Dienstag, 6. Dezember 2016
11.07.2015
 
 

Lampedusa vor der Haustüre: Flüchtlingsdrama in Calais

Redaktion

Seit mehr als zwei Wochen blockieren streikende Seeleute im nordfranzösischen Calais den Verkehr durch den Eisenbahntunnel unter dem Ärmelkanal. Die Lage ist explosiv und droht zu eskalieren. Der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V. hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben, die deutsche Journalisten boykottieren. Nachfolgend der Text.

 

Dass der Güterverkehr mit Großbritannien derzeit zum Erliegen kommt, ist für die betroffenen Logistiker existenzbedrohlich – wirklich empörend ist dabei der Hintergrund: In Calais haben sich Hüttensiedlungen an der Zufahrt zum Hafen gebildet, in denen Flüchtlinge auf eine Überfahrt nach Dover warten – auf eine illegale Überfahrt, denn Großbritannien versucht, sich mit intensiven Kontrollen und strengen Einwanderungsbestimmungen gegen den Flüchtlingsstrom abzuriegeln.

 

Wird ein Lkw kurz abgestellt und nicht bewacht, öffnen die Migranten die Ladefläche und verstecken sich zwischen den Paletten. Diese Situation besteht schon seit Jahren und das wissen die Zollbehörden, die mit Atemluftkontrollen und Röntgenaufnahmen gegen die illegale Einwanderung angehen.

 

Auch die Logistiker haben ihre Lkw mit Vorhängeschlössern gesichert, ihre Fahrer angewiesen, ab Belgien bestimmte Rastplätze zu meiden und Checklisten zu führen, wie oft sie den Lkw nach einem kurzen Halt gründlich kontrolliert haben.

 

Wer als Lkw-Fahrer diese Sicherheitsroutinen nicht anwendet und mit Flüchtlingen an Bord erwischt wird, ist sofort in den Augen der Einwanderungsbehörden ein Schleuser und Menschenschmuggler, natürlich mit drakonischen Strafen. Eine Unschuldsvermutung gibt es nicht, die Beweislast liegt beim Fahrer. Doch wie gesagt: Diese Situation besteht seit vielen Jahren und ist zum traurigen Alltag der Logistik geworden.

 

Bilder wie in einem schlechten Horrorfilm

 

Jetzt ist die Situation jedoch eskaliert: Dadurch, dass die Mitarbeiter einer Fährgesellschaft wegen einer Firmenübernahme streiken, kommt es zu endlosen Staus vor dem Hafen und der Zugverbindung durch den Eurotunnel, und die Lkw kommen so zum völligen Stillstand.

 

Die schiere Anzahl der Flüchtlinge, die in Calais jetzt auf mehrere Tausend angewachsen ist, hat die Verzweiflung der Menschen so weit getrieben, dass jegliche Hemmungen weggefallen sind: Sie verstecken sich nicht mehr heimlich, sondern entern die Lkw regelrecht. Dutzende Menschen umzingeln am helllichten Tag die Fahrzeuge, brechen Ladetüren und Staukästen auf, schneiden sogar Löcher in die stabilen Dächer der Sattelauflieger. Reicht der Platz nicht, wird Ladung einfach auf die Straße geworfen.

 

Die Fahrer haben längst aufgegeben. Wer sich wehren will, wird massiv bedroht – Hauptsache, man kann den Vorwurf der Mittäterschaft entkräften. Die einst beliebte Strecke über den Ärmelkanal ist für die Fahrer zum Alptraum geworden.

 

Flüchtlingsproblem ungelöst

 

Die Logistiker fühlen sich im Stich gelassen. Zwar hat auf Intervention unseres Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) die deutsche Regierung das Thema in Paris vorgebracht und dort das Versprechen erhalten, dass die Lage der Flüchtlinge gelöst werden soll – bei diesem Versprechen aus Frankreich ist es jedoch geblieben. Wir fordern, dass Europa endlich hinsieht und handelt. Die Fahrer dürfen nicht als schwächstes Glied in der Kette dazu missbraucht werden, dass im Europa des 21. Jahrhunderts eine Flüchtlingskrise einfach weiter ignoriert werden kann.

 

 

 

.

Leser-Kommentare (61) zu diesem Artikel

15.07.2015 | 12:17

Werner

Ein sehr, sehr schwacher und unpolitischer Text dieses Verbandes Verkehrswirtschaft, lächerlich zahm und zahnlos. Eben typisch für die Feigheit der gesamten Wirtschaft in Deutschland, die ja nicht mal die Sanktionen angreift, die gegen Rußland verhängt sind. Lieber gehen sie alle kaputt. Na denn... Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.


