Sunday, 19. May 2013
18.08.2012
 

Hacker-Angriffe auf Marsrover Curiosity?

Redaktion

Entweder planen Hacker, den Mars zu erobern, oder das FBI betreibt die vielleicht größte abwegige Fallensteller-Operation seiner Geschichte. Angeblich wurde nämlich über das Internet um Hilfe beim Hacken des Marsrovers Curiosity der NASA gebeten.

Laut einem zunächst in PCMag veröffentlichten Bericht hat ein User des Internet Relay Chat in einem Raum, der von Vertretern der Anonymous-Hackergemeinde besucht wird, nachgefragt, wie er sich unbefugten Zugang zu Curiosity verschaffen könnte, dem 2,5 Milliarden Dollar teuren Rover, der zurzeit die Oberfläche des roten Erdnachbarn untersucht.

 

 

Ein Chat-Log, den PCMag von einem Gespräch innerhalb des »AnonOps«-IRC-Channels erhalten hat, enthält angeblich die Mitteilung eines Users, der unter der Online-Identität »MarsCuriosity« kommuniziert. Bedenkt man, dass es sich um einen möglichen Aufruf zu einer interstellaren Hacker-Operation handelt, ist »Curiosity« (»Neugierde«) wohl reichlich untertrieben.

 

»Kann irgendjemand in Madrid, Spanien, oder Canberra helfen, das riesige Kontrollsignal für das Mars-Odyssey/Curiosity-System zu isolieren? Cypher and hopping ist ein Standard-Modus, ich brauche nur die Grundfrequenz und Aufzeichnungen/Feed des riesigen ausgehenden Signals. (Ja, wir können es in beiden Richtungen manipulieren!)«, schreibt der User.

 

Die Anfrage, die über Internet Relay Chat gerichtet wird, kommt nur Tage nachdem Damon Poeter von PCMag einen ausführlichen Artikel zum Thema: »Wie der Curiosity-Rover der NASA gehackt werden kann« veröffentlicht hatte.

 

»Wir empfehlen niemandem, dies tatsächlich zu versuchen«, warnt Poeter einleitend. »Lasst die Wissenschaft ihr Ding machen, Leute!«

 

»Wie wir aus Gesprächen mit mehreren Hackern, Crackern und Security-Profis herausgefunden haben, ist es unerschwinglich, das zu schaffen – die Leute, die über die Ressourcen verfügen, Curiosity tatsächlich zu gefährden (*hust* China *hust*) brauchen unseren zusammengestoppelten Rat nicht, wie sie das schaffen«, setzt Poeter noch hinzu.

 

»Mit anderen Worten: Ein staatlich unterstützter Akteur könnte vielleicht die NASA-Raupe übernehmen, aber die Skriptkiddies haben hier keine Chance.«

 

Doch ungeachtet der Hindernisse beim Hacken eines ferngesteuerten Rovers in mehr als 550 Millionen Kilometern Entfernung: Irgendjemand, entweder ein cleverer Anon oder sogar ein Undercover-Agent-Provocateur hat einen Hilferuf gepostet. PCMag hat den Versuch schnell publik gemacht, mit dem Hinweis, der fragliche Nutzer mache vielleicht einen Scherz, oder er sei ein echter Hacker, der wild entschlossen sei, seine eigene Sammlung von Marsstaub anzulegen.

 

Der Aufruf wurde ursprünglich von Flashpoint Partners entdeckt, einer Dienstleistungs-Beratungsfirma, die Anonymous beobachtet, und das bereits seit Monaten, wenn nicht gar länger. Laut PCMag haben die Angestellten von Flashpoint »viel Erfahrung innerhalb von Hacker-Communities… die sie durch jahrelange passive Beobachtung und aktive Mitarbeit in Hackerkreisen erworben haben.«

 

Laut dem Bericht in PCMag vermutet Josh Lefkowitz, bei dem Alias »MarsCuriosity« habe es sich möglicherweise um einen einmaligen User-Account gehandelt, der speziell für den versuchten Hackerangriff angelegt wurde. »Es kann sogar sein, dass es sich bei dem Poster um jemanden handelt, der gegen Anonymous agiert, oder um einen Vertreter der Strafverfolgungsbehörden, der Mitglieder des Kollektivs aus der Reserve locken will.«

 

Angesichts der FBI-Infiltration der [Hackergruppe] LulzSec im vergangenen Jahr und des an die große Glocke gehängten Skandals um Sabu, den vermeintlichen Anführer, der zum Spitzel wurde, ist es nicht ganz und gar unmöglich, dass die Anons in die Falle einer außerirdischen Operation gelockt werden sollen.

 

Wie Examiner.com berichtet, hat Flashpoint eine Warnung an die Kunden herausgegeben, wonach tatsächlich – wenn es auch unwahrscheinlich ist – versucht werden könnte, den Rover zu hacken. In der Vergangenheit hat Flashpoint die Arbeit von Anonymous sehr ernst genommen. Roger W. Cressey, Aufsichtsratsmitglied von Flashpoint, hat öffentlich über andere Operationen gesprochen, die mit Anonymous in Verbindung gebracht werden. Gegenüber der New York Times erklärte er Anfang dieses Jahres, solche Aktionen sollten der Sicherheits- und Intelligence-Community als »Weckruf« dienen: »Jedes Unternehmen, das sich selbst auf die Schultern klopft und sagt, es sei kein Ziel einer Attacke oder auch nicht angreifbar, verkennt die Realität.« Cressey ist Vizepräsident von Booz Allen Hamilton, ihm werden auch Verbindungen zum US National Security Council nachgesagt.

 

Quelle: Russia Today

 

 

 


 

 

 

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