Wednesday, 28. September 2016
07.11.2013
 
 

Ein weiteres Erdbeben in der Nähe des Reaktors in Fukushima könnte Japans Bevölkerung dezimieren und zur Evakuierung der amerikanischen Westküste führen

Redaktion

Das weitgehend zerstörte Kernkraftwerk in Fukushima im Norden Japans ist derart angeschlagen, dass ein weiteres Erdbeben eine erneute Katastrophe auslösen könnte, die unter der japanischen Bevölkerung zu vielen Todesopfern führen könnte. Auch eine Evakuierung weiter Teile der amerikanischen Westküste könnte in einem solchen Fall notwendig werden, warnte der bekannte japanisch-kanadische Wissenschaftler David Suzuki.

Auf einem Symposium über Wasserökologie erklärte er, die japanische Regierung habe über das wahre Ausmaß der Nuklearkatastrophe in Fukushima im März 2011 massiv und durchgängig gelogen. Grund für die Vertuschung sind seiner Meinung nach geheime Absprachen der

Regierung mit dem Betreiberkonzern Tokyo Electric Power Company (TEPCO).

 

»Die Lage in Fukushima ist schrecklicher, als ich mir je vorgestellt habe«, sagte er und fügte hinzu, ein weiteres Erdbeben könnte eine weitere nukleare Katastrophe auslösen. »Der vierte Reaktorblock wurde so schwer beschädigt, dass man befürchten muss, ein weiteres Erdbeben der Stärke sieben oder höher würde das Gebäude völlig zerstören, und dann wäre hier die Hölle los.« Die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens der Stärke sieben oder höher liege in den kommenden drei Jahren bei 95 Prozent. »Wenn der vierte Reaktorblock von einem Erdbeben betroffen wird und die dort gelagerten Brennstäbe freigelegt und nicht mehr gekühlt werden, dann kann man nur noch sagen: ›Das war‘s für Japan‹. Die gesamte amerikanische Westküste müsste dann evakuiert werden. Und wenn das keine erschreckenden Aussichten sind, dann weiß ich es auch nicht«, meinte er weiter.

 

»Zu großer Stolz«


Eingehend auf die Versuche der japanischen Regierung, die Krise unter Kontrolle zu bringen, kritisierte er, die Wissenschaftler und Techniker, die mit der Sicherheit des Kraftwerks beauftragt seien, »wissen nicht, was zu tun ist. Jetzt ist es dringend geboten, eine internationale Expertengruppe hinzuzuziehen, die befugt wäre, alles Erforderliche in die Wege zu leiten«. Dem stehe aber der »Stolz« der japanischen Regierung im Wege, die nicht bereit sei, zuzugeben, dass genau dieser Schritt jetzt notwendig sei.

 

Suzuki bezeichnet die derzeitigen Pläne, den Boden um die Reaktoren herum einzufrieren, um auf diese Weise radioaktive Lecks zu verhindern, als »Blödsinn«.

 

Das Unternehmen TEPCO hat das Angebot der amerikanischen Regierung, bei der schwierigen Reinigung und Stilllegung der Anlage in Fukushima zu helfen, angenommen. Expertengruppen werden Mitte November damit beginnen, die abgebrannten Brennstäbe aus dem vierten Reaktorblock zu entfernen. Der gesamte Stilllegungs- und Reinigungsprozess wird wahrscheinlich Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Jeder Fehler bei dieser gefährlichen Operation könnte erhebliche Mengen hochgefährlicher radioaktiver Strahlung in die Atmosphäre freisetzen oder eine starke Explosion auslösen.

 

Die Ärztin Dr. Helen Caldicott bezeichnete das bei der Entfernung der Brennstäbe existierende Risiko gegenüber RussiaToday als »erschreckend hoch«, da die Gefahr sehr groß sei, dass radioaktive Strahlung freigesetzt werde. »Zwei Brennstäbe könnten im Verlauf der Arbeiten miteinander in Berührung kommen. Dies passiert immer wieder, und dabei könnte es zu einer Kernspaltungsreaktion und einer erheblichen Freisetzung von Strahlung kommen.«

 

Suzuki ist in Kanada und darüber hinaus ein bekannter Umweltschutzaktivist und emeritierter Genetikprofessor der Universität von British Columbia. Seit den 1970er Jahren moderiert er das bekannte Fernseh-Wissenschaftsmagazin The Nature of Things. Auch seine Bücher haben weite Verbreitung gefunden. Die Art und Weise des Umgangs der japanischen Regierung mit der Krise hat er lautstark kritisiert.

 

Trotz seiner Prominenz in Kanada musste Suzuki in der Vergangenheit von den Medien auch Kritik einstecken. Man warf ihm vor, mit zweierlei Maß zu messen, und auch seine Glaubwürdigkeit als Wissenschaftler wurde in Zweifel gezogen. Seine Fernsehauftritte trugen zwar dazu bei, die Gesellschaft dazu anzuhalten, weniger fossile Brennstoffe zu verbrauchen und einen nachhaltigeren Lebensstil zu pflegen. Er selbst aber zieht es vor, in einem der exklusivsten Viertel in Vancouver zu leben. Auch seine vielen Flugreisen haben ihm Kritik eingebracht.

 

Was nun die gegenwärtige Lage in Fukushima angeht, teilen einige Wissenschaftler Suzukis Befürchtungen. Der Nukleartechnologie-Historiker Robert Jacobs erklärte gegenüber RussiaToday, weitere Zerstörungen am vierten Reaktorblock seien durchaus möglich. »Sollte dieses Gebäude einstürzen, was durchaus möglich ist, könnte dies dazu führen, dass diese abgebrannten Brennstäbe über eine große Fläche verteilt werden. Dann wäre die Durchführung der Olympischen Winterspiele 2020 in Tokio unmöglich. Zudem könnte es zu den verschiedensten gesundheitlichen Problemen in ganz Nordjapan und der Region Tokio selbst kommen«, sagte er.

 

 

 

 


 

 

 

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