Colgate will indisches Zahnpasta-Rezept schlucken
Redaktion
Der weltweit größte Hersteller von Zahncreme, die US-amerikanische Firma Colgate, hat sich den Zorn indischer Behörden zugezogen. Grund ist eine Zahnpasta, die in Indien nach einem Rezept aus der Antike seit Ewigkeiten in Gebrauch ist. Colgate will sich die Rezeptur dort jetzt patentieren lassen. Die Gegner dieses Vorhabens sind sich einig: Dieses Mal hat der Konzern wohl den Mund zu voll genommen.
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Im Grunde geht es Zeitungsberichten nach lediglich um ein Zahnputzmittel mit den Bestandteilen Nelkenöl, Kampfer, Schwarzpfeffer und Minze. Eine in Indien durchaus gebräuchliche Mischung für die Mundhygiene. Colgate hingegen wittert dahinter ein Milliardengeschäft und greift nach dem Patent des biologischen Mittels – mit allen zur Verfügung stehenden Tricks. Während indische Behördenvertreter darauf hinweisen, dass ein Patent nicht für ein längst etabliertes und nicht von Colgate erfundenes Produkt erteilt werden könne, argumentiert die Firma mit einer beigemischten Substanz. Immerhin habe sie die Rezeptur entscheidend verbessert, indem ihr rotes Eisen-Oxid beigemischt worden sei. Damit handele es sich nicht um das uralte Rezept der Inder, sondern um eine Neuerfindung – also reif für ein Patent.
»Biopiraterie« nennen die jetzt in Indien protestierenden Gegner die Vorgehensweise des amerikanischen Konzerns. Doch nicht nur dieser, auch andere Industrie-Riesen seien auf die Idee gekommen, kleinere oder wirtschaftlich schwächere Länder auf diese Art und Weise auszubeuten, heißt es. Dabei gehörten Pflanzen und Techniken, die in den betroffenen Ländern seit Urzeiten Verwendung finden, zu den bevorzugten Beuteobjekten westlicher Unternehmen. Sie gingen rücksichtslos vor. Jetzt hat sich auch die indische Regierung offiziell in den Fall eingeschaltet und verlangt eine gerichtliche Klärung. Dort will Colgate dann kräftig zubeißen.
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