Monday, 26. September 2016
19.01.2016
 
 

Donald Trump: US-Wahlen werden zu TV-Soaps

Peter Orzechowski

Je näher die Vorwahlen zur Präsidentschaft in den USA rücken, desto erbitterter wird der Kampf gegen den populären Kandidaten Donald Trump. Was will der Milliardär aus New York? Welche politischen Ziele hat er? Und hat er überhaupt Chancen auf das höchste Amt?

 

Ein Deutscher kämpft jetzt an vorderster Front gegen Donald Trump: Dirk Nowitzki zieht in einem Kurzfilm den US-Präsidentschaftsbewerber durch den Kakao. Die Parodie entwickelt sich in den USA zum Internet-Hit.

 

Verkleidet als Trump – inklusive Perücke – nimmt der Deutsche die Ansichten des Politikers in einem gut 50-sekündigen Kurzfilm Making Dallas great again auf die Schippe. Schon der Titel des Videos spielt also auf Trump an: Schließlich betont auch der New Yorker Milliardär immer wieder, nur er und seine Vorschläge könnten die USA wieder zu alter Größe führen.

 

In der Folge nimmt sich Nowitzki dann weiterer Trump-Themen an. So erklärt der Sportler vor einem Spiegel stehend: »Ja, das sind meine echten Haare.« Der Hintergrund: Auch Trump muss sich regelmäßig Gerüchten erwehren, er trage ein Toupet.

 

Gegen Trumps Wahlkampfforderung, die USA müsse eine Mauer zu Mexiko errichten, um illegale Einwanderer erfolgreich fernzuhalten, setzt Nowitzki:

 

»Wir müssen eine Mauer bauen. Eine Mauer aus Lärm!« Natürlich knöpft sich Nowitzki auch Trumps Großspurigkeit und Reichtum vor. »Ich mache Milliarden über Milliarden Körbe«, übertreibt der gebürtige Würzburger ganz bewusst.

 

Im Netz stößt das Video auf Begeisterung und große Zustimmung. Allein auf der Facebook-Seite des Nowitzki-Clubs Dallas Mavericks wurde die Parodie bislang rund 250 000-mal aufgerufen und mehr als 2000-mal geteilt.

 

Das Enfant terrible Amerikas


Willkommen also zur derzeit größten Show im amerikanischen Fernsehen: dem Präsidentschaftswahlkampf. Als Quotenbringer hat sich Donald Trump zur Verfügung gestellt. Wohl kein US-Präsidentschaftsbewerber hat jemals so polarisiert wie der republikanische Kandidat. Vor allem mit seinen umstrittenen, öfter auch mal rassistischen Thesen zu den Themen Einwanderung und Islam zieht der 69-Jährige regelmäßig große Aufmerksamkeit auf sich.

 

Zuletzt machte Trump Angela Merkels Flüchtlingspolitik für die Übergriffe am Silvesterabend in Köln verantwortlich. Damit hat Trump bereits seine wichtigste Funktion erfüllt: Dem Wahlvolk vorzugaukeln, es gäbe echte Alternativen und es sei wichtig, zwischen diesen zu wählen.

 

Als Tycoon im Immobilien- und Entertainmentgeschäft erlangten der Milliardär durch sein extrovertiertes Verhalten in den Medien und die nach ihm benannten Hochhäuser (Trump Tower) hohe Bekanntheit. Mit Fernsehsendungen wie The Apprentice erhöhte er seine Popularität weiter, und er gehört heute zu den bekanntesten Geschäftsleuten der Vereinigten Staaten.

 

Seit seiner Ankündigung im Juni 2015, sich für die US-Präsidentschaftswahl im November 2016 zu bewerben, sorgte er unter anderem mit seinen als populistisch eingeschätzten und umstrittenen Aussagen über illegale Einwanderung sowie später auch mit seinem Vorschlag, vorübergehend allen Muslimen die Einreise zu verweigern, für weltweite Aufmerksamkeit. Er führt das parteiinterne Bewerberfeld seit Ende Juli 2015 in Umfragen konstant an. Seine eigentliche Stärke: Er kümmert sich nicht um die Mehrheitsmeinung in einer Partei und auch nicht um den vorherrschenden Mainstream.

 

Beobachter aus dem Ausland sehen seine Chancen als gering an. »Wir müssen uns nicht darauf einstellen, dass Kanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Francoise Hollande und der britische Premier David Cameron ihn auf einem G7-Gipfel treffen müssen«, meinte USA-Experte Dr. Martin Thunert vom Heidelberg Center for American Studies im Gespräch mit der Redaktion von web.de. »Die Wahrscheinlichkeit, dass er Präsident wird, ist sehr gering.«

 

Aber wenn er es doch schafft? Immerhin werden die Mainstreammedien bereits so nervös, dass einige Publikationen gegen ihn eine regelrechte Kampagne fahren. Welche Folgen hätte der Einzug des »Wutpredigers« ins Weiße Haus?

 

Er würde sich vermutlich – wie der noch amtierende Präsident – mehr der Innen- als der Außenpolitik zuwenden. Was allerdings nicht bedeutet, dass die amerikanische Außenpolitik dadurch friedlicher wird: Schon die innenpolitisch zentrierten Präsidenten Clinton und Obama, beide Angehörige der Demokraten, haben im Jugoslawien-Krieg und durch den vermehrten Einsatz von todbringenden Drohnen gezeigt, dass sie Kriege als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln sehen.

