Monday, 30. May 2016
25.02.2011
 
 

Die BBC – Feigheitskultur und Political Correctness

Niki Vogt

Peter Sissons, altgedienter Haudegen und unter anderem das Gesicht der BBC Nine O’Clock News und der BBC News at ten war auch der Gastgeber der BBC’s Question Time, einer Debattiersendung, in der jeweils ein Thema von Prominenten erörtert wurde. Seit 2009 ist Sissons nicht mehr bei der BBC. Er sei wegen seines Alters rigide entsorgt worden, warf der Journalist dem Sender damals vor. Seitdem verfasst Sisson seine Memoiren, die als Serie in der Zeitung Daily Mail erscheinen. Sein neuester Vorwurf: Die BBC habe sich willig von den Klimawandel-Eiferern als Propagandamaschine missbrauchen lassen. Er sei als Irrer abgestempelt worden, weil er gewagt habe, anderer Meinung zu sein.

Der Sender sei schon von seiner ganzen Grundausrichtung linkslastig und voreingenommen, dazu noch stramm politisch korrekt, kritisiert Sisson. Wie schön, ist es doch in Großbritannien fast wie bei uns zu Hause. Die Führung des Senders brilliere lediglich in Sachen Planlosigkeit. Nach 40 Jahren Zugehörigkeit zu dem Sender kann man Sisson eine gewisse Kompetenz und profunde Einblicke schwerlich abstreiten.

In seiner Tätigkeit als Anchorman für Nachrichten und Aktuelle Themen bei der BBC habe er die schwache Sendeleitung und die schlechte und spärliche fachliche Führung mehr als ausgiebig erfahren. Das Einzige, was kontinuierlich an Stärke gewonnen habe, sei die Political Correctness gewesen. Genau das, so Sisson, sei der Grund für die schwache Führung.

Führung setze die Stärke einer Person voraus, die – mit einer bestimmten Aufgabe betraut – sich auf das eigene Urteilsvermögen verlassen könne, fähig sei, Entscheidungen zu treffen und in der Lage sein müsse, den anderen klare Anweisungen zu erteilen.

Stattessen habe man solche Entscheidungen zu treffen gescheut, wie der Teufel das Weihwasser, und lieber endlose Besprechungen mit Dutzenden von Leuten abgehalten, um irgendwie einen Konsens darüber zu erreichen, was denn in dieser oder jener Sache zu tun sei.

Auch diese Verfahrensweisen sind uns in Deutschland nicht fremd.

Es ist eine Kultur persönlicher Feigheit, die durch die erbarmungslose Gruppenaggression und Selbstgerechtigkeit der »politisch Korrekten« jeden Außenseiter bis in die Existenzvernichtung hetzt und verfolgt. Wer mit dem Strom schwimmt, ist in Sicherheit. Bloß nicht auffallen, keine Verantwortung übernehmen, sagen, was alle anderen sagen – auch wenn man weiß, dass alle anderen das nur sagen, um auch nicht ausgegrenzt zu werden. »Konsens« ist der beste Schutz.

»Konsens« sind die Streifen, die die Konturen des einzelnen Zebras in der fliehenden Herde in ein flirrendes Muster auflösen. »Konsens« ist die geistige Stampede panischer Rinder. In der trampelnden Horde kann kein Einzeltier als Opfer identifiziert werden. »Konsens« ist der dichte Schwarm aus Fischleibern, die sich zeitgleich und identisch wie ein einziges silbriges Wesen bewegen, damit der Fressfeind kein Individuum erkennen und herausgreifen kann.

Sisson beschreibt die Symptome der Feigheitskultur sehr schön: Es wurde nach und nach unmöglich, in der Nachrichtenreaktion jemanden wegen grundsätzlicher journalistischer Fehler zu disziplinieren. Ob falsche Daten, Zeitangaben oder Zahlen, ob Sendebilder oder politische oder geografische Angaben falsch waren – nichts durfte gerügt werden aus lauter Angst, man könne das Delikt einer Beleidigung begehen. Hinter der Hand wurde dann schon mal über diesen und jenen geflüstert. Bei der jährlichen Beurteilung gab’s dann mal einen negativen Eintrag. Manchmal wurde derjenige auf eine Position befördert, wo er weniger Schaden anrichten konnte.