14.07.2015 | 22:23

Konrad Georg

Ach Rote Zora, eine ganz banale Anfrage: Wie viele Buben haben die Frauen dort vorsorglich abgetreiben, damit genug überschüssige Mädchen als Weiber für die massenhaft einströmenden gut genährten jungen Muslime zur Verfügung stehen? Weitere Fragen erspare ich mir, Sie Gutmensch(.......) Meine Großmutter väterlicherseits, die Frau eines Häuslers, die Feldraine abmähte und das Gras in der Kirm heimtrug, um damit die einzige Kuh zu füttern - äh- die ukrainischen...

Ach Rote Zora, eine ganz banale Anfrage: Wie viele Buben haben die Frauen dort vorsorglich abgetreiben, damit genug überschüssige Mädchen als Weiber für die massenhaft einströmenden gut genährten jungen Muslime zur Verfügung stehen? Weitere Fragen erspare ich mir, Sie Gutmensch(.......) Meine Großmutter väterlicherseits, die Frau eines Häuslers, die Feldraine abmähte und das Gras in der Kirm heimtrug, um damit die einzige Kuh zu füttern - äh- die ukrainischen "Großbauern", Kulaken genannt, hatten vielleicht 2, 3 Kühe mehr, die Stalin dem Hungertod auslieferte, äh - hatte einen Spruch, den mir meine Mutter überlieferte: "Gutheit ist ein Trumm von der Liderlichkeit!". Damit keine Mißverständnisse auftreten, ein Trumm ist ein gewaltiges Stück.


14.07.2015 | 07:26

Stepher

Mehr als zehn Jahre bin ich als Trucker diese Route nach England zwei bis dreimal die Woche gefahren. Seit mehr als zehn Jahren werden wir Fahrer von den Mistkerlen bedroht. Zuletzt standen nachts auf Beau Marais ca. 8 Verbrecher mit Dolchen in der Hand vor meiner Tür und verlangten daß ich öffne. Einen konnte ich abwehren durch einen gezielten Faustschlag (bin ehem. Taekwondoo Kämpfer). Doch was sich da abspielt ist unnormal. Fährste weiter überziehste die Lenkzeit und mußt mit...

Mehr als zehn Jahre bin ich als Trucker diese Route nach England zwei bis dreimal die Woche gefahren. Seit mehr als zehn Jahren werden wir Fahrer von den Mistkerlen bedroht. Zuletzt standen nachts auf Beau Marais ca. 8 Verbrecher mit Dolchen in der Hand vor meiner Tür und verlangten daß ich öffne. Einen konnte ich abwehren durch einen gezielten Faustschlag (bin ehem. Taekwondoo Kämpfer). Doch was sich da abspielt ist unnormal. Fährste weiter überziehste die Lenkzeit und mußt mit hohen Geldstrafen rechnen. Es wird Zeit, daß wir Fahrer mal streiken und zwar solange bis es nichts mehr zu kaufen gibt - dann habt ihr euren Bürgerkrieg - versprochen!!


13.07.2015 | 19:04

Gerd

@ Hotte Sie schreiben, die Afrikaner kommen, weil es in Afrika Stammeskrieg und Clanfehden gibt. Aber davor flieht man doch nicht in einen anderen Kontinent, allenfalls in ein Nachbarland. Außerdem ist es auffallend, dass fast nur sehr junge wehrfähige Männer flüchten. Wenn es in deren Heimatländern so gefährlich ist, warum lassen sie dann ihre Familien in der Gefahr zurück? Es gab mal Zeiten, da hätte kein junger starker Mann wehrlose Frauen zurück gelassen. Oder ist die...

@ Hotte Sie schreiben, die Afrikaner kommen, weil es in Afrika Stammeskrieg und Clanfehden gibt. Aber davor flieht man doch nicht in einen anderen Kontinent, allenfalls in ein Nachbarland. Außerdem ist es auffallend, dass fast nur sehr junge wehrfähige Männer flüchten. Wenn es in deren Heimatländern so gefährlich ist, warum lassen sie dann ihre Familien in der Gefahr zurück? Es gab mal Zeiten, da hätte kein junger starker Mann wehrlose Frauen zurück gelassen. Oder ist die Ursache der Flucht eine ganz andere, nämlich dass ein Land in Mitteleuropa lockt, das ein angenehmes Leben ohne Arbeit verspricht, mit hohen Sozialleistungen, von denen ein Teil an die Familie in der Heimat geschickt werden kann?.Ich habe mal ein Interview im Fernsehen gesehen, in dem eine Mutter in Afrika darüber klagt, dass Länder wie Deutschland die Jugendlichen dazu verlockt auszuwandern. Ihr eigener Sohn war dabei Opfer der Schlepper geworden.


13.07.2015 | 18:20

Tömmchen

@HotteZuerst mal stört mich das "wir" in deiner Schuldfrage zu den Flüchtlingen. "Wir" haben ganz gewiss nicht die Kriege zwischen den afrikanischen Staaten zu verantworten, sondern korrupte Politiker und Waffenlieferanten. "Wir" (d. h. die westliche Welt) haben den Entwicklungsländern wohl an die 100 Mrd Dollar Entwicklungshilfe gezahlt, aber das meiste verschwindet bei irgendwelchen Warlords oder Dikatoren. Und wo bitte ziehst du die Grenze? Bei 5...

