Thursday, 23. October 2014
10.03.2011
 
 

US-Journalist Hersh enthüllt Geheimplan: Moscheen zu Kathedralen

Niki Vogt

Seymour Hersh ist eine Ikone des Investigativjournalismus. Wenn Hersh über etwas berichtet, ist es meistens erst einmal unfassbar, stellt sich aber alsbald als wahr heraus. Würde jemand von uns unabhängigen Medien das verfasst haben, was Hersh am 17. Januar in Katar in einer Rede berichtet hat, würden die Mainstreammedien kübelweise Häme über den durchgeknallten Verschwörungstheoretiker ausschütten. Seymour Hersh behauptet tatsächlich, dass ein großer Teil des US Joint Special Operations Command in Zusammenarbeit mit dem Malteserorden und dem Opus Dei sich in einem Kreuzzug zum Schutz der Christenheit sehen.

Hersh ist Pulitzerpreisträger und langjähriger Autor der New York Times. Er deckte das Massaker von My Lai während des Vietnamkrieges auf, 2004 die Folterskandale der amerikanischen Wärter im Gefängnis Abu Ghuraib. Ihm ist zu verdanken, dass 2009 die Auftragsmörder aus Cheneys Büro aufflogen. Nun wartet er mit einer neuen Enthüllung auf.

In einer Rede in Doha, Katar, auf dem Campus der Georgetown University School of Foreign Service teilte er der Zuhörerschaft mit, er arbeite an einem Buch, in dem er darlegt, »wie acht oder neun Neokonservative – man kann auch ›Radikale‹ sagen – die amerikanische Regierung usurpiert haben«. Und dass diese Infiltration nicht nur ganz reibungslos und einfach vonstatten ging, sondern auch der Kongress einfach ausgeschaltet wurde und die Medien dabei mitspielten und die Öffentlichkeit das ohne Widerstand hinnahm. Die schlimmsten Machtmissbräuche seien auch unter Obama nahtlos weitergegangen. »Gerade als wir einen zornigen schwarzen Mann brauchten, bekamen wir einen. Einen hübschen Hund hat er.«

Dann beschreibt er die Haltung derjenigen, die zum »Cheney-Laden« gehörten. Sie machten sich gar keine Vorstellung über die katastrophalen Folgen der Irak-Invasion. Er beschrieb die Einstellung so:

 

»Was ist denn los? Was denn? Was machen die sich eigentlich für Sorgen da, […] die Politiker und die Presse? Regen die sich über ein bisschen Plünderung auf? Und – was denn? [… ]Sunniten mögen keine Schiiten […]? Und es gibt keine Demokratie da? Kapieren die es nicht? Wir werden Moscheen in Kathedralen verwandeln. Und wenn wir erst das ganze Öl haben, wird das sowieso niemanden mehr scheren. Das ist deren Haltung: ›Wir werden Moscheen in Kathedralen umwandeln‹.«

 

Und dann fügt Hersh hinzu:

 

»Diese Einstellung, will ich hier mal sagen, gab es quer durch den größten Teil der Mitglieder des Joint Special Operations Command.«

 

Fast alle dieser Militärs seien gleichzeitig Mitglieder oder Unterstützer der alten römisch-katholischen »Ritter von Malta«. Einige davon auch Mitglieder des Opus Dei:

»Die wissen ganz genau, was sie da tun, und das ist keine atypische Haltung mancher Militärs, das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Kreuzzug. Sie sehen sich als Beschützer der Christen. Sie beschützen sie vor den Muslimen wie schon im 13. Jahrhundert. Und das ist ihr Auftrag.«

 

Seymour Hersh untermauert diese Behauptung auch mit konkreten Namen: General Stanley McChrystal (der wegen des Artikels im Rolling Stone seines Postens enthoben wurde), Admiral William McRaven. Dieser habe nach Hershs Kenntnis der letzten Jahreszusammenkunft der »Ritter von Malta« im November auf Zypern teilgenommen.

Man habe unter den Eingeweihten kleine Insignien, die man untereinander austauscht, Münzen aus der Kreuzfahrerzeit. Das erinnere sie immer daran, dass die gesamte Nation in einen Kulturkrieg kämpfe.

 

»Sehen Sie, der Orden ›Ritter von Malta‹ macht tolle Sachen. Sie machen eine Menge Wohltätigkeitsarbeit, genau wie Opus Dei. Es ist eine sehr extreme, extrem religiöse römisch-katholische Sekte, wenn Sie so wollen. […] Das Problem mit solchen religiösen Gruppen ist, sie machen vielleicht auch gute Sachen, aber gerade jetzt gibt’s da eine ungeheures Ausmaß an antimuslimischen Ressentiments in den Kreisen des Militärs.«

Es war Präsident Bush, der als Erster schon nach den Anschlägen vom 11. September das Kreuzfahrervokabular auspackte und von einem Kreuzzug und einem heiligen Krieg im Mittleren Osten sprach. Er stellte sich öffentlich immer deutlicher als tiefgläubiger Christ dar, behauptete sogar, dass Gott mit ihm spreche.

Die »Ritter von Malta« sind ein sehr alter, christlicher Orden. Bei der Ordensgründung ging es um Werke der Nächstenliebe, Behandlung von Verwundeten und Kranken. Der Orden entwickelte sich dann aber in eine militärische Richtung und bildete während der neun Kreuzzüge Schutztruppen vor den Angriffen der Muslime für christliche Pilger nach Jerusalem. Der Orden ist heute noch einflussreich und zählt etwa 12.500 Mitglieder, Ritter und Damen. Er stellt ein souveränes, nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt dar.

Der ebenfalls römisch-katholische Orden Opus Dei (das Werk Gottes) ist eine wesentlich jüngere Organisation. Er wurde erst 1928 gegründet und 1947 als offizieller Bestandteil der katholischen Kirche anerkannt. Das offizielle Ziel des Ordens kann man auf der schicken, modernen Webseite der Organisation lesen: »Christliche Erneuerung auf der ganzen Welt«.

Erstaunlicherweise hat Seymour Hersh nach dieser Rede in Katar, auf Anfrage verschiedener Medien, seine dort gemachten Äußerungen nicht bestätigt, sondern jede weitere Stellungnahme abgelehnt. Leute aus seiner unmittelbaren Umgebung und Zuhörer seines Vortrages bestätigen aber diese Äußerungen.

In der US-amerikanischen Militärzeitschrift Stars and Stripes erschien allerdings nach dem Vortrag Hershs in Katar ein Dementum, verfasst von David Bolger, dem Sprecher General McChrystals, mit folgendem Wortlaut:

 

»Die kürzlich von Seymour Hersh vorgebrachten Vorwürfe in Bezug auf General McChrystals Mitwirkung in einer Organisation namens ›Die Ritter von Malta‹ sind gänzlich falsch und entbehren tatsächlich jeder Grundlage. General McChrystal war niemals und ist kein Mitglied dieser Organisation.«

 

Es gibt allerdings einiges an konkreten Hinweisen, dass Seymour Hersh tatsächlich in ein Wespennest gestochen hat. Das Gesamtbild lässt seine Enthüllung durchaus glaubhaft wirken. In der letzten Zeit häufen sich zum Beispiel Berichte über religiöse Indoktrinierung von US-Soldaten. Soldaten berichteten darin von »Versagen« im Bereich »spirituelle Tauglichkeit« bei einem umfassenden Tauglichkeitstest für Soldaten. Sie seien genötigt worden, christlichen Messen beizuwohnen und »wiedergeboren« zu werden, indem sie ihre Liebe zum christlichen Gott bekennen.

Über Trijicon, einen Waffenlieferanten der US-Armee aus Michigan, wurde im Januar 2010 bekannt, dass die Firma Bibelverweise auf der Visiereinrichtung der Waffen angebracht hatte, die die US-Streitkräfte in Afghanistan und im Irak verwendeten.
Die Verweise waren als Kürzel in der Form »2COR4:6« oder »JN8:12« direkt an den Teleskopvisieren eingeprägt. »JN8:12« beispielsweise bedeutet Neues Testament, Johannes, Kapitel 8, Vers 12: »Wiederum sprach Jesus zu ihnen und sagte: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.«

Trijicon musste die »bibelzitatbehafteten« Visiere gegen neutrale austauschen.

Schon 2009 erregte es einiges Aufsehen in den Medien, als bekannt wurde, dass 2003 der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bei der Lagebesprechung und Einweisung hochgeheimer militärischer Geheimoperationen Unterlagen mit bemerkenswerten Deckblättern verteilte. Siegesbilder aus dem Irakkrieg und Bibelbotschaften, wie sie zu Kreuzzügen passen, schmückten die Umschlagseiten. So zierte zum Beispiel im März 2003 ein Foto eines durch die Wüste donnernden US-Panzers ein solches »Intelligence-Update«. Darunter stand ein Bibelzitat aus einem Brief an die Epheser: »Darum legt die ganze Rüstung Gottes an, damit, wenn der Tag des Bösen kommt, Ihr standhalten könnt.«

Diese Deckblätter waren nicht das Werk irgendeines subalternen Spinners, sondern die Arbeit von Generalmajor Glen Shaffer, Leiter im Geheimdienstbüro Rumsfelds und der Joint Chiefs of Staff (Stabschefs). Beschwerden gegen diese Umschlagillustrationen wurden mit dem Hinweis abgeschmettert, das sei ganz im Sinne von Präsident Bush, Rumsfeld und Richard Myers.


Quellen:

http://www.foreignpolicy.com/articles/2011/01/22/transcript_the_obamabush_foreign_policies_why_cant_america_change

http://crooksandliars.com/susie-madrak/sy-hersh-cheney-ran-assassin-ring

http://www.acus.org/content/seymour-hersh-cheney-assassins

http://de.wikipedia.org/wiki/Opus_Dei#Zur_politischen_Ausrichtung

http://www.opusdei.us/art.php?p=10877

http://de.wikipedia.org/wiki/Souver%C3%A4ner_Malteserorden

http://www.knightsofmalta.com/history/history.html

http://www.nytimes.com/2010/01/22/us/22guns.html?_r=1

http://abcnews.go.com/Blotter/us-military-weapons-inscribed-secret-jesus-bible-codes/story?id=9575794

http://blogs.abcnews.com/thenote/2009/05/rumsfeld-gave-b.html

http://www.rawstory.com/rs/2011/01/21/highranking-members-military-part-knights-malta-opus-dei-reporter-claims/

 

 

 


 

 

 

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