Tuesday, 27. September 2016
18.12.2014
 
 

Rettet China den Rubel? Erste globale Feuerwehr-Aktion ohne den Dollar

Redaktion

Muss China den Russen helfen, um den Kollaps des Rubels einzudämmen? Den ersten Hinweis darauf gibt heute die in Hong Kong erscheinende South China Morning Post (SCMP). Aus der Devisenbehörde SAFE in Peking kommen die ersten Signale dafür. Kommt es zu der Rettungsaktion, dann wäre das die erste globale Feuerwehr-Aktion zugunsten einer angeschlagenen Währung ohne den Dollar. Das wäre ein weiterer Nagel im Sarg des Greenbacks.

»Russland könnte China in der Krise um Hilfe bitten«, lautet die unmissverständliche Schlagzeile der SCMP. Demnach beobachtet die chinesische Devisenbehörde die Kursentwicklung des Rubels genau.

Dort stellt sie heute früh fest, dass Russlands Notenbank kräftig den Kurs der eigenen Währung nach oben schiebt, weil die wichtige jährliche Pressekonferenz von Präsident Putin vor mehr als 1200 Journalisten ansteht.

 

Doch bemerkenswert ist nicht nur die Stütze zugunsten des Rubels gegenüber dem US-Dollar. Auch im Vergleich zu Chinas Yuan legt der Rubel zu. Und das schon seit Dienstag früh. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Chinesen vielleicht schon den Rubel stabilisieren helfen.

 

Seit dem Dienstag hat der Rubel gegenüber dem chinesischen Yuan um rund 20 Prozent zugelegt. China kann auf Basis des erst im Oktober mit Russland vereinbarten Swap-Abkommens agieren. Dieses hat ein Volumen von umgerechnet 24,1 Milliarden Dollar und dient dazu, in Krisenzeiten wie jetzt direkt von einer der beiden Währungen – Yuan oder Rubel – in die andere zu tauschen und damit die Nachfrage zu erhöhen, was den Kurs stützen kann. Die Vereinbarung ist klar politisch motiviert, denn sie hilft, den Dollar bei gegenseitiger Hilfe auszuschalten.

 

Sollte sich die Rettungsaktion bestätigen, wäre es auch das erste Mal, dass China mit seiner Währung die Devise eines anderen großen Landes stützen hilft.

 

»Russland braucht dringend Liquiditätshilfe, und diese Swap-Vereinbarung stellt ein wichtiges Werkzeug dar«, zitiert die SCMP den Chefökonomen Lian Ping bei der chinesischen Bank of Communications, einer der vier führenden Staatsbanken.

 

Dass der Swap-Deal zwischen China und Russland, der jetzt zum Tragen kommen dürfte, mehr als nur ein ökonomisches Werkzeug ist, daran erinnert der Vorsitzende des Finanzinvestors Yinshu Capital in Shanghai, Wang Feng: »Der Yuan-Rubel-Swap hat politische Implikationen, weil er ein Ausdruck gegenseitigen Vertrauens ist.«

 

Ob die Mittel aus dem Swap-Vertrag am Ende reichen werden, um den Rubel zu stabilisieren, wird allerdings selbst in China von manchen bezweifelt.

 

Li Lifan, ein Devisenspezialist bei der Shanghai Academy of Social Sciences, hält selbst den Einsatz der gesamten Swap-Linie von über 24 Milliarden Dollar nicht für ausreichend. Er erwartet, dass Chinas Notenbank zunächst etwa 15 Milliarden Yuan (2,4 Mrd. Dollar) zur Stützung des Rubels einsetzen wird, um ein Zeichen zu setzen und die Märkte zu beruhigen.

 

Der Wert des Rubels gegenüber dem Dollar hat sich im Verlauf dieses Jahres halbiert. Das bedeutet nicht nur galoppierende Inflation für die Konsumenten in Russland, sondern auch einen schroffen Rückfall für Russland in den globalen Statistiken.

 

Das Land war Anfang 2014 die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Jetzt rangiert Russland an 15. Stelle, auf Augenhöhe mit Mexiko und Indonesien.

 

 

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Leser-Kommentare (19) zu diesem Artikel

21.12.2014 | 17:54

Frank

China kennt die Agenda der US- amerikanischen Langnasen, zunächst Russland destabilisieren und kassieren, und dann ist China dran, teile und herrsche. Und da sie das wissen, wird es für das Transatlantikpack ganz schwer, mit diesem perfiden Plan durchzukommen. Ich wünsche mir EINiGKEIT unter denen, die diesem Gesindel an den Schluck gehen, EINIGKEIt in der Welt, um dieses parasitäre Gesocks dorthin zu bringen, wo der Mond nicht scheint. Achtung vor W. Putin, es sind die gleichen...

China kennt die Agenda der US- amerikanischen Langnasen, zunächst Russland destabilisieren und kassieren, und dann ist China dran, teile und herrsche. Und da sie das wissen, wird es für das Transatlantikpack ganz schwer, mit diesem perfiden Plan durchzukommen. Ich wünsche mir EINiGKEIT unter denen, die diesem Gesindel an den Schluck gehen, EINIGKEIt in der Welt, um dieses parasitäre Gesocks dorthin zu bringen, wo der Mond nicht scheint. Achtung vor W. Putin, es sind die gleichen Feinde wie in den dreißiger Jahren, ihre Methoden sind die gleichen, und wenn wir sehen, wie ihre Helfershelfer in der Ukraine ( polnische Söldner ) wirken, dann sind auch diese die gleichen, die den WK zwo angezettelt haben.


