»Zurück aufs Land« – dieses Motto erwartet man bei Hippies, Ökofreaks und Leuten, die sich auf den Weltuntergang vorbereiten …, aber jetzt springen auch Hedgefonds-Manager auf diesen Zug auf.
Der New York Observer sprach vor Kurzem mit einem dieser Hedgefonds-Manager, der für einen Fonds tätig ist, der, gemessen an der Größe seiner Ackerflächen, etwa an 15. Stelle landesweit steht. Die Medien griffen diesen Investitionstrend in landwirtschaftliche Anbauflächen erstmals 2008 auf. Im Februar jenes Jahres schilderte die Londoner Times unter der Überschrift »Der Hedgefonds-Manager, der einen Bauernhof kaufte« ausführlich die Bemühungen eines britischen Hedgefonds-Managers, die hohen Getreidepreise auszunutzen, um lokale landwirtschaftliche Anbauflächen in die Hände zu bekommen. Wenig später berichtete die Financial Times, Hedgefonds und Investmentbanken würden »ihre Gucci-Schuhe gegen Gummistiefel eintauschen«.
Heute hat die Zahl der Verkäufe landwirtschaftliche Anbauflächen sowohl in Amerika, als auch im Ausland so drastisch zugenommen, dass im Februar der Präsident der Federal Reserve von Kansas City, Thomas Hoenig, vor den Möglichkeiten einer spekulativen »Bauernland«-Blase warnte.
Im Januar dieses Jahres schätzte eine Studie, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Auftrag gegeben worden war, die Höhe des Privatkapitals, das in landwirtschaftliche Anbauflächen und Agrar-Infrastruktur investiert wurde oder kurzfristig werden soll, auf 14 Milliarden Dollar. Für die Zukunft, so prognostiziert die Studie weiter, werde sich dieser Betrag noch verdoppeln oder sogar verdreifachen. Sie schätzt die mögliche Kapitalmenge, die für Investitionen in den Agrarbereich bereitstehen könnte, für die kommen zehn Jahre auf mehr als 150 Milliarden Dollar.
Hinter diesem Anstieg der Investitionen in landwirtschaftliche Anbauflächen steckt Angst. Die Hedgefonds-Manager und andere Investoren befürchten eine allgemeine Zusammenbruchskrise, die durch eine Dollarkrise, eine außer Kontrolle geratene Inflation und ein unsicheres politisches Klima im Inland wie auf internationaler Ebene ausgelöst werden könnte.
»Der Verbraucher-Preisindex (CPI) liegt derzeit bei ungefähr 1,5 Prozent. Unserer Ansicht nach liegt die tatsächliche Inflationsrate aufs Jahr gerechnet wohl eher bei sechs oder sieben Prozent«, erklärte der Hedegefonds-Manager. »Es geht also nicht darum, wie die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren verlaufen ist, sondern wie sie in den kommenden zehn Jahren sein wird.«
Heißt das seiner Ansicht nach, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann?
»So ist es. Ich sage das meiner Verlobten von Zeit zu Zeit. Aber ich habe jetzt damit aufgehört, denn das ist nicht gerade angenehm«, fuhr er fort. »Wir können einfach nicht so weiter leben, wie bisher. Das wird sich noch zu unseren Lebzeiten [dramatisch] ändern. Einige Dinge werden dann nicht mehr verfügbar sein. Wir müssen lernen, uns dieser Situation anzupassen.«
Die Lage sieht wirklich ernst aus, denn vor Kurzem wurde berichtet, das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (UNWFP) verfüge nur noch über geringe Vorräte und auch die USA könnten bald in Bedrängnis geraten. »Irgendwann in den kommenden Jahren wird es überall in der Welt zu ernsten Nahrungsmittelverknappungen kommen«, sagte der Investor Jim Rogers gegenüber dem Fernsehsender CNBC, »und dann werden die Preise in astronomische Höhen schnellen.«
Diese Meldungen sind ein weiteres Argument dafür, dass es jetzt für jeden an der Zeit wäre, selbst Lebensmittel anzubauen oder in landwirtschaftliche Anbauflächen zu investieren.
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Quellen zu diesem Artikel finden Sie unter:
– http://www.observer.com/hedge-funds-running-farms-05172011
– http://www.upi.com/Top_News/World-News/2011/05/21/World-Food-Program-running-out-of-food/UPI-32951305992256/
– http://www.dailyfinance.com/2010/01/15/are-food-shortages-on-the-way-famed-investor-jim-rogers-thinks/
Weitere Bücher zum Thema aus dem Kopp-Verlag:

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