Tuesday, 26. July 2016
28.09.2013
 
 

»Geheimer« 3G-Chip von Intel ermöglicht Schnüfflern Zugriff auf Computer

Paul Joseph Watson

Die Intel Core vPro-Prozessoren enthalten einen »geheimen« 3G-Chip, der das Ausschalten per Fernsteuerung und unbefugten Zugriff (so genannten »Backdoor«-Zugriff) auf jeden Computer ermöglicht, selbst wenn dieser ausgeschaltet ist. »3G« bezeichnet einen Mobilfunkstandard der dritten Generation – 3G – mit hohen Datenübertragungsraten.

Auch wenn diese Technologie eigentlich schon seit einer Weile existiert, wurde man auf die damit verbundenen Gefahren, was den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre angeht, erst vor Kurzem aufmerksam. Der »geheime« 3G-Funkchip, den Intel seit 2011 in seine Prozessoren

einbaut, hatte zuvor wenig Bedenken ausgelöst. Erst im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden der massiven NSA-Überwachungssysteme im Zuge der Enthüllungen des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden änderte sich das.

 

In einem Werbevideo für diese Technologie brüstet Intel sich damit, der Chip erhöhe die Sicherheit, da es nun nicht mehr notwendig sei, dass ein Computer angeschaltet sei und Probleme auch per Fernzugriff gelöst werden könnten. In dem Werbeclip wird auch die Möglichkeit eines Administrators hervorgehoben, einen Computer ferngesteuert abschalten zu können, »selbst wenn der PC nicht mit einem Netzwerk verbunden ist«. Auch die Festplattenverschlüsselung stelle kein Hindernis mehr dar und könne umgangen werden.

 

»Intel hat den 3G-Funkchip eigentlich in die Prozessoren eingebettet, um den Einsatz seiner Anti Theft 3.0-Technologie zu ermöglichen. Und da diese Technologie seit der Entwicklung der Mikroarchitektur Sandy Bridge in jedem Core i3K/i5/i7-Prozessor zu finden ist, lässt sich daraus schließen, dass viele Prozessoren, und nicht nur die neuen vPro, über eine geheime 3G-Verbindung verfügen, ohne dass jemand davon weiß«, berichtet das IT-Internetportal Softpedia.


Jeff Marek, Leiter der Ingenieur-Abteilung für Geschäftskunden bei Intel, räumte ein, dass der Sandy Bridge-Mikroprozessor, der 2011 vorgestellt wurde, in der Lage ist, »ferngesteuert einen verlorenen oder gestohlenen Computer über 3G abzuschalten oder wiederherzustellen«.

 

»Core vPro-Prozessoren enthalten einen zweiten physischen Prozessor, der in den Hauptprozessor eingebettet ist. Dieser zweite Prozessor verfügt über sein eigenes Betriebssystem, das sich in dem Chip selbst befindet«, schreibt Jim Stone. »Solange die Stromversorgung funktioniert und er betriebsbereit ist, kann der Chip vom Core-vPro-Prozessor aktiviert werden. Er wird durch die Phantomspeisung versorgt und ist in der Lage, unbemerkt einzelne Hardwarekomponenten einzuschalten und sich Zugriff auf alles, was sich auf ihnen befindet, zu verschaffen.«

 

Diese Technologie wird zwar damit beworben, dass sie IT-Experten auch per Fernzugriff die bequeme Möglichkeit biete, Computerprobleme zu lösen, zugleich aber erlaubt sie es Hackern oder NSA-Schnüfflern, sich den gesamten Inhalt von Festplatten eines solchen Computers anzusehen, selbst wenn das Gerät abgeschaltet und der Computer nicht mit einem WLAN- oder WiFi-Netz verbunden ist. Damit wird es Unbefugten möglich, per Fernzugriff jeden Computer mittels des »geheimen« 3G-Chips, der in Intels Sandy Bridge-Prozessoren integriert wurde, auszuschalten. Möglicherweise kann auch auf Webcams ferngesteuert zugegriffen werden.

 

»Diese Intel-Hardware-Kombination ermöglicht vPro-Ports, die unabhängig von den Aktivitäten der normalen Nutzer operieren«, schreibt Rick Hodkin auf TGDaily. »Dazu gehören u.a. so genannte ›Out of Band‹-Kommunikationen d.h. Kommunikationen, die außerhalb des Bereichs stattfinden, die der Computer über das Betriebssystem oder einen Hypervisor benutzt sowie die Überwachung und Veränderung eingehenden und abgehenden Netzwerkverkehrs. Kurz gesagt, mithilfe dieses Chips können Dritte verdeckt agieren, Daten überwachen und möglicherweise auch manipulieren.«

 

Diese Situation ist nicht nur ein Albtraum, was den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre angeht, damit wächst auch das Risiko der Wirtschafts- und Industriespionage dramatisch.

 

Die Fähigkeit, sich von unbefugter Seite über 3G-Funkchips Fernzugriff auf Computer zu verschaffen, ermöglichte es auch, ungewollte oder verbotene Inhalte auf der Festplatte einer Person zu platzieren. Damit wäre es für Geheimdienste und korrupte Strafverfolgungsbehörden sehr viel einfacher, Personen fälschlicherweise etwa einer Straftat zu beschuldigen.

 

»Das Fazit? Der Core-vPro-Prozessor bedeutet das Ende eines auch nur vorgetäuschten Datenschutzes«, schreibt Stone weiter. »Wenn man hoffte, über Verschlüsselung, Norton oder irgendetwas anderes könne man seine Daten oder seine Privatsphäre schützen, etwa indem man das Internet überhaupt meidet, dann sollte man jetzt noch einmal genau nachdenken. Jetzt geht es um mehr als nur einen kleinen ›Geist in der Maschine‹.«

 

 

 

 


 

 

 

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