Wednesday, 28. September 2016
29.05.2015
 
 

US-Staaten trauen der Fed nicht mehr: Texas holt Gold heim

Peter Boehringer

Eine bemerkenswerte Meldung bringt heute der Goldreporter unter Bezug auf den Houston Chronicle: Texas hat in der gerade zu Ende gehenden Woche die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, das »texanische Gold« von New York nach Texas zu überführen [House Bill HB 483, einstimmige Annahme im texanischen Senat]!

 

Zur Einordnung: Wir sprechen hier zwar m.E. nicht von Bestandteilen des US-Staatsgolds (8100 Tonnen), sondern offenbar von Beständen, die texanischen staatsnahen Institutionen gehören (staatlichen Pensionsfonds sowie der University of Texas – mehrere Milliarden Dollar wert).

 

 

In jedem Fall jedoch wurde dieses Gold bislang (vielleicht, seriös, allokiert?) zu großen Teilen in New York gelagert: »The state of Texas has gold. … Most of the bullion depositories are in New York«, was nun geändert werden kann und soll.

Ob es bislang »treuhänderisch« bei JPMorgan NY, bei der HSBC NY oder bei der Fed NY verwahrt wurde (das »custodial gold« der Fed umfasst noch knapp 6000 Tonnen von über 30 bis 40 Staaten, Tendenz sinkend), ist unbekannt, aber auch fast egal – und vielleicht läge hier ohnehin »Tresor-Kongruenz« vor, wie manche vermuten.

Dieses neue Gesetz ist jedenfalls ein sehr sprechender und plakativer Misstrauensbeweis in »God´s own country« gegen die Gottspieler Fed oder JPM oder HSBC, die ja nach Goldman-Sachs-Chef Blankfein tatsächlich Gottes Werk verrichten. Texas verübt hier in diesem Sinne Häresie – Gotteslästerung. Eine der unterstützenden Senatorinnen (L. Kolkhorst) gab bereits realistisch zu Protokoll:

»New York will hate this.«

Aus dem Goldreporter-Artikel:

»In Texas hat der Senat einen Gesetzesvorschlag gebilligt, der es dem US-Bundesstaat ermöglicht, eine eigene Goldlagerstätte einzurichten. … Das texanische Gold lagere derzeit in den Sicherheitseinrichtungen anderer US-Staaten – das meiste davon in New York. Das Parlament hat nun entschieden, dieses Vermögen auf eigenen Boden in Texas zu verlagern.«

Die genauen Tonnagen (vermutlich bis zu 70 Tonnen) und die genaue Natur dieser Goldbestände sind noch etwas unklar. Es ist jedoch recht offensichtlich, dass hier eine bereits Anfang 2013 in Texas angestoßene Gesetzesinitiative nun umgesetzt und angenommen wurde: Diese war zwar damals gut »getarnt« – formal sollten damals einfach nur private texanische Pensionsfonds in Gold anlegen können und dieses auf texanischem Territorium in einem neu zu bauenden »staatlich-texanischen« Goldtresor lagern dürfen.

 

Das nun aktuell verabschiedete Gesetz gibt der Geschichte aber einen etwas anderen Twist: Offenbar war schon 2013 an eine Rückführung des texanischen Staats-Golds nach Houston gedacht worden. Jedenfalls ist im Originalartikel nun von »national gold« die Rede: »AUSTIN - Texas could get its own version of Fort Knox, the impenetrable repository for the nation's gold bullion


Es ist fast schon müßig anzumerken, dass »natürlich« auch diese texanische Gesetzgebung damals in der heißen Phase der von Deutschland ausgehenden internationalen Goldheimholungsdebatte 2012/13 initiiert worden war. Am 16.01.2013 hatte die Deutsche Bundesbank nach monatelangem Widerstand gegen Heimholungs-Forderungen der Öffentlichkeit und des Bundesrechnungshofs schließlich ihr Teilheimholungskonzept des deutschen Staatsgolds verkünden müssen. Und schon acht Wochen später war damals dann die texanische Heimholungsinitiative in Gesetzesform unterwegs.

 

Zwei Jahre lang konnte sich die Fed seitdem offenbar noch erfolgreich gegen US-eigene Heimholungen sträuben. Nun ist das Gesetz so gut wie verabschiedet. Vermutlich muss ich im Buch Holt unser Gold heim demnächst nach Belgien und Österreich (Heimholungs-Entwicklungen nach Redaktionsschluss im April 2015) nun auch noch Texas als heimholenden Staat aufnehmen.

 

Noch aber ist die vorliegende Kriminalgeschichte »Holt unser Gold heim« hoch aktuell und vollständig erzählend: eine garantiert Emotionen weckende, unterhaltsame und exklusive Lektüre für Studenten der zeitgenössischen Goldgeschichte.