Was Sisson aber im Laufe der Zeit immer bedenklicher vorkam, war, dass die Political Correctness auch auf die Sendeinhalte durchschlug. So sollte eine aus dem Golfkrieg heimkehrende Besatzung eines Flugzeugträgers in den Nachrichtenmagazinen interviewt werden. Dazu pickte man die paar wenigen weiblichen Besatzungsmitglieder heraus, was ein vollkommen falsches Bild ergab.

In den vergangenen zehn Jahren seiner Tätigkeit bei er BBC stieß es Sisson aber immer unangenehmer auf, in welcher Weise mit dem Thema der »Globalen Erwärmung« umgegangen wurde. Von Beginn an war die Berichterstattung des Senders einseitig und voreingenommen. Die Zwei-Minuten-Berichte zu diesem Thema waren bis zur Unkenntlichkeit vereinfacht und spiegelten in keiner Weise die komplizierten Sachverhalte wider, die zum Klimageschehen gehören. Fraglos wurde die UN-Verlautbarung akzeptiert, es sei wissenschaftlich erwiesen und nicht in Zweifel zu ziehen, dass die durch Menschen verursachte CO2-Emission einen katastrophalen Klimawandel einleite. Die Umwelt-Interessensgruppen konnten absolut sicher sein, dass wirklich jede ihrer Verlautbarungen eins zu eins und ohne jede Nachprüfung gesendet wurden.

Das ging so weit, dass die BBC-Berichterstattung in Sachen globaler Erwärmung katholischer als der Papst war und offensichtlich zusätzlich noch absichtsvoll Informationen unterdrückte. So geschehen, als Obama 2009 sein Präsidentenamt antrat. Die wissenschaftliche Korrespondentin von Newsnight berichtete tatsächlich in den Spätnachrichten, Wissenschaftler hätten ausgerechnet, Obama blieben nur vier Jahre, um die Welt zu retten. Was sie verschwieg, war, dass nur James Hansen von der NASA das behauptete. Selbst unter überzeugten Klima-Erwärmungsanhängern wird Hansen als »Alarmist« eingeschätzt.

Bei einer anderen Gelegenheit durfte ein Parlamentsmitglied in einer BBC-Sendung »Klimaskeptiker« – also Menschen, die Zweifel an der Theorie der menschengemachten Erderwärmung haben – ungehindert mit Perversen und Holocaust-Leugnern vergleichen. Der bekannte Interviewer der BBC zuckte dabei mit keiner Wimper.

Al Gore mit seiner Kampagne in Bezug auf die globale Erwärmung durfte sich in epischer Breite auf dem Sender im »Television Centre« der BBC produzieren, während seriöse Wissenschaftler, die den Sender kontaktierten, um ihre wissenschaftlich einwandfrei recherchierten Bedenken gegen die angeblich menschengemachte Erderwärmung zu erläutern und publik zu machen, keine Chance hatten auch nur angehört zu werden.

Selbst als das höchste Gericht Großbritanniens feststellte, Al Gores Propagandafilm An Inconvenient Truth (zu Deutsch: Eine unbequeme Wahrheit) enthalte mindestens neun wissenschaftliche Fehler, fühlte man sich bei der BBC nicht bemüßigt, sich einmal kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Aus der Sicht der BBC war eigentlich nur das höchstrichterliche Urteil unbequem. Folglich spielten die wissenschaftlichen Korrespondenten diese Information so gut es ging herunter.

Im November 2007 veröffentlichte der UN-Klimarat seinen Klimabericht. Später stellte sich heraus, dass es darin viele Falschangaben, Zahlendreher und Unrichtigkeiten gab. Man hatte Quellen nicht nachgeprüft und grobe Einschätzungen von Umweltaktivisten einfach übernommen und eingearbeitet.

