Sunday, 25. September 2016
30.08.2010
 
 

Ron Paul fordert Überprüfung der US-Goldreserven

Redaktion

Der republikanische Kongressabgeordnete aus Texas Ron Paul will im kommenden Jahr in den USA einen Gesetzesvorschlag einbringen, der eine Überprüfung der US-Goldreserven ermöglichen soll. Dies erklärte er in einem Exklusivinterview gegenüber Daniela Cambone von Kitco News.

Paul eröffnete diese Neuigkeit im Interview und wies darauf hin, sein Gesetzesvorschlag trage noch keinen offiziellen Namen, solle aber bekannt gemacht werden, wenn der Kongress nach den Zwischenwahlen im November neu zusammenträte.

»Wenn es keine Probleme dort mit dem Gold gegeben hätte, wären sie wohl darauf bedacht zu beweisen, dass es dort sei, würde man meinen«, sagte er mit Bezug auf die amerikanische Notenbank Federal Reserve.

Ron Paul unternimmt diesen Vorstoß nicht zum ersten Mal. »Als ich Anfang der 80er-Jahre dem Goldausschuss angehörte, drängte ich die anderen Mitglieder, den Kongress aufzufordern, die Goldreserven zu überprüfen – der Ausschuss besteht aus 17 Mitgliedern, 15 von ihnen stimmten mit Nein«, fuhr er fort. »Soweit ich weiß, fand bisher nur eine einzige Überprüfung vor 50 Jahren statt.«

Paul äußerte sich nicht zum Wahrheitsgehalt der Gerüchte, nach denen sich in Fort Knox oder der Federal Reserve überhaupt kein Gold mehr befände, aber er meinte: »Ich halte es für möglich.«

»Sollten wir jemals zu dem Entschluss kommen, unsere Währung wieder an Gold zu binden, sollten wir sicher wissen, wieviel Gold vorhanden ist. Unsere Notenbank Federal Reserve bekennt sich zu gar nichts, und sie sollten beweisen, dass das ganze Gold auch da ist. Es gibt Gründe für Misstrauen, und selbst wenn man kein Misstrauen hegt, warum sollte man gegen eine Überprüfung sein?«, fuhr er fort.

Die Forderung nach einer Überprüfung der Goldbestände schließt sich seinem im vergangenen Jahr geführten Feldzug gegen die Federal Reserve an. Ihr weist Ron Paul die Hauptschuld für die Wirtschaftskrise zu.

»Meiner Ansicht nach sollte es die Federal Reserve gar nicht geben – der Kongress sollte ihre Zuständigkeiten übernehmen, und dazu gehört auch herauszufinden, was sie überhaupt macht«, erklärte er weiter. »Sie verfügen über eine bedrohliche Macht, Geld praktisch aus dem Nichts zu schöpfen, gleichzeitig die weltweite Reservewährung zu sein und praktisch unbegrenzt Ausgaben zu finanzieren, seien sie für Kriege oder soziale Zwecke; es scheint seltsam, dass wir so nachlässig waren, uns nicht einmal die Bücher anzuschauen. Wenn wir genau wüssten, was sie machen, worum sie sich kümmern, hätte es eine wachsende Bewegung gegeben, das ganze System zu überdenken«, erklärte er gegenüber Kitco News.

Vor der Gründung der Federal Reserve durchlebten die Vereinigten Staaten allerdings 16 Rezessionen zwischen 1850 und 1910, die durchschnittlich jeweils 22 Monate anhielten. In dem genannten Zeitraum befanden sich die USA 60 von 91 Monaten in einer Rezession. Viele argumentieren daher, die Schwere dieser Rezessionen habe zur Bildung des Federal-Reserve-Systems geführt.

»Meiner Auffassung nach werden die Ereignisse vor 1913 übertrieben dargestellt«, fuhr Paul fort, »Es gