das kurzfristige Denken in der Nahrungsmittelproduktion ist nicht nachhaltig, es zerstört zudem die Böden und das Ökosystem. Nur »holistische« landwirtschaftliche Praktiken wie die Permakultur bieten eine reale Hoffnung auf eine nachhaltige Nahrungsmittelversorgung in der Zukunft.

 

Deshalb sollte Wissen über Permakultur von landwirtschaftlichen Hochschulen übernommen und an die Studenten weitergegeben werden. Der Permakultur liegen Prinzipien zugrunde, die die menschliche Zivilisation vor Massenhunger und einem Kollaps der Nahrungsmittelversorgung retten können.

 

Zentralisierte, chemiebasierte Nahrungsmittelproduktion wird Millionen umbringen

 

Oft sind die Dinge, die ich auf meiner Website NaturalNews schreibe, so weit dem allgemeinen Wissen voraus, dass es Jahre dauert, bis sie anerkannt werden. Beispielsweise habe ich schon lange vor den Gefahren von Sonnenschutzmitteln gewarnt, bevor allgemein bekannt wurde, dass Sonnenschutzmittel Krebs fördern, weil sie Vitamin-D-Defizite hervorrufen. Heute behaupte ich diese grundlegenden Wahrheiten, die die Menschheit lernen muss, wenn sie nicht untergehen will:

 

1. Die Nahrungsmittelproduktion muss dezentralisiert werden, um ausreichend Lebensmittel und Selbstversorgung vor Ort zu gewährleisten.

 

2. Pflanzenvielfalt auf jeder Produktionsparzelle ist der Schlüssel zur Resistenz gegen Krankheiten, Erreger und Unkräuter. (Alle kommerziell produzierten Feldfrüchte werden in Monokultur mit null Diversität erzeugt.)

 

3. Bodenmikroben müssen geschützt werden und dürfen nicht vergiftet werden, um gesunde Nahrungspflanzen zu erhalten, die resistent gegen Krankheiten und weniger stressanfällig sind.

 

4. In der Remineralisierung der Böden, nicht in der chemischen Vergiftung, liegt der Schlüssel zu Pflanzengesundheit und Steigerung der Nahrungsmittelproduktion. Glücklicherweise finden sich in den Weltmeeren alle Mineralstoffe, die unsere Pflanzen brauchen (ohne das Salz natürlich).

 

5. Das Zurückhalten von Saatgut und Open-Source-Saatgutpraktiken sind für das Überleben der menschlichen Zivilisation unabdingbar. Versuche von Konzernen, die Eigenschaften von Saatgut patentieren zu lassen und damit zu monopolisieren, stellen eine ernste Bedrohung für die Nachhaltigkeit der menschlichen Zivilisation dar. Saatgut von Nahrungspflanzen muss zum Gemeinschaftsbesitz erklärt werden und darf nicht über ein Patentierungsverfahren auf einen Konzern beschränkt werden.

 

6. Nahrungsmittelsicherheit ist nationale Sicherheit. Die US-Regierung hält es zwar für nötig, eine strategische Erdölreserve zu unterhalten, vernachlässigt aber aus irgendeinem Grunde die Wichtigkeit strategischer Privatgärten und lokaler Nahrungsmittelproduktion – eine Idee, die während des Zweiten Weltkriegs in der Form der »Victory Gardens« propagiert wurde.

 

7. Jede Zivilisation, die ihre Fähigkeit zu nachhaltiger Produktion von Nahrungsmitteln zerstört, wird früher oder später untergehen. Die Vereinigten Staaten von Amerika – und ein Großteil der Welt – sind bereits auf dem Weg der Selbstzerstörung.

 

8. Die hohe Abhängigkeit der modernen Landwirtschaft von fossilen Brennstoffen (Erdöl) ist nicht nachhaltig. Wenn die Ölproduktion sinkt (und der Ölpreis steigt), wird die Nahrungsmittelproduktion in der modernen mechanisierten Landwirtschaft exorbitant teuer und unhaltbar.

Wenn wir unseren Kurs nicht ändern, wird sich ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung schon in 20 bis 30 Jahren in einer Ära wiederfinden, in der der Hunger regiert.

 

Es ist heute wertvoller denn je, eigene Nahrungsmittel anzubauen

 

Angesichts weiter steigender Lebensmittelpreise ist es wirtschaftlich sinnvoll, einen Teil der Nahrungsmittel selbst anzubauen. Schließlich ist der Aufwand an Zeit und Mühe für den Anbau weitgehend gleich geblieben, egal wie sich die Lebensmittelpreise in den Geschäften entwickeln. Viele Familien geben heute 1000 bis 2000 Dollar im Monat für Lebensmittel aus. Bei rund 20 000 Dollar pro Jahr an Ausgaben nach Steuern bietet das ein überzeugendes Argument dafür, ein Gutteil der Lebensmittel selbst anzubauen. Karotten, Salat, Kohl, Zwiebeln, Kartoffeln, Brokkoli, Paprika, Tomaten, Kürbis, Wassermelonen, Bohnen und Kräuter wachsen problemlos im eigenen Garten.

 

Mit etwas höherer Investition – beispielsweise dem Bau eines Aquaponik-Systems – kann die Nahrungsmittelproduktion auf derselben Fläche verdoppelt bis verdreifacht werden (für die Aquaponik wird übrigens praktisch kein Boden und sehr wenig Wasser benötigt). Auch kleine Treibhäuser werden wirtschaftlich, weil sie die Anbauzeit verlängern, sodass Familien längere Zeit im Jahr eigenes Essen anbauen können. Wenn eine Gallone (rund vier Liter) Milch in Hawaii mittlerweile fast zehn Dollar kostet, lässt sich mit diesen Selbstversorger-Strategien echt Geld sparen.

 

Ich persönlich halte ein paar Dutzend Hühner und sammele jeden Tag frische Eier ein. Die Hühner produzieren Eier von besserer Qualität als die Bio-Eier, die im Bioladen fünf Dollar das Dutzend kosten würden. Außerdem fressen die Hühner alle Heuschrecken und Käfer, die normalerweise einen Garten bedrohen. Deshalb planen kluge Gärtner ihre Gärten so, dass sie von freilaufenden Hühnern umgeben sind, die in einer »Pufferzone« um die Beete frei laufen, sodass Käfer nicht in den Garten gelangen.

 

Ein solches Vorgehen ist nachhaltig, erfordert keine giftigen Chemikalien und produziert günstig vor Ort nahrhafte Lebensmittel – nachhaltiger als die chemiebasierte Monokultur-Landwirtschaft.

 

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

(1) BLS.gov

(2) USInflationCalculator.com

(3) Nature.com

(4) FAO.org

 

 

 


 

 


Interesse an mehr Hintergrundinformationen?


Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • Lobbyisten: Die geheime Macht der Strippenzieher
  • Gesteuerte Konsumenten
  • Was wissen die Geheimdienste über mich?
  • Finanzgeier im Anflug: Absahnen in Pleitestaaten

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Der Unkrautvernichter Roundup schädigt das Gehirn – neue Studie

F. William Engdahl

Eine neue wissenschaftliche Studie, die in der Zeitschrift Toxicology veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass der weltweit meistverkaufte Unkrautvernichter Roundup, der bei sämtlichen genmanipulierten Pflanzen verwendet und auch als »harmloses« Garten-Herbizid verkauft wird, einen giftigen Cocktail enthält, der das Gehirn schädigt. Die  mehr …

Die Kräutermedizin unterstützt die Heilung des Nervensystems

Jonathan Landsman

Warum nehmen Anzeichen seelischer Erkrankungen wie Ängstlichkeit und Depression zu? Konventionell geht man von Faktoren wie Finanzkrise, alternde Bevölkerung oder – wenn alle anderen Optionen ausgeschlossen sind – wachsendem Stress des Lebens im 21. Jahrhundert aus. Aber es gibt eine echte Lösung, die allerdings weitgehend von der Schulmedizin  mehr …

Der Lasagne-Garten: Nachhaltiges Gärtnern ohne Umgraben

Michael Ravensthorpe

In einem so genannten Lasagne-Garten muss der Gärtner weder umgraben noch Unkraut jäten und erhält dennoch einen nährstoffreichen, lockeren Boden.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Die »Minerva Research Initiative« – das Pentagon wappnet sich für »massiven gesellschaftlichen Zerfall«

Tyler Durden

Vor einem Monat erschienen Fotos der chinesischen Polizei bei einer Übung. Die Einheiten übten, wie man einen »Arbeiteraufstand« niederschlägt, aber sie taten dabei auch genau das, was nötig wäre, um eine Rebellion der Mittelschicht einzudämmen. Was weiß China, das die USA nicht wissen? Wie sich herausstellt, lautet die Antwort: nichts.  mehr …

Wirtschaft: So lenken Konzerne Ihren Einkaufswagen

Markus Gärtner

Günstige Preise, viel Auswahl, ansprechende Produktpräsentation und guter Service. Wir alle wissen, was man beim Einkaufen schätzt. Doch kaum jemand ahnt, wie löchrig und falsch zumindest ein Teil dieser schönen Illusion vom idealen Konsum ist.  mehr …

Weinblätter als Delikatesse: Orientalische Diebe gefährden Traubenernte

Torben Grombery

Die Weinbauern in Wien sehen sich seit einiger Zeit mit einer gänzlich neuen Facette der »Wirtschaftskriminalität« konfrontiert. Sie sorgen sich um die jungen Blätter ihrer Rebstöcke, die immer häufiger von »Dieben« entfernt werden.  mehr …

Vitamin-D-Mangel macht dick – wie Sie die Pfunde durch eine Vitaminergänzung loswerden

Aurora Geib

Jahrelang schien die mathematische Formel für alle, die abnehmen wollten, einfach zu sein: Verbrenne mehr Kalorien als du aufnimmst. Kein Problem, oder? Leider ist es, wie bei fast allem, was den Körper betrifft, nicht ganz so einfach. Mit der Zeit setzt sich die wissenschaftliche Erkenntnis durch, dass Gewichtszunahme und Gewichtsabbau von sehr  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.