Dienstag, 27. Juni 2017
13.12.2013
 
 

China verweigert wegen Spuren genetisch veränderten Maises zum fünften Mal innerhalb eines Monats Annahme einer amerikanischen Maislieferung

Redaktion

Seit Mitte November hat China bereits zum fünften Mal die Annahme einer Lieferung amerikanischen Maises verweigert, nachdem bei einer Überprüfung Spuren genetisch veränderten (GV ) Maises gefunden worden waren, der noch nicht für den Import zugelassen ist. Drei weiteren Lieferungen droht ebenfalls die Annahmeverweigerung.

Insgesamt 59 100 Tonnen Mais umfasste die Lieferung, deren Annahme am vergangenen Dienstag in der ostchinesischen Provinz Zhejiang zurückgewiesen wurde, nachdem Beamte für landwirtschaftliche Quarantäne in der Lieferung GV-Mais vom Typ MIR162 (die Sorte »Agrisure Viptera« des Unternehmens Syngenta, eine gegen den Schädling Maiszünsler resistente

GV-Maissorte), nachgewiesen hatten, der vom chinesischen Landwirtschaftsministerium bisher noch nicht zugelassen ist, meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

 

China, das weltweit die zweitgrößte Menge an Mais verbraucht, hat seit Mitte November bereits 180 000 Tonnen amerikanischen Maises zurückgewiesen. Nach Ansicht von Beobachtern hat dies aber weniger mit dem Mais an sich als mehr mit Spannungen im Handel zwischen den beiden Ländern zu tun. »Das wird erheblichen Staub aufwirbeln und hat scheinbar mit bilateralen Handelsstreitigkeiten zu tun«, meinte ein einheimischer Händler gegenüber Reuters.


Im November hatte China amerikanische Beschuldigungen zurückgewiesen, es blockiere ein Technologieabkommen der Welthandelsorganisation WTO, das die Steuern auf bestimmte Produkte verringern sollte. Der US-Handelsbeauftragte Michael Froman erklärte wenig später, die chinesische Forderung, mehr als 100 Produkte von dieser Regelung auszunehmen, erschwere die Verhandlungen und führe möglicherweise zu ihrem Scheitern.

Als Reaktion erklärte Chinas Handelsminister Gao Hucheng, es sei »unverantwortlich seitens der USA, den Konsens, auf den sich die Mehrheit der Länder verständigt hat, nur deshalb aufzukündigen, weil die Vereinbarung ihre eigenen Bestimmungen bei verschiedenen Produkten nicht erfüllt«. Im Dezember warfen die USA China vor, den amerikanischen Markt mit Billigimporten zu überschwemmen.

 

Der wachsende Mehrertrag der Maisernten in China ist möglicherweise auch ein Grund für die Zurückhaltung, weitere amerikanische Importe zu akzeptieren. Die sinkende Nachfrage der Futtermittelindustrie in China macht sich deutlich bemerkbar, und gleichzeitig rechnet man in diesem Jahr mit einer Rekordernte bei Mais. Die Maisernte für 2013 und 2014 soll, so die Erwartungen, um 5,9 Prozent steigen und damit auch einen Rekordverbrauch ermöglichen. »Hier macht sich auch der Binnenüberschuss bei der Maisversorgung bemerkbar – so sind nun einmal die Spielregeln«, erklärte Anfang des Monats ein Industrieexperte einer regierungsnahen chinesischen Denkfabrik gegenüber Reuters. »Unserer Ansicht nach werden auch weitere Lieferungen sehr genau geprüft und untersucht werden.« Dennoch rechnet man langfristig mit einer Zunahme des Maisimports, da die Urbanisierung in China fortschreitet und dementsprechend die Nachfrage nach Fleisch und Molkereiprodukten steigen wird. Nach amerikanischen Regierungszahlen weist China noch immer eine erhebliche Nachfrage nach Mais auf. Und gerade in der vergangenen Woche lieferten die USA besonders viel nach China. Nach Ansicht von Experten übersteigt die Nachfrage die im Vergleich zur Gesamthöhe der Importe relativ geringe Annahmeverweigerung deutlich.

 

Am Montag erklärte das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA), man habe in der letzten Woche 447 000 Tonnen Mais, die nach China exportiert werden sollten, untersucht. Diese Menge entspricht 44 Prozent der Gesamtmenge an Mais, die vom USDA überprüft wurde. »Wenn China den Mais weiterhin importiert, fragen wir uns schon, ob es China hier nicht eher um ein politisches Spielchen geht«, meinte Terry Reilly, ein leitender Rohstoffanalyst von Futures International. »Solange China jede Woche amerikanische Maislieferungen annimmt, …werden wir in diesem Bereich nicht von einer negativen Perspektive ausgehen.« Derzeit sind etwa zwei Millionen Tonnen Mais auf dem Weg nach China, das bereits weitere drei Millionen Tonnen amerikanischen Maises bestellt hat.

 

Andererseits berichten Händler, dass die Annahme dreier weiterer Lieferungen, die nachweislich den GV-Mais MIR162 enthalten, vermutlich von den Hafenbehörden in Guangdong und Fujian verweigert werden wird. »Es wird noch häufiger zu Annahmeverweigerungen kommen, da in den kommenden Wochen größere Lieferungen erwartet werden«, sagte eine Quelle aus der Wirtschaft, die aber anonym bleiben wollte. »Einige Lieferungen werden einfach vor der Küste warten müssen, denn die Käufer werden erst mit dem Ausladen beginnen, wenn die Überprüfungen vollständig abgeschlossen sind.«

 

Bisher hat der amerikanische Maismarkt die chinesischen Annahmeverweigerungen scheinbar noch gut verkraftet. Allerdings stiegen die Preise nach der ersten Annahmeverweigerung im November um 4,2 Prozent an. Der Großteil der zurückgewiesenen Ware wurde – allerdings, wie europäische Händler berichten, mit Preisabschlägen – von Importeuren anderer asiatischer Märkte übernommen.

 

 

 

 


 

 

 

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