 

Fazit: Das nun per Gesetz manifestierte Misstrauen des Staates Texas gegenüber den »Treuhändern« der New Yorker Goldkabale ist sehr bemerkenswert. Yellen und die Goldkabale sollten das texanische Drohmotto »Don´t mess with Texas« ernst nehmen, zumal es inzwischen in einer langen Reihe von Heimholungs-Planungen steht.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (14) zu diesem Artikel

30.05.2015 | 13:48

Bodo Matern

Der "Vereinigte Staat von Texas" ist Vorreiter.
Und da Texas bereits beim Anschluß an die USA Statlichkeit besaß und ein Sezessionsrecht in der Verfassung stehen hat, wird er wohl bald "von der Fahne gehen".
Und weitere Bundesstaaten werden folgen.
In Alaska hat die "Alascan Independence Party" bereits den Gouverneur gestellt.

1861 war nur der Vorlauf!


30.05.2015 | 12:58

Boos

@Revoluzzer2000: "Man muss sich doch mal so langsam fragen warum immer nur über das deutsche Gold in den USA geschrieben wird, aber keiner (Boehringer) auch nur auf die Idee kommt die Zurückführung gerichtlich einzuklagen."Erst Buch lesen, dann (an)klagen und "sich fragen". Im Kapitel V.4.4 des Boehringer-Buchs wird exakt dieser Klagepunkt aufgegriffen. Und übrigens auch ganz viele andere Einwände, die auch hier im Kommentarbereich mal wieder zum 100. Mal ...

@Revoluzzer2000:
"Man muss sich doch mal so langsam fragen warum immer nur über das deutsche Gold in den USA geschrieben wird, aber keiner (Boehringer) auch nur auf die Idee kommt die Zurückführung gerichtlich einzuklagen."

Erst Buch lesen, dann (an)klagen und "sich fragen". Im Kapitel V.4.4 des Boehringer-Buchs wird exakt dieser Klagepunkt aufgegriffen. Und übrigens auch ganz viele andere Einwände, die auch hier im Kommentarbereich mal wieder zum 100. Mal wiederholt werden. Das ganze Hauptkapitel V.4 beschäftigt sich intensiv mit all diesen Einwänden. Hier das gesamte Inhaltsverzeichnis - einfach Buch lesen
https://www.facebook.com/777640708985313/posts/778129695603081/ :

V.4 Sonstige Einwände (S. 329 ff)

V.4.1 »Gold des Kaisers! Reichsgold! Nazigold!« (S. 331)

V.4.2 »Alles vergebens: Das Gold ist weg! Der Ami gibt es nie zurück.« (S. 331)

V.4.3 »Das Gold war nie da!« (S. 336)

V.4.4 »Stellt doch eine Petition / Klagt doch vor Gericht« (S. 339)

V.4.5 »Der Schäuble holt sich das Gold in Frankfurt – also besser im Ausland lassen« (S. 343)

V.4.6 »Der Russe holt sich das Gold in Frankfurt – also besser im Ausland lassen« (S. 345)

V.4.7 »Warum überhaupt physisch heimholen?« (S. 353)

V.4.8 »Die Rückholung wäre ein Kriegsakt!« (S. 355)

V.4.9 »Geheime Staatsverträge und SHAEF-Gesetze verunmöglichen die Goldheimholung!« (S. 357)

V.4.10 »Die BRD ist kein Staat! / Jeder Staat ist abzulehnen! Also gibt es kein Staatsgold!« (S. 363)

V.4.11 »Wem gehört das Gold? Die Bundesbank hat gar keine Eigentümerschaft!« (S. 365)

V.4.12 »Bloß kein Gold heimholen: Der Euro wäre am Ende …!« (S. 367)

V.4.13 »Goldverleihungen sind unwahrscheinlich …« (S. 367)

V.4.14 »Goldbestände sind doch irrelevant gegenüber QE1, QE2 …« (S. 372)


30.05.2015 | 12:47

Revoluzzer2000

Man muss sich doch mal so langsam fragen warum immer nur über das deutsche Gold in den USA geschrieben wird, aber keiner (Boehringer) auch nur auf die Idee kommt die Zurückführung gerichtlich einzuklagen. Wer in der BRD ist eigentlich noch so blöd zu glauben, dass die Regierung daran interessiert ist? Am besten Abschreiben, die Amerikaner des Landes verweisen und sich gen Osten "BRICS" wenden. Dann haben wir vielleicht irgendwann wann mal wieder soviel Gold wie und...

Man muss sich doch mal so langsam fragen warum immer nur über das deutsche Gold in den USA geschrieben wird, aber keiner (Boehringer) auch nur auf die Idee kommt die Zurückführung gerichtlich einzuklagen. Wer in der BRD ist eigentlich noch so blöd zu glauben, dass die Regierung daran interessiert ist? Am besten Abschreiben, die Amerikaner des Landes verweisen und sich gen Osten "BRICS" wenden. Dann haben wir vielleicht irgendwann wann mal wieder soviel Gold wie und dieses Pack aus Washington gestohlen hat ! Mögen sie auf ihrer Insel doch verrecken !!!


29.05.2015 | 22:05

EU-Gegner

Ich bin nicht nachtragend, sondern enttäuscht. Ich wünschte mir, weniger Zeit mit Comic-Heften verbracht zu haben (wahrscheinlich damaliger Fernsehersatz) auch wenn ich dadurch durchaus auch etwas gelernt habe: jedes der hunderte Hefte eindeutig identifizieren zu können, allein anhand einer Sprechblase. Dank meiner Mutter gab es beizeiten Bücher und Musik, somit bin ich einigermaßen unbeschädigt noch am Leben. Ich danke für Ihre freundlichen Worte und werde weiterhin tun, was ich...

Ich bin nicht nachtragend, sondern enttäuscht. Ich wünschte mir, weniger Zeit mit Comic-Heften verbracht zu haben (wahrscheinlich damaliger Fernsehersatz) auch wenn ich dadurch durchaus auch etwas gelernt habe: jedes der hunderte Hefte eindeutig identifizieren zu können, allein anhand einer Sprechblase. Dank meiner Mutter gab es beizeiten Bücher und Musik, somit bin ich einigermaßen unbeschädigt noch am Leben. Ich danke für Ihre freundlichen Worte und werde weiterhin tun, was ich schon immer tat.


29.05.2015 | 21:54

MB

Bezüglich des deutschen Goldes werden wir auf eine Rückführung ewig warten können. Entweder es ist nicht mehr da und bereits verhökert oder es wird von den VSA als Kriegsbeute deklariert, mit der die Besatzungsmacht VSA machen kann was sie will. Die deutschen Politiker sind weder zu faul noch zu dumm, das Gold heimzuholen, man hat ihnen ganz deutlich signalisiert, es gibt kein Gold und Punkt. Wer weiter fragt, der bekommt was auf den Deckel. Mir erscheint die Version mit der...

Bezüglich des deutschen Goldes werden wir auf eine Rückführung ewig warten können. Entweder es ist nicht mehr da und bereits verhökert oder es wird von den VSA als Kriegsbeute deklariert, mit der die Besatzungsmacht VSA machen kann was sie will. Die deutschen Politiker sind weder zu faul noch zu dumm, das Gold heimzuholen, man hat ihnen ganz deutlich signalisiert, es gibt kein Gold und Punkt. Wer weiter fragt, der bekommt was auf den Deckel. Mir erscheint die Version mit der Kriegsbeute am plausibelsten, warum sonst hätte man deutsches Gold in die VSA schaffen sollen? Ein "Fort Knox" könnten wir auch bei uns einrichten. Das Gold ist ein für allemal weg. Unter dem Merkel Regime ist das ohnehin kein Wunder, kriecht sie doch vorauseilend den Amis in den Allerwertesten. Noch bevor die sich´s versehen, flutsch, schon ist sie drin. Bei Merkel sind Ermahnungen nicht nötig, schließlich ist sie als Schoßhündchen so gut abgerichtet, dass sie von allein macht, was ihr Herrchen möchte.


29.05.2015 | 20:35

@29.05.2015 | 20:16 EU-Gegner

Sie werden die Zeit finden, die Bücher zu lesen, deren Lektüre Sie sich vorgenommen haben. Ihr Empfinden, in der Schule Zeit vergeudet zu haben, kann ich bestens nachempfinden. Mehr noch: Ich weiß inzwischen, dass ich dort kräftigt ver....t wurde. Und auf der Uni ebenso. Ich bin nachtragend, was das angeht. Und jetzt eben nachlesend. Selbst das fürchtet die Finanzoligarchie ebenso wie ihre Kumpane in der Politkaste. Da bin ich sicher. Sie wollen nicht, dass Menschen erkennen,...

Sie werden die Zeit finden, die Bücher zu lesen, deren Lektüre Sie sich vorgenommen haben. Ihr Empfinden, in der Schule Zeit vergeudet zu haben, kann ich bestens nachempfinden. Mehr noch: Ich weiß inzwischen, dass ich dort kräftigt ver....t wurde. Und auf der Uni ebenso. Ich bin nachtragend, was das angeht. Und jetzt eben nachlesend. Selbst das fürchtet die Finanzoligarchie ebenso wie ihre Kumpane in der Politkaste. Da bin ich sicher. Sie wollen nicht, dass Menschen erkennen, dass sie keineswegs in einer Marktwirtschaft und freien Gesellschaft leben und den ins Totalitäre abgleitenden Kollektivismus als solchen entlarven.

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