 

Daher ist Trumps Aussage, die USA sollten sich (fast) überall heraushalten und sich nur noch auf eigene Angelegenheiten konzentrieren, wohl nicht sehr ernst zu nehmen. Trump lehnt außerdem Freihandel ab, möchte im Ausland expandierende amerikanische Firmen massiv besteuern und den Binnenmarkt stärken. Als verstärkende Maßnahme hierzu plant er, dass Einzelpersonen mit einem Jahreseinkommen bis zu 25 000 Dollar oder Paare mit einem Jahreseinkommen bis zu 50 000 Dollar keine Einkommensteuer mehr zu zahlen haben. Eigenen Angaben zufolge würde das geschätzt 31 Millionen Haushalte betreffen.

 

Darüber hinaus ist Trump für mehr Waffen und weniger Kontrolle. »Die Regierung hat nichts zu suchen in der Frage, welche Arten von Waffen gute, ehrliche Menschen besitzen dürfen«, sagt er. Die mächtige US-Waffenlobby hört das gern. Einer Studie der Vereinten Nationen (UN) zufolge kommen auf 100 US-Bürger 89 Schusswaffen; die Waffenlobby unterhält beste Kontakte ins Repräsentantenhaus und in den Senat.

 

Internet und Grenzen dicht


Trump will einen kontrollierenden Staat: Aus Misstrauen möchte er das Internet »in manchen Bereichen dichtmachen«. Es wäre ein unmittelbarer Eingriff in das Leben der freiheitsliebenden Amerikaner. Dichtmachen will der Milliardär auch die Grenzen. Wiederholt hat er in seinen Reden mexikanische Immigranten als Kriminelle, Drogendealer und Vergewaltiger beschimpft, die er am liebsten abschieben würde, was allerdings mit der Verfassung nicht vereinbar ist.

 

Und weil er das weiß, will er die strengen Grenzkontrollen weiter vorantreiben. In einem »Positionspapier« schrieb er von einer Mauer entlang der Grenze. Auch Muslime möchte er nicht mehr ins Land lassen – was allerdings ebenfalls die Verfassung nicht erlaubt. Aber bereits jetzt beteiligen sich die USA ja nicht an der Aufnahme syrischer Flüchtlinge.

 

»Man muss beginnen, die Moscheen zu beobachten und zu untersuchen, was dort geredet wird«, fordert er, und er tönt: »Wir werden den IS in die Hölle bomben.« Seine demokratische Herausforderin Hillary Clinton hat ihn deswegen bereits als den größten Anwerber für den IS bezeichnet.

 

Der populäre Wutprediger


Warum ist Donald Trump überhaupt so populär? Er tritt meist laut, vulgär und rüpelhaft auf und sieht sich als Stimme der »angry white men« – US-Bürger meist ohne College-Ausbildung und aus der Provinz. Mit seinem Slogan »Make America Great Again!« spricht Trump all jene an, die wirtschaftlich und gesellschaftlich perspektivlos sind und nicht mehr am amerikanischen Traum teilhaben. Und das ist ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung.

 

Durch die Art seines Auftretens war ihm lange Zeit die Aufmerksamkeit der Presse garantiert, sodass er bisher fast keine eigenen Mittel in die Kampagne investieren musste. Er lässt sich auch gezielt nicht von sogenannten Super-PAC (Political Action Committees) unterstützen, in die unbegrenzte Mittel fließen könnten. Sein republikanischer Mitbewerber Jeb Bush hingegen hat schon über 100 Millionen Dollar in seinem Super-PAC und plant, für 24 Millionen Dollar Fernsehwerbesendungen in Iowa, New Hampshire und South Carolina zu kaufen. In diesen Staaten finden die wichtigen frühen Vorwahlen statt.

 

Das Rennen ist offen


Momentan führen bei den Republikanern Trump (24 Prozent) und Carson (23 Prozent) die Umfragen zur Vorwahl an. Beide haben keinen politischen Hintergrund. Carson, ein Chirurg, äußerte bisher ähnliche Meinungen wie Trump und konnte diese nicht mit Fakten untermauern. Gerade aber diese Ahnungslosigkeit scheinen viele Amerikaner attraktiv zu finden, da ihnen Fox News, viele Radiomoderatoren und selbst Abgeordnete des Freedom Caucus täglich erzählen, dass ihnen die geschliffenen Politiker aus Washington nur Lügen auftischen würden und hinter ihrem Geld her sind.

 

Deshalb versuchen fast alle Kandidaten, sich vom »Establishment« in Washington zu distanzieren.

 

Bei den Demokraten hat Hillary Clinton in den Umfragen stark zugelegt, Sie führt nun mit 53 zu 35 Prozent vor Senator Bernie Sanders. Hillary Clinton profitierte sehr von der ersten demokratischen Fernsehdebatte zu den Vorwahlen am 13. Oktober in Las Vegas, in der sie ihre ganze politische Erfahrung ausspielen konnte. Außerdem gab ihr der Rückzug von Vizepräsident Biden neuen Schwung, der lange eine Kandidatur in Erwägung gezogen hatte und ihr durchaus hätte gefährlich werden können.

 

Die schlechte Nachricht zum Schluss: Egal ob Populist Donald Trump oder Machtpolitikerin Hillary Clinton, am Ende regiert ohnehin der militärisch-industrielle Komplex die noch mächtigste Nation der Welt.

 

 

 

 

 

 


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