@Hotte
Zuerst mal stört mich das "wir" in deiner Schuldfrage zu den Flüchtlingen. "Wir" haben ganz gewiss nicht die Kriege zwischen den afrikanischen Staaten zu verantworten, sondern korrupte Politiker und Waffenlieferanten. "Wir" (d. h. die westliche Welt) haben den Entwicklungsländern wohl an die 100 Mrd Dollar Entwicklungshilfe gezahlt, aber das meiste verschwindet bei irgendwelchen Warlords oder Dikatoren. Und wo bitte ziehst du die Grenze? Bei 5 Mio, oder 10 Mio Flüchtlingen? Wir haben doch nicht die geringste Ahnung, wen wir da in unser Land lassen. Und du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die unseren wirtschaftsschwachen Regionen wieder zu neuem Leben verhelfen?
Gerade wir Deutschen, denen man durch Einimpfung eines General-Schuldkomplexes zu willigen Zahlern umerzogen hat, haben mehr als genug gezahlt. Hilfe o.k., aber nicht zu jedem Preis.


13.07.2015 | 08:28

John Galt

Was für ein Gutmensch....Ähhh...christlich-konservativer?: http://www.welt.de/politik/deutschland/article143884918/CDU-Politiker-teilt-sein-Zuhause-mit-Fluechtlingen.html

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Grüne »Willkommenskultur«: Benimmkurse für Flüchtlinge, um Frauen und Mädchen in Ruhe zu lassen

Michael Grandt

Die Grünen setzen sich wie keine andere Partei für die Aufnahme von Flüchtlingen ein. Sogar Kleinstädte werden mit immer mehr Menschen überfrachtet. Ein Beispiel dafür ist Meßstetten auf der Schwäbischen Alb. Was sich in diesem Örtchen ereignet, ist ein erschreckendes Synonym für die völlig verirrte Willkommenskultur, die uns allenthalben von den  mehr …

Die überdehnte Illusion – Europa steht am Abgrund

Markus Gärtner

Die Schuldengespräche mit Griechenland brechen auf der Ziellinie zusammen. Das Land wird pleite sein, bevor die Griechen am 5. Juli abstimmen können. Die Dreifach-Krise der EU aus Schulden-Poker mit Athen, ungelösten Flüchtlingsströmen und dem islamischen Terror legt die Fehlkonstruktionen und das miserable Krisenmanagement im europäischen  mehr …

Sissi-Land in Flüchtlingshand: Sozialer Frieden in Österreich gefährdet?

Torben Grombery

In Österreich ächzen tagtäglich mehr Städte und Gemeinden unter der Last des unkontrollierten Zustroms von Armutszuwanderern, Flüchtlingen und Asylbewerbern. So halten sich offiziellen Angaben zufolge allein in Traiskirchen, einer Kleinstadt mit rund achtzehntausend Einwohnern, aktuell rund 3000 Flüchtlinge auf – Tendenz täglich steigend. Wegen  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Britische Regierung: EU-Staaten werden Krieg gegeneinander führen

Udo Ulfkotte

Der Euro und die EU werden den Bürgern von den EU-Hintermännern gern als »Friedensprojekte« verkauft. Nach den Schweizern bereiten sich nun allerdings auch die Briten auf Kriege inmitten Europas vor.  mehr …

Grüne »Willkommenskultur«: Benimmkurse für Flüchtlinge, um Frauen und Mädchen in Ruhe zu lassen

Michael Grandt

Die Grünen setzen sich wie keine andere Partei für die Aufnahme von Flüchtlingen ein. Sogar Kleinstädte werden mit immer mehr Menschen überfrachtet. Ein Beispiel dafür ist Meßstetten auf der Schwäbischen Alb. Was sich in diesem Örtchen ereignet, ist ein erschreckendes Synonym für die völlig verirrte Willkommenskultur, die uns allenthalben von den  mehr …

Was deutsche Medien verschweigen: Die CIA und der Countdown in Athen

Udo Ulfkotte

Ein mit der CIA verwobenes Unternehmen kann theoretisch ganz nach Belieben den Ausgang der Abstimmung in Griechenland beeinflussen. Denn an diesem Sonntag stellt in Athen die IT-Technik für die Abstimmung …? Raten Sie mal …  mehr …

Die überdehnte Illusion – Europa steht am Abgrund

Markus Gärtner

Die Schuldengespräche mit Griechenland brechen auf der Ziellinie zusammen. Das Land wird pleite sein, bevor die Griechen am 5. Juli abstimmen können. Die Dreifach-Krise der EU aus Schulden-Poker mit Athen, ungelösten Flüchtlingsströmen und dem islamischen Terror legt die Fehlkonstruktionen und das miserable Krisenmanagement im europäischen  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.