Tuesday, 24. May 2016
03.07.2014
 
 

Die Kinder des Kriegs: ISIS rekrutiert und entführt Zehnjährige

Redaktion

Für ihr Ziel, im Irak und Syrien ein Kalifat zu errichten, rekrutieren die sunnitischen Dschihadisten von ISIS (Islamischer Staat im Irak und in der Levante) sogar schon Zehnjährige. Zwar schließen sich Minderjährige auch freiwillig ISIS an, aber der überwiegende Teil wird zur Teilnahme am »Heiligen Krieg« gezwungen.

 

Der zehnjährige Abdullah ist laut The Daily Beast der jüngste Freiwillige, der an der Seite von ISIS im irakischen Mosul kämpft. The Daily Beast beschreibt, wie Abdullah ganz locker in einen örtlichen Supermarkt schlendert. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wäre der Junge nicht maskiert und hätte ein schweres Maschinengewehr dabei, »etwa so groß wie er selbst«. Angeblich rechnet Abdullah der Sache, für die ISIS kämpft, gute Chancen aus.

 

»Wir glauben, ISIS wird ganz Irak und Persien erobern und Jerusalem befreien«, sagte ein bewaffneter Mann, von dem die Nachrichtenwebsite annahm, er sei für den kleinen Jungen verantwortlich. »Sie haben einen Traum, und ihr Traum ist es, ein Kalifat zu errichten.«


ISIS hat mittlerweile große Teile des nördlichen Iraks erobert und verfügt Schätzungen zufolge über 7000 bis 10 000 Kämpfer.

 

Die Millionenstadt Mosul wurde vor zwei Wochen von ISIS überrannt. Dort seien angeblich 4000 Kämpfer stationiert und man suche händeringend nach Verstärkung, so The Daily Beast.

 

Direkt nach der Eroberung begannen die sunnitischen Dschihadisten deshalb, nach jungen Männern zwischen zehn und 30 Jahren zu suchen – sie sollen dabei helfen, »die eroberten Territorien zu kontrollieren, und an anderen Fronten im Irak in die Kämpfe eingreifen«.


Der zehnjährige Abdullah schloss sich ISIS freiwillig an, um es seinem Vater und seinem Bruder gleichzutun, aber die Organisation hat auch einige Jungen gewaltsam aus ihren Familien gerissen und zum Mitmachen gezwungen.

 

In Iraks Nachbarland Syrien beispielsweise wurde der 14-jährige Mohammed aus Rakka in ein ISIS-Lager gelockt, wie The Syria Deeply berichtete. Er sei überzeugt gewesen, im speziell für Jungen ab 15 gedachten Lager würden der Koran und die Grundlagen des Islam gelehrt, so Mohammed.

 

»ISIS sagte, das sei Sinn und Zweck des Lagers«, sagte der Teenager gegenüber The Syria Deeply. Doch es standen noch andere Dinge auf dem Lehrplan. »Die Ausbildung war in zwei Teile unterteilt. Im Religionsunterricht wurde uns ihre Deutung des Islam beigebracht, die extremistischen Wege, die sie befolgen, und was alles notwendig sei, um ein Kalifat zu errichten – ihr letztendliches Ziel. Parallel versuchen sie, uns von der Ideologie des Dschihad zu überzeugen, beispielsweise von den Vorzügen des Märtyrertums«, so Mohammed.

 

Daneben standen auf dem »Lehrplan« für den 25-tägigen »Kurs« auch Kampfausbildung und Waffenkunde. Natürlich sind Abdullah und Mohammed beileibe nicht die einzigen Kinder, die für ISIS kämpfen. Vergangene Woche strahlte der Sender ITV Aufnahmen aus von jungen Knaben mit Sturmgewehren, die in Lastern voller Kämpfer durch das eroberte Mosul paradieren.

 

Darüber hinaus gibt es Fälle von Kindern, die von ISIS entführt und einer »Gehirnwäsche« unterzogen wurden. 159 Teenager wurden im Mai im syrischen Aleppo verschleppt, das Schicksal von 133 dieser Jugendlichen ist unklar.

 

Zwei Jungen konnten entkommen und erzählten den Medien, dass ISIS Kinder zur Teilnahme am Scharia-Unterricht und zu Lektionen in dschihadistischer Ideologie zwinge. Wer sich nicht ordnungsgemäß verhielt, wurde geprügelt.

 

Human Rights Watch veröffentlichte am 24. Juni einen Bericht, in dem es hieß, dass speziell ISIS in Syrien Kinder mithilfe von Gratisunterricht rekrutiere. Teil des Unterrichts sei auch Waffenkunde. Den Kindern wurden dann gefährliche Aufgaben bis hin zu Selbstmordattentaten übertragen. Und die Vereinten Nationen schrieben Mitte Mai in ihrem Jahresbericht: »Kinder, die an der Seite von ISIS (in Syrien) kämpfen, werden wie Erwachsene bezahlt (35 000 syrische Pfund, etwa 170 Euro) und durchlaufen Waffenausbildung und dschihadistische Indoktrination.«

 

 

 

 


 

 


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