Sisson hatte gerade Dienst, als der Klimabericht veröffentlicht wurde. Die BBC-Reporter, die darüber berichteten, präsentierten diese Geschichte, als gäbe es nicht die leiseste Spur eines Zweifels an dem Bericht, als sei dieser das letzte Wort zu der Katastrophe, die die Menschheit erwarte. Das Investigativste, was die BBC-Korrespondenten zu fragen wagten, war: »Wie schlimm ist es?« und »Wie groß ist die Gefahr?« Sisson wollte im Studio einige skeptische Wissenschaftler einladen, die diesen Klimabericht aus ihrer Sicht kommentieren sollten. »Die Reaktion war total ablehnend, als wäre ich so etwas wie ein Irrer«, erinnert sich Sisson. »Ich ging nach Hause und schrieb eine Notiz: Was ist mit dem Journalismus passiert? Die BBC ist vollkommen durchgedreht!«

Der Umweltanalyst der BBC, Roger Harrabin, schrieb 2008 einen Artikel auf der Website der BBC, in dem er auf eine Arbeit der Meteorologischen Weltorganisation einging. Die Arbeit stellte infrage, ob die globale Erwärmung tatsächlich künftig weiter in der Geschwindigkeit vonstatten gehe, die das IPCC prognostizierte. Wohlgemerkt, er stellte nicht die globale Erwärmung infrage.

Daraufhin beschwerte sich eine Umweltaktivistin per E-Mail. Er solle die Klimaskeptiker doch besser nicht zitieren. BBC müsse seinen Online-Channel ausschließlich für die Verbreitung der Wahrheit nutzen. Harrabin blieb zuerst standhaft, als die Dame aber insistierte und schrieb, dass, falls er darauf nicht einginge, sie daraus schließen müsse, er sei »nicht ausreichen gebildet, um erkennen zu können, ob er psychologisch manipuliert wurde«, gab er klein bei und änderte seinen Artikel ab. Die Aktivistin verbreitete ihren Sieg jubelnd über das weltweite Netzwerk. Eine unglaubliche Blamage für die BBC. Harrabin verteidigte sich, das seien nur minimale Änderungen gewesen. Sie waren aber inhaltlich absolut entscheidend. Dennoch wurde Harrabin nicht von der BBC-Leitung gerügt.

Diese hatte sich bereits 2007 schriftlich auf eine hauseigene Politik in der Frage der »Globalen Erwärmung« festgelegt. Man hatte ein Seminar der Senderleitung mit einigen der besten wissenschaftlichen Experten abgehalten und war zu der Ansicht gelangt – so steht es seitdem in den Richtlinien –, das Gewicht der Beweise für die menschengemachte »Globale Erwärmung« sei so erdrückend, dass es nicht mehr gerechtfertigt sein könne, den Gegnern dieses Konsenses die gleichen Möglichkeiten für ihre Argumentation einzuräumen.

Sisson merkt hierzu an, dass die BBC niemals der Argumentation der Skeptiker irgendeinen Raum gegeben hatte.

Der Konsens, der hier gemeint ist, ist der Konsens, zu dem das IPCC in der Frage des Klimawandels gelangt ist. Da ist er wieder, der Konsens. Der Klimabericht ist das Ergebnis unendlich langer Beratungen der Wissenschaftler und Ratsmitglieder des IPCC. Diese Organisation wird nicht müde zu betonen, dass jeder Satz, der dort steht, den Konsens aller Beteiligten darstellt. Nur Aussagen, mit denen alle vollkommen übereinstimmen, hätten Eingang in diesen Bericht gefunden. Sobald es über irgendeine Aussage Dissens gegeben habe, sei diese nicht in den Bericht aufgenommen worden. Aufgrund dieser Tatsache stelle der Klimabericht des IPCC die nicht mehr anzuzweifelnde wissenschaftliche Wahrheit dar.

Zu der immens wichtigen Frage, ob Wahrheit denn zwingend durch Konsens hergestellt werden kann, hat sich das IPCC nicht geäußert.

Kennen Sie noch den markigen Schülerspruch »Leute, esst Sch…, zehn Milliarden Fliegen können nicht irren!«?

 

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Quellen:

 

 

 


 

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