Wednesday, 31. August 2016
20.03.2014
 
 

Was die westlichen Medien Ihnen vorenthalten wollen: Auch Krimtataren und Ukrainer stimmten für den Anschluss an Russland

Prof. Michel Chossudovsky

Laut Medienberichten haben 83,1 Prozent der wahlberechtigten Bewohner der Krim an dem Referendum vom 16. März teilgenommen. Dem offiziellen Wahlergebnis zufolge stimmten 96,77 Prozent für den Anschluss an Russland und 2,51 Prozent dagegen.

Westliche Medien heben immer hervor, dass sowohl die Krimtataren als auch die ukrainische Bevölkerung der Krim gegen einen Anschluss an die Russische Föderation waren. Die nichtrussische Bevölkerung stellt einen Anteil von 41,7 Prozent an der Gesamtbevölkerung der

Krim. Laut den offiziellen Zahlen stellen die Russen einen Anteil von 58,32 Prozent an der Gesamtbevölkerung der Krim, weitere 24,32 Prozent sind Ukrainer und 12,10 Prozent Krimtataren.

 

In einem massiven Versuch von Medien-Desinformation deutete die britische Tageszeitung The Guardian unter der Überschrift »Krimtataren rechnen mit dem Schlimmsten« an, die Krimtataren befürchteten eine Welle von Repressionen, sollte sich die Krim der Russischen Föderation anschließen:

»Da die Krim jetzt einem Referendum entgegensieht, das vermutlich ihr Schicksal als Provinz oder Satellit Russlands besiegeln wird, erreichen die ethnischen Spannungen einen Siedepunkt. Die Kennzeichnung von Häusern von Tataren mit einem X in der Stadt Bachtschyssaraj auf der Krim ruft Erinnerungen an die Zeiten der sowjetischen Deportationen wach. Am Montag wurden dann zwei tatarische Geschäfte durch Brandsätze zerstört…

Die Aussicht, wieder unter Moskauer Herrschaft leben zu müssen, ist beunruhigend. ›Die Menschen sind in Panik‹, erklärte Deljawer Akie, Sekretär des Mejils [des Tatarenrates auf der Krim] … ›Wir versuchen, die Menschen zu beruhigen, aber sie haben Angst vor den russischen Soldaten und Kosaken, die hierher kommen‹, sagte er.« (Harriet Salem, »Crimea’s Tatars fear the worst as it prepares for referendum«, in : The Guardian, 13. März 2014)

Entgegen den Berichten von 135 internationalen Beobachtern aus 23 Ländern behaupten die westlichen Medien im Chor, ohne allerdings auch nur den kleinsten Beweis dafür vorzulegen, dass die Wahlen manipuliert waren und die Krim unter russischer militärischer Besatzung stand. Die Berichte der Beobachtermission, zu der auch Abgeordnete des Europaparlaments gehörten, wurden von den westlichen Mainstreammedien einfach übergangen:

  • Mateusz Piskorski, Leiter der europäischen Beobachtermission und polnischer Abgeordneter: »Unsere Beobachter haben keinerlei Verletzung der Wahlvorschriften erkennen können.«

  • Ewald Stadler, Abgeordneter des Europäischen Parlaments, verwarf das Bild eines »Referendums unter vorgehaltenen Waffen« als »Mythos«: »Ich habe nichts erlebt, was man auch nur im Geringsten als Druck bezeichnen könnte… Die Menschen selbst wollen ihre Entscheidung kundtun.«

  • Pavel Chernev, bulgarischer Abgeordneter des Europaparlaments: »Die Organisation und der Ablauf entsprechen zu 100 Prozent europäischen Standards.«

  • Johannes Gudenus, Mitglied des Wiener Stadtrats: »Unserer Ansicht nach sollten die Menschen, wenn sie über ihre Zukunft entscheiden wollen, auch das Recht haben, dies zu tun. Die internationale Gemeinschaft sollte das respektieren. Die Menschen auf der Krim wollen per Abstimmung über ihre eigene Zukunft entscheiden – das ist das Ziel. Natürlich ist Kiew darüber nicht glücklich, aber es muss das Ergebnis der Abstimmung der Menschen der Krim akzeptieren und respektieren.«

  • Der serbische Beobachter Milenko Baborats: »Die Menschen haben, wo immer wir auch waren, auf demokratischste Weise ihren Willen bekundet… Während des ganzen Tages haben wir keine einzige ernsthafte Verletzung der Legitimität des Prozesses erlebt.«

  • Srdja Trifković, ein prominenter serbischer Beobachter: »Die Präsenz von Soldaten in den Straßen ist praktisch kaum spürbar, und das Einzige, das entfernt an Soldaten erinnert, sind die unbewaffneten Kosaken mittleren Alters, die sich vor dem Parlamentsgebäude in Simferopol positioniert haben. Aber wenn man die Menschen vor den Wahllokalen und in den Straßen etwa auf der Strandpromenade in Jalta betrachtet, kann ich mir offen gesagt vorstellen, dass man sich im Süden Chicagos oder in Harlem in New York befangener als irgendwo hier fühlt.« (Global Research News, »Crimean ›Referendum at Gunpoint‹ is a Myth – International Observers«, 17. März 2014.)

Ohne die Berichte der internationalen Beobachter zur Kenntnis zu nehmen, sah sich das Magazin Time bemüßigt, zu berichten, die Wahl sei manipuliert und die Abstimmung habe unter den Gewehrläufen der russischen Soldaten stattgefunden:

»95 Prozent stimmten dafür, sich Russland anzuschließen. Dies erscheint vielleicht als ein unmögliches Ergebnis und als Hinweis auf eine manipulierte Wahl. Und in mancher Hinsicht war es das auch. Die Abstimmung fand unter einer russischen militärischen Besetzung der Krim statt, und auf dem Stimmzettel hatten die Wähler nicht die Möglichkeit, sich dafür zu entscheiden, den gegenwärtigen Status in der Ukraine beizubehalten.« (Time, 17. März 2014)

Einhellig hieß es in westlichen Medienberichten, sowohl die Ukrainer als auch die Krimtataren sprächen sich vehement gegen eine Abspaltung der Krim von der Ukraine aus. Auch von einem Boykott des Referendums seitens der Krimtataren war immer wieder die Rede.

 

Die Washington Post schrieb z.B., »ein Abstimmungsergebnis für eine Abspaltung« sei unvermeidlich, da die »russischstämmige Bevölkerung etwa 60 Prozent der Gesamtbevölkerung der Krim ausmacht«. Aber wie das amtliche Endergebnis zeigt, haben nicht 60 Prozent für eine Abspaltung gestimmt, sondern 97 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass sich alle größeren ethnischen Gruppen auf der Krim für eine Abspaltung von der Ukraine aussprachen.

 

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht das: Russen stellen 58 Prozent der Bevölkerung der Krim. Insgesamt sprachen sich 97 Prozent der abgegebenen Stimmen für einen Anschluss an Russland aus. Hätten Ukrainer und Krimtataren das Referendum boykottiert, hätte die Wahlbeteiligung deutlich unter 83,1 Prozent liegen müssen.

 

Das Referendum war also eine Abstimmung gegen den von den USA und der Europäischen Union unterstützten Putsch in Kiew. Zugleich bestätigen die Ergebnisse, dass sich auch die Tataren und Ukrainer, die an dem Referendum teilnahmen, mit großer Mehrheit für einen Anschluss an Russland aussprachen.

 

Dieses Abstimmungsergebnis von 97 Prozent markiert auch eine deutliche Ablehnung der unrechtmäßigen rechtsradikalen Regierung in Kiew.

 

 

 


 

 

 

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