Sunday, 29. May 2016
14.03.2016
 
 

Al-Qaida-Ableger greift durch USA unterstützte syrische Rebellen an

Redaktion

Wieder einmal eine deutliche Schlappe für die USA im Zusammenhang mit dem vom Pentagon mit großem Aufwand betriebenen Programm zur Bewaffnung der syrischen Rebellen. Am Sonntag wurden verschiedene Lager, in denen sich amerikanische Waffen, gepanzerte Fahrzeuge und von den USA ausgebildete Kämpfer befanden, vom al-Qaida-Ableger al-Nusra-Front erobert. Die Dschihadisten und die sogenannten »gemäßigten Rebellen« geben sich gegenseitig die Schuld für die Angriffe.

 

Die 13. Division der Freien Syrischen Armee (FSA), die sowohl Waffen von den USA als auch Ausbildung erhalten hatte, erklärte am Sonntag, sie sei von Kämpfern der al-Nusra-Front angegriffen worden. Die Dschihadisten plünderten die Depots der FSA in der Stadt Maarrat an-Numan in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens.

Es zirkulieren zahlreiche Berichte, nach denen Waffen und zahlreiche Kämpfer der 13. FSA-Division gefangen genommen worden seien.

 

Aber die Darstellungen unterschieden sich deutlich, was die Zahl und Art der erbeuteten Waffen angeht. Laut einiger Medien seien der al-Nusra-Front von den USA gelieferte tragbare Panzerabwehrlenkraketen, Gewehre, Handfeuerwaffen und Munition in die Hände gefallen.

 

Der Anführer der Rebellengruppe wiederum bestritt, dass sie Panzerabwehrraketen eingebüßt hätten und erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Press (AFP), es seien nur »leichte Waffen« geraubt worden.

 

Allerdings wurden nach Angaben der umstrittenen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte etwa 40 Kämpfer der 13. Division als Geiseln genommen. Vier weitere Soldaten hätten beim Überfall ihr Leben verloren. Aber die Angaben der »Quellen vor Ort«, auf die sich die Beobachtungsstelle immer wieder beruft, sind praktisch nicht zu überprüfen.

 

Darüber hinaus geriet die FSA-Rebellengruppe weiter in Verlegenheit, als sich die al-Nusra-Front als Erste mit einer Erklärung im Internet zu Wort meldete und der 13. Division vorwarf, den Angriff provoziert zu haben.

 

Die FSA-Rebellen bestritten demgegenüber, al-Nusra angegriffen zu haben und beschuldigten ihrerseits die al-Nusra-Front, völlig überraschend einen Kontrollposten attackiert zu haben, der auf Bitten der dort lebenden Bevölkerung eingerichtet worden sei. Als Grund dafür, dass sie selbst nicht in der Lage gewesen wären, die Islamisten anzugreifen, führten sie an, dazu seien sie »zu schwach«.

 

Die Streitigkeiten zwischen den einst im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eng verbündeten Rebellen-Gruppen schwelten schon seit einiger Zeit, wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet. Al-Nusra verhinderte vor Kurzem gewaltsam in der Provinzhauptstadt Idlib Demonstrationen und nahm Demonstranten gefangen. Berichten zufolge wurde die Trikolore der syrischen Rebellen in der Stadt durch die schwarze al-Qaida-Flagge ersetzt.

 

Am Freitag vergangener Woche schwenkten in Maarat an-Numan Motorradfahrer die schwarze al-Nusra-Flagge. Sie drohten, auf Menschen, die dagegen protestierten, zu schießen. Dabei riefen sie: »Allahu akbar!« (»Gott ist größer«)

 

Al Nusra hat sich nicht zum ersten Mal bei von den USA unterstützten oppositionellen Kräften »bedient«. Im vergangenen Sommer entführten die Dschihadisten Mitglieder der von den USA ausgebildeten 30. Division.

 

Und im September eroberten sie ein ganzes Depot mit von den USA gelieferten Waffen und anderer Rüstungsgüter.

 

Das völlig gescheiterte 500 Millionen Dollar umfassende Trainings- und Ausrüstungsprogramm des Pentagon für die syrischen Rebellen wurde im Oktober letzten Jahres eingestellt, nachdem zahlreiche der zuvor ausgebildeten Rebellen die 30. Division verlassen hatten und direkt beim Grenzübertritt von der Türkei nach Syrien vor allem zur al-Nusra-Front übergelaufen waren. Ihre Waffen hatten sie gleich mitgenommen.

 

Dennoch schlug der Kommandeur des zuständigen US Central Command, General Lloyd Austin, vor, die Ausbildung der sogenannten »gemäßigten Rebellen« in Syrien wiederaufzunehmen. Einen Monat später meldete das amerikanische Außenministerium, einige dieser »gemäßigten Rebellen« seien erfolgreich von der al-Nusra-Front in Syrien rekrutiert worden.

 

 


»Mit ihrer Politik öffnen die USA dem Dritten Weltkrieg Tür und Tor!«

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