Wednesday, 31. August 2016
21.06.2014
 
 

Backlash: Muslimen in England »könnte es untersagt werden«, Schulvorstand zu werden

Redaktion

Nach Meinung des Muslimischen Rates Englands, der eine Einschränkung der Religionsfreiheit fürchtet, könnten Bestimmungen, die »britische Wertvorstellungen« in Schulen fördern sollen, dazu führen, dass konservative Muslime nicht in den Schulvorstand berufen werden dürfen. Die neuen Bestimmungen wurden auch als Reaktion auf Vorwürfe erlassen, es gebe eine sogenannte Operation Trojanisches Pferd, in deren Rahmen Muslime versuchten, ihren Einfluss in britischen Schulen auszuweiten und Lehrerkollegen und andere Mitarbeiter, die mit ihren religiösen Überzeugungen nicht übereinstimmten, durch ihnen genehmere Personen zu ersetzen.

 

Das Bildungsministerium hatte eine ganze Reihe neuer Bestimmungen für freie Schulträger und Schulen in England, die besondere inhaltliche Schwerpunkte setzen, erlassen. So wird festgelegt, dass Schulleiter und Mitglieder des Schulvorstandes für »grundlegende britische Wertvorstellungen« eintreten müssen und erteilte der staatlichen Schulaufsicht das Recht, Schulen zu schließen, an denen das nicht der Fall ist.

 

»Der Schulträger muss sicherstellen, dass an der Schule Werte gefördert werden, die grundlegende britische Werte unterstützen«, heißt es in den Bestimmungen. Dazu gehören etwa der Respekt für Demokratie und demokratische Regeln und Verfahren, die Unterstützung des Grundrechts der Gleichberechtigung der Geschlechter und Toleranz gegenüber anderen Religionen und religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnissen.

 

Der Muslimische Rat Englands (MCB) beklagte, die neuen Bestimmungen bedeuteten eine Diskriminierung und würden bei der Festlegung, was denn nun »britische Werte« seien, zu viel Macht in die Hände des Bildungsministeriums legen. Ein Sprecher der Organisation erklärte gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian, die Bestimmungen könnten es konservativen Muslimen unmöglich machen, in die Schulleitung oder den Schulvorstand berufen zu werden.

 

Dies stelle eine unfaire Benachteiligung dar und verwehre ihnen die Möglichkeit, am öffentlichen Leben teilzunehmen. »Es ist prinzipiell falsch, so viel Macht in eine Hand zu legen. Aber diese Machtfülle dann in einem Bereich auszuüben, in dem es keinen Konsens gibt, ist offen gesagt, sehr gefährlich.«, erklärte Talha Ahmad, ein hochrangiges Mitglied des MCB gegenüber dem Guardian.

 

Ein Vertreter des Ministeriums bestritt, dass die Bestimmungen Muslime a priori davon ausschlössen, Schulleiter oder Mitglied des Schulvorstandes zu werden. Vielfalt sei in Leitungsgremien immer willkommen. Aber der Sprecher machte auch deutlich, dass »ungeeignete« Personen von leitenden Funktionen ausgeschlossen werden müssten.

 

»Wir betonen in aller Deutlichkeit, dass jedes Verhalten, das die grundlegenden britischen Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, individuelle Freiheit, gegenseitigen Respekt und Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Weltanschauung untergräbt, nicht im Einklang mit der Funktion eines Schulleiters oder anderen leitenden Funktion an einer staatlich finanzierten Schule in England steht«, erklärte der Ministeriumssprecher gegenüber dem Guardian.

 

Mit den neuen Bestimmungen reagierte das Ministerium auf den sogenannten »Trojanisches-Pferd«-Skandal, bei dem angeblich aufgedeckt wurde, dass bestimmte Kreise versuchten, britische Schulen zu islamisieren. Nach einer umfassenden Inspektion der Schulen in Birmingham, wo die ersten Berichte über diese Machenschaften auftauchten, hatte der Leiter der britischen Schulaufsicht von einer um sich greifenden »Kultur der Angst und der Einschüchterung« gesprochen.

 

Als Folge der Inspektion setzte die Schulaufsichtsbehörde fünf Schulen auf eine Warnliste. Darüber hinaus wurden einige Schulleiter und Mitglieder von Leitungsgremien aus ihren Ämtern entfernt.

 

Im Zusammenhang mit dem Skandal wurde u.a. der Vorwurf laut, man versuche, nichtmuslimische Lehrer aus Schulen in Birmingham hinauszudrängen. Zusätzlich berichtete die Tageszeitung The Telegraph, an einige Schulen würden die Kinder zum Fasten aus religiösen Gründen angehalten und man praktiziere dort eine strikte Trennung nach Geschlechtern.

 

Der britische Bildungsminister Michael Gove erklärte, in Zukunft seien britische Schulen verpflichtet, »britische Werte« zu fördern. Premierminister David Cameron verurteilte ebenfalls die angeblichen Missstände und erklärte, er werde auf gründliche Inspektionen an britischen Schulen drängen.

 

 

 


 

 


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