Samstag, 3. Dezember 2016
05.03.2014
 
 

Ukraine: Veteranen der israelischen Streitkräfte unter rechtsradikalem Kommando an Unruhen beteiligt

Prof. Michel Chossudovsky

Unter der Überschrift »In Kiew stand israelischer Armeeveteran an der Spitze einer Straßenkampfeinheit« bestätigte die Nachrichtenagentur Jewish News Agency (JTA), dass Soldaten der israelischen Streitkräfte (IDF) an den Protesten der Euromaidan-Bewegung unter dem direkten Kommando der rechtsradikalen Partei »Allukrainische Bewegung Freiheit« (»Swoboda«) beteiligt waren. Die Partei Swoboda sieht sich in der Nachfolge Stepan Banderas, der während des Zweiten Weltkriegs mit den Nationalsozialisten kollaborierte.

Der Anführer der »unter jüdischer Führung stehenden Kampfgruppe, die sich selbst als ›Blauhelme des Maidan‹ bezeichnet und an der ukrainischen Revolution beteiligte, nennt sich ›Delta‹«. Delta ist Veteran der berüchtigten Givati-Infanteriebrigade, die an zahlreichen Operationen gegen Gaza wie etwa der Operation Gegossenes Blei 2008-2009 beteiligt war.

 

So war die Givati-Brigade für das Massaker in dem Viertel Tel al-Hawa von Gaza-Stadt verantwortlich. Delta, der Anführer der Euromaidan-IDF-Kämpfer, behauptet, er habe seine Straßenkampfausbildung im Shu’alei-Shimshon-Aufklärungsbataillon der Givati-Brigade erhalten.

 

In dem JTA-Artikel heißt es weiter, Delta stehe an der Spitze einer aus 40 Männern und Frauen bestehenden Kampfgruppe, in der sich zahlreiche erfahrene IDF-Veteranen befänden. In der Bewegung Euromaidan setzte Delta seine Straßen- und Häuserkampf-Erfahrungen ein, die er auch schon gegen die Palästinenser in Gaza eingesetzt hatte.

 

Die Maidan-»Straßenkampf-Einheit« war unter Deltas Kommando auch an Kämpfen gegen Regierungskräfte beteiligt. Aus den bisherigen Berichten geht nicht hervor, ob die Euromaidan-Kampfeinheit mit dem IDF-Oberkommando in Israel in Verbindung stand:

»Die ›Blauhelme‹ bestehen aus 35 Männern und Frauen, die keine Juden sind und die von fünf ehemaligen IDF-Soldaten befehligt werden, erklärte Delta, ein Ende 30 Jahre alter orthodoxer Jude.

Delta, der in den 1990er Jahren nach Israel auswanderte, kehrte vor einigen Jahren in die Ukraine zurück… Er sagte, er habe sich der Protestbewegung am 30. November als Freiwilliger angeschlossen, nachdem er Zeuge gewalttätiger Übergriffe der Regierungskräfte gegenüber studentischen Demonstranten geworden sei. ›Ich habe mitangesehen, wie unbewaffnete Zivilisten ohne jede militärische Erfahrung von einer gut geschmierten Militärmaschinerie niedergemacht wurden, und das brachte mein Blut zum Kochen‹, erklärte Delta gegenüber JTA in einem Hebräisch, das von einem Militärjargon geprägt war: ›Ich schloss mich ihnen dann an, und jetzt habe ich damit begonnen, auf die Weise zurückzuschlagen, die ich durch die Manöver im Straßenkampf gelernt habe. Die Leute folgten mir, und ich fand mich auf einmal an der Spitze einer Kampfgruppe junger Männer – eigentlich noch Kinder – wieder.‹

Die anderen ehemaligen IDF-Infanteriesoldaten schlossen sich den ›Blauhelmen‹ an, als sie hörten, dass an deren Spitze ein früherer Kamerad stünde, sagte Delta.«

Es ist schon eine bittere Ironie, dass der Kommandeur der IDF-Miliz seine Befehle von der rechtsradikalen Partei Swoboda erhielt:

»Als Zugführer, so Delta weiter, nahm er Befehle von Aktivisten mit Verbindungen zu Swoboda, einer ultranationalistischen rechtsradikalen Partei an, die man häufig des Antisemitismus beschuldigt und deren Mitglieder Berichten zufolge in Schlüsselpositionen die Proteste der Opposition organisierten.

