Monday, 30. May 2016
30.05.2014
 
 

Bilderberg 2014: Das Versteckspiel geht weiter

Redaktion

Die diesjährige Bilderberger-Konferenz ist voll im Gange. Und die Abschottung des Kopenhagener Marriott-Hotels: durchaus effektiv! Im Gegensatz zum vergangenen Treffen im britischen Watford sind diesmal auch die Fronten zwischen Bilderberg-Demonstranten und Polizei wieder härter. Entspannung? Fehlanzeige!

Das Kopenhagener Marriott schien auf dem Präsentierteller zu liegen. Alles direkt vor Augen. Zunächst wirkte es so, als ob diese relativ geringe Distanz zwischen den völlig ungleichen Gegnern von Vorteil für Reporter und Demonstranten wäre. Kommen sie doch viel näher ans Hotel heran als letztes Jahr in Watford bei London. Die Tatsachen sehen jedoch komplett anders aus: »Bilderberg« wird auf der aktuellen Konferenz weit stärker geschützt und abgeschottet als 2013.

 

Nur wenige Blicke auf die angereisten Teilnehmer sind bislang möglich gewesen. Aufnahmen gelingen allenfalls von der gegenüberliegenden Seite der befahrenen Straße. Der Verkehr schränkt die spärlichen Möglichkeiten weiter ein, abgesehen vom wenig entgegenkommenden Verhalten der Sicherheitskräfte, die sich rund um das Marriott scharen.

 

Wo in England fast schon eine vertrauliche, freundschaftliche Atmosphäre herrschte und Polizisten sich ganz locker mit Demonstranten unterhielten, mit ihnen scherzten und für deren Motive auch echtes Verständnis zeigten, herrscht hier nun klare Abwehrhaltung.

 

Neben Festnahmen von Reportern werden nun bereits wiederholt auch harsche Vorgehensweisen gegen die Demonstranten berichtet. Während nach dem vergangenen Treffen also noch der Eindruck vorherrschte, Bilderberg zeige etwas mehr Offenheit, und wenn nur, um damit Harmlosigkeit zu suggerieren, dominieren derzeit ganz andere Eindrücke. Vielleicht will »man« nicht, dass sich die »Fehler« von Watford wiederholen. Man will augenscheinlich noch mehr Privatsphäre.

 

Ist das auf der diesjährigen Bilderberg-Agenda erstgenannte Thema Datenschutz und die damit verbundene, beinahe amüsante Frage, ob es noch eine Privatsphäre gebe, am Ende vielleicht aus dieser besonderen Perspektive zu betrachten? Geht es dabei einzig um die Privatsphäre der Machtelite? Das steht fast zu befürchten. Jedenfalls werden sowohl der ehemalige Chef des technischen US-Geheimdienstes NSA, General Keith B. Alexander, als auch der britische Diplomat und MI6-Chef Sir Robert John Sawers zu diesem Punkt der Tagesordnung sicher einiges beizusteuern haben.

 

Dabei wird es voraussichtlich jedoch weniger um die ausufernden Abhöraktionen der NSA gehen als um Vermeidungsstrategien – auf dass ein »Fall Snowden« sich tunlichst nicht wiederholen möge. Auch Leute wie Google-Vorsitzender Eric Schmidt werden als geschätzte Experten zur Sachlage in Erscheinung treten. An allen Fronten geht es jedenfalls vor allem darum, eine möglichst transparente Öffentlichkeit zu schaffen, einen gläsernen, absolut durchschaubaren und somit auch kontrollierbaren Bürger zu kreieren, während die Machtelite sich niemals in die Karten blicken lässt und sich lieber noch stärker abschottet.

 

Die Vorkehrungen für die diesjährige Konferenz scheinen das zu belegen. So ist das Kopenhagener Marriott von einem doppelten Sicherheitszaun von etwa drei Metern Höhe umgeben. Und schon, wer im Gespräch mit kritischen Reportern beobachtet wird, bekommt die stete Sorge ums Wohl der Machtelite manchmal deutlich zu spüren. So auch die freie Journalistin Hannah Borno. Dieser aktuelle Vorfall muss zwar wohl etwas differenzierter beleuchtet werden, doch Borno wurde ebenfalls des Hotels verwiesen, und zwar bald nachdem sie ein paar Worte mit Leuten von InfoWars gewechselt hatte.

 

Borno und ihr Mann Charlie Skelton hatten bereits zwei Tage vor der Konferenz im Marriott eingecheckt. Die kurze Unterhaltung mit den Infokriegern verkürzte den Aufenthalt allerdings drastisch. Das Paar bereitete sich gerade auf die Nachtruhe vor, als ein Mitglied des Hotelmanagements zusammen mit Sicherheitspersonal an die Tür klopfte. Die Journalisten seien im Gespräch mit Leuten gesehen worden, die man zum Verlassen des Hotels aufgefordert habe. Deshalb müssten nun auch sie das Hotel verlassen, aus Sicherheitsgründen. Einige Bilderberg-Gegner haben daher bereits zum Boykott der Marriott-Kette aufgerufen, die zwar elitäre Verbrecher beherberge und schütze, unbescholtenen Personen aber die Unterkunft verweigere.

 

Hannah Borno fiel Bilderberg bereits im vergangenen Jahr auf, als sie das Bilderberg Fringe Festival veranstalten wollte und zum Zelten auf dem privaten Gelände des Watforder Grove-Hotels einlud. Unabhängig davon, welche Art von Konferenz nun dort veranstaltet wurde, dürfte eine solche Aufforderung natürlich kaum ein sehr vorteilhaftes Bild von Demonstranten und alternativen Medien bieten. Manche sicherlich gut gemeinte Aktion kann der Sache letztlich mehr schaden als nutzen.

 

Natürlich geraten immer wieder auch unterschiedliche Versionen eines Vorfalls in Umlauf, und bald ist nicht mehr feststellbar, was wirklich geschah. Doch Watford hinterließ alles in allem eher ein positives Bild des Umfelds und auch des Umgangs der Einsatzkräfte mit Demonstranten. Die Polizisten hatten selbstverständlich keine andere Wahl, als ihren Verpflichtungen nachzugehen und zwangsläufig den Interessen der Machtgruppe zu dienen. Dass mancher der Beamten aber mit der Gegenseite sympathisierte, war schwerlich zu übersehen.

 

Die Situation rund ums aktuelle Treffen lässt vergleichbare Gefühle bislang kaum aufkommen, und Bilderberg hält sich extrem bedeckt. Journalisten und Aktivisten haben äußerst schlechte Karten. Das bekamen auch Luke Rudkowski (We Are Change) und Dan Dicks (Press For Truth) deutlich zu spüren, als sie sich noch vor dem offiziellen Auftakt der Konferenz im Kopenhagener Marriott-Hotel einfanden. Beim Drink in der Hotelbar fiel ihnen eine Gruppe von Frauen auf, deren Gesichter sie bereits von einer früheren Tagung her kannten.

 

Ganz offenkundig handelte es sich um die Organisatorinnen aus dem Bilderberg-Sekretariat. Die beiden Aktivisten starteten den Versuch zu einem kurzen Gespräch und fragten, ob die Damen möglicherweise für Bilderberg tätig seien. Schon die auffallend kategorische Verneinung kam einem Eingeständnis gleich. Zumindest wussten die Angesprochenen offenbar sofort, worum es ging. Dann entgegneten sie, für eine Geburtstagsfeier zuständig zu sein.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Bilderberger-Treffen als harmlose Feierlichkeit ausgewiesen wird. In diesem Fall aber war die Antwort immerhin teilweise korrekt. Denn abgesehen davon, dass Henry Kissinger just am 27. Mai seinen 91. Geburtstag feierte und auch der Bilderberg-Tagung von Kopenhagen beiwohnt, feiert die Geheimkonferenz selbst nun ihr 60-jähriges Bestehen. So ist es wohl auch kein Zufall, dass die diesjährige Zusammenkunft wieder Ende Mai stattfindet, wenn auch nicht in den Niederlanden. Das erste Bilderberg-Treffen datiert auf die Zeit vom 29. bis 31. Mai 1954!

 

Rudkowski und Dicks hatten lediglich eine Frage gestellt. Doch die Strafe folgte auf dem Fuße. Beide wurden in Gewahrsam genommen und abgeführt, ihre Kameras beschlagnahmt. Schon seltsam, wenn doch die Damen angeblich nichts mit Bilderberg zu tun hatten. Der Gipfel: Die Verhaftung wurde mit dem Verdacht des Drogenbesitzes begründet!

 

Der britische Independent titelt einen Beitrag vom 28. Mai mit der Frage: »Ist es die Bilderberg-Konferenz – oder eine Verschwörung?« Autor Tom Harper bemüht sich um Neutralität, hält sich aber auch mit Hintergrundinfos zur politischen Bedeutung und dem Einfluss Bilderbergs zurück. Aus Fairness gegenüber Bilderberg, so Harper, müsse schon gesagt werden, dass die Organisatoren der diesjährigen Konferenz sich immerhin um mehr Transparenz bemühten, indem sie eine Teilnehmerliste und eine Agenda veröffentlicht hätten. Dabei übersieht er allerdings, dass diese scheinbare Transparenz schon seit etlichen Jahren gepflegt wird, vor allem auch, nachdem der Druck der alternativen Medien größer wurde, und dass die betreffenden Pressemeldungen seitens Bilderberg höchst knapp gehalten sind. Außerdem werden sie erst sehr kurzfristig publiziert.

 

Einer ebenfalls bereits seit Jahren unveränderten und oberflächlichen Information zu Bilderberg folgt kurz die aktuelle Themenliste, die weder sonderlich aussagekräftig ist noch in irgendeiner Weise die grundlegenden Zielsetzungen von Bilderberg preisgibt. Wesentlich sind zahlreiche vertrauliche Gespräche zwischen Machtfiguren, die sich beinahe zu jedem Treffen der Gruppe einfinden.

 

Aber allein die Tatsache, dass diese »Spitzen« unserer Gesellschaft jedes Jahr stets die Zeit finden, pünktlich für das mehrtägige Treffen anzureisen, zeugt von der enormen Bedeutung der Versammlung. Und diese Bedeutung kann nur in einer nicht zu unterschätzenden Einflussnahme auf die Geschicke unserer Welt bestehen, natürlich absolut konform mit den Interessen einer sehr kleinen, aber entscheidenden Personengruppe.

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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