20.12.2014 | 18:33

Rudolf Weissmueller

Eins dürfte wohl sicher sein daß den Chinesen der Russe im Rücken wohl lieber sein muß als amerikanische Vasallen .


20.12.2014 | 10:31

k.kirchner

wenn Deutschland eine gute Zukunft haben möchte, dann sollten wir sofort aus der EU und der Nato austreten, eine neue Wertegemeinschaft aus ca. 5 europäischen Ländern bilden und uns den BRICS anschließen. Amerika kann nur eines für uns tun .... uns in einen Krieg treiben.... mehr gewiß nicht.


19.12.2014 | 10:41

Elisa

@WassermannIch hoffe, Ihre Analyse stimmt und die Russen brauchen nicht wirklich ein Bail-out. Klar ist aber auch, egal wie niedrig die Schulden der Russen sind und wieviele Rohstoffe sie noch in ihrer Erde haben, sind sie nicht ausreichend liquide, laufen sie Gefahr, ein günstiger Übernahmekandidat zu werden. Das tönt jetzt absurd bzgl. Russland, doch jeder Firmenbesitzer weiss um diesen Sachverhalt nur zu gut Bescheid. Die kleinste Schuld kann unüberwindbar werden, fehlen zu...

@Wassermann

Ich hoffe, Ihre Analyse stimmt und die Russen brauchen nicht wirklich ein Bail-out.

Klar ist aber auch, egal wie niedrig die Schulden der Russen sind und wieviele Rohstoffe sie noch in ihrer Erde haben, sind sie nicht ausreichend liquide, laufen sie Gefahr, ein günstiger Übernahmekandidat zu werden. Das tönt jetzt absurd bzgl. Russland, doch jeder Firmenbesitzer weiss um diesen Sachverhalt nur zu gut Bescheid.

Die kleinste Schuld kann unüberwindbar werden, fehlen zu ihrer Tilgung innerhalb einer bestimmten Frist die Mittel. Sind Feinde da, werden sie diesen Schwachpunkt gnadenlos ausnützen.

Dies auch dann, wenn die Auftragsbücher voll sind und die Banken (hier die westlichen Auslandbanken) schon Kredite geben könnten, aber nicht wollen. Und wie schnell grosse Reserven aufgebraucht werden, falls die Einnahmen sich beträchtlich vermindert haben, weiss auch jeder Betrieb, der in einem finanziellen Engpass eine Zeitlang von der Substanz leben musste und deshalb mit Kreditgaben seitens der Banken grosse Schwierigkeiten bekam.

In diesem Sinne ist der neu-ökonomische Begriff "Bail-out" (englisch aus der Klemme helfen) in dieser Sache nicht einfach daneben. China stützt die russische Währung und das russische Wirtschaftssystem aus vielen und guten Gründen in dieser Krise wie eine Bank. Die Chinesen wissen, dass Russland ein starker Wirtschaftspartner mit grossem Potential ist. Und die Chinesen, Russen, Inder, Iraner, die übrigen Brics-Staaten, die eurasischen Staaten und neuerdings auch die Türken haben gemeinsame Interessen gegenüber den USA. Das macht sie stark und für die USA immer mehr zu einem unüberwindbaren Machtblock.


19.12.2014 | 09:52

Elisa

Der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems durch Finanztricks und Manipulationen sowie durch westlich per Militär erpresste Vorherrschaft wird Europa mit in den Abgrund reissen. Wer darüber etwas Schöneres denkt, träumt. Die in kurzer Zeit geschaffenen abgrundtiefen Feindseligkeiten seitens USA/EU/Israel gegenüber Russland sind nicht historisch gewachsen, sondern waren unübersehbar geplant. Sie lassen sich nicht einfach übertünchen, als wäre nichts gewesen. In der Politik und...

Der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems durch Finanztricks und Manipulationen sowie durch westlich per Militär erpresste Vorherrschaft wird Europa mit in den Abgrund reissen. Wer darüber etwas Schöneres denkt, träumt.

Die in kurzer Zeit geschaffenen abgrundtiefen Feindseligkeiten seitens USA/EU/Israel gegenüber Russland sind nicht historisch gewachsen, sondern waren unübersehbar geplant. Sie lassen sich nicht einfach übertünchen, als wäre nichts gewesen. In der Politik und Wirtschaft werden zwar Umschwünge oft wendig und ideologisch schlau herbeigeführt, aber diese bösartigen Feindseligkeiten vergessen Russland, China, Indien, Türkei und übrige Brics-Staaten, die anzahlmässig zunehmen, nicht einfach so mir nichts dir nichts.

Eine europäische Erholung wird nach einem Wirtschafts- und folglich auch Gesellschaftszusammenbruch lange dauern. Europa wäre gut beraten, einen Plan B zu erarbeiten, in dem die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den genannten Staaten betont voranzutreiben ist - und zwar ohne die Einmischung der USA. Letztere sollen mal für sich selbst schauen.


19.12.2014 | 05:48

kurt mäschli

@Wassermann, völlig richtig eingeschätzt ihr Kommentar, bin gleicher Meinung.

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