›Ich gehöre nicht zu Swoboda, aber ich nehme Befehle von ihrer Gruppe entgegen. Sie wissen, dass ich Israeli, Jude und ehemaliger IDF-Soldat bin. Sie nennen mich ›Bruder‹‹, sagte er. ›Das, was man so über Swoboda hört, ist übertrieben. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich schätze sie nicht, weil sie so widersprüchlich sind, aber nicht wegen irgendwelcher antisemitischen Aspekte.‹«

Weder die Regierung in Tel Aviv noch die israelischen Medien zeigten sich in irgendeiner Weise über die Tatsache beunruhigt, dass die Euromaidan-Proteste von Rechtsradikalen angeführt wurden.

 

Seit der Bildung einer neuen Regierung, an der Rechtsradikale beteiligt sind, fühlt sich die jüdische Gemeinde in Kiew bedroht. Diese Gemeinde wird »mit ihren zahlreichen aktiven jüdischen Organisationen und Einrichtungen als eine der pulsierendsten und dynamischsten jüdischen Gemeinden weltweit bezeichnet«. Ein erheblicher Teil dieser Gemeinde besteht aus Familienmitgliedern von Holocaust-Überlebenden. »Während der Besetzung der Ukraine wurden drei Millionen Ukrainer von den Nazis ermordet. Darunter befanden sich 900 000 Juden«, berichtete indybay.org am 29. Januar.

 

»Das ist Unsinn. Ich habe keinen Antisemitismus irgendwelcher Art während der Proteste mitbekommen«


Es ist schon eine bittere ironische Wendung, dass die »Blauhelm«-IDF-Einheit der Euromaidan- Bewegung in den israelischen Medien gepriesen wurde. Ariel Cohen von der Heritage Foundation mit Sitz in Washington erklärte: »Es ist kein Geheimnis, dass Swoboda in der Revolution eine führende Position einnahm.« Auch die Beteiligung israelischer Soldaten unter dem Kommando der rechtsradikalen Swoboda scheint kein Anlass zu Sorge zu sein. Noch einmal JTA:

»Am Mittwoch erklärte der Parlamentspräsident der russischen Staatsduma, Sergei Naryschkin, Moskau sei angesichts antisemitischer Erklärungen durch radikale Gruppen in der Ukraine besorgt. Aber Delta erklärte demgegenüber, der Kreml spiele die Antisemitismus-Karte zu Unrecht aus, um der ukrainischen Revolution, die darauf abziele, die Ukraine aus der russischen Einflusssphäre zu entfernen, die Legitimität zu nehmen.

›Der Antisemitismus-Vorwurf ist Unsinn. Ich habe keinen Antisemitismus irgendwelcher Art während der Proteste mitbekommen. Und gerade diese Vorwürfe spielten eine Rolle dabei, warum ich mich der Bewegung anschloss. Wir versuchen deutlich zu machen, dass Juden Anteil nehmen und mithelfen wollen‹, sagte er.«

Auf dem Bild unten sieht man, wie Anhänger der Swoboda und des Rechten Sektors Stepan Bandera huldigen. Bei Bandera handelt es sich um einen Nazi-Kollaborateur, der mit den berüchtigten »Einsatzgruppen« des Dritten Reiches zusammenarbeitete. Diese »Einsatzgruppen« bildeten paramilitärische Todeskommandos, die in der ganzen Ukraine eingesetzt wurden.

 

 

 

 


 

 

 

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