Tuesday, 31. May 2016
26.12.2015
 
 

Die Propaganda funktioniert nicht mehr – Mehrheit der Bürger misstraut den Medien

Peter Orzechowski

Mehr als die Hälfte der Bundesdeutschen ist mit der Berichterstattung in den Mainstream-Medien über die Flüchtlingskrise unzufrieden. Das ergab eine neue Umfrage. Und sie bekommen Schützenhilfe von einer unerwarteten Seite: von der konservativen Neuen Zürcher Zeitung.

 

Nach der neuesten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird die Berichterstattung der letzten Monate über die Flüchtlingssituation überwiegend kritisch bewertet: 51 Prozent der Bürger sind damit in Teilen oder gänzlich unzufrieden. Überdurchschnittlich kritisch äußern sich hier die politisch interessierten Bevölkerungskreise, von denen 58 Prozent Kritik üben.

Viele haben den Eindruck, die Berichte seien zu einseitig. So sind 53 Prozent überzeugt, dass die Zusammensetzung der Flüchtlinge eine andere ist, als aufgrund insbesondere vieler Bilder zu vermuten ist. Nur 25 Prozent der Bevölkerung glauben, dass ein realistisches Bild des Anteils von Familien und jungen Männern oder der Qualifikation der Flüchtlinge vermittelt wird. Fast jeder Zweite kritisiert auch, es werde zu wenig über die Risiken des Flüchtlingszustroms berichtet. Knapp jeder Zweite moniert, wichtige Fakten kämen zu kurz; 41 Prozent haben den Eindruck, dass kritische Stimmen weitgehend ausgeblendet werden.

 

Diese Zweifel der Mehrheit an der wahrheitsgetreuen Berichterstattung schlagen sich auch nieder in der Beurteilung des Vorwurfs der » Lügenpresse«. Von denjenigen, die sich falsch informiert fühlen, halten 53 Prozent diesen Vorwurf für gerechtfertigt.

 

Ein weiteres wichtiges Ergebnis dieser jüngsten Allensbach-Umfrage: Die Zweifel der Bürger an den Mainstream-Medien führen auch dazu, dass persönlichen Auskünften von Menschen, die vor Ort mit dem Flüchtlingsthema zu tun haben, zurzeit mehr Vertrauen entgegengebracht wird als der Medienberichterstattung. Insgesamt sind 41 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass Personen, die vor Ort mit dem Flüchtlingsthema zu tun haben, eine besonders zuverlässige Informationsquelle sind.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt war bei der Umfrage vor einem Monat herausgekommen: 43 Prozent der erwachsenen Bevölkerung glauben, »dass man in Deutschland seine Meinung zur Flüchtlingssituation nicht frei äußern darf und sehr vorsichtig sein muss, was man sagt«.

 

Damals hielten übrigens 47 Prozent der Bürger (heute 51 Prozent, siehe oben) die Berichterstattung der Medien zur Migrantenkrise für einseitig.

 

Scharfe Kritik an den deutschen Medien aus Zürich

 

Die Allensbacher Zahlen passen zu Beobachtungen der Neuen Zürcher Zeitung. Das üblicherweise als besonders sachlich geltende Blatt warf schon im Juni der deutschen Presse eine »Medienpraxis des Wegsehens und der camouflierenden Berichterstattung« sowie regelrechte »Propaganda für die Willkommenskultur« vor, »die die Einheimischen zum herzlichen Empfang für die Fremden erziehen will«.

 

Mitte September wurde die NZZ unter dem Titel „»Berichterstatter als Stimmungsmacher« noch deutlicher: »Angesichts der Flüchtlingswelle haben die Medien, besonders in Deutschland, die kritische Distanz verloren. Die Berichterstattung geriet zur Kampagne.«

 

Mit Blick auf die deutschen Medien – Presse wie Fernsehen – in der Flüchtlingskrise schreibt das Schweizer Qualitätsblatt von »Überwältigungsjournalismus« und von »moralischen und emotionalen Ekstasen«: »Einseitigkeit war Trumpf.«

 

Der Meinungsjournalismus hatte eine Folge, und auch die erläutert die NZZ: »Die Einseitigkeit der Berichterstattung setzt das Publikum nicht nur moralisch unter Druck, einen gesellschaftlichen Wandel von erheblichem Ausmaß zu akzeptieren, ohne die eigenen Sorgen, Vorbehalte und Bedürfnisse angemessen in die öffentliche Erörterung einbringen zu können. Es fehlt dieser Berichterstattung auch der Sinn fürs nüchterne Kalkül, das die divergierenden Interessen aller Beteiligten identifiziert, anerkennt und im kritischen Räsonnement ausbalanciert.«

 

Kurz: Die öffentliche Diskussion fand nicht statt. Die dringend notwendige faktengesättigte Debatte über das, was da im Land und mit dem Land geschah, blieb aus – in der Öffentlichkeit und darum auch in der Politik.

 

Wo der offene Austausch der Argumente und Meinungen nicht stattfinden kann, sind Konfrontation und Misstrauen die Folge. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich die nächste Allensbach-Studie wesentlich erfreulicher lesen wird.

 

Denn unsere Mainstream-Medien haben sich schon längst zum Propagandaapparat der Regierenden umfunktionieren lassen. Und die freie Meinungsäußerung des Bürgers ist längst durch Stigmatisierung (»Wer gegen den Flüchtlingszustrom ist, ist rechtes Pack!«) unterbunden.

 

 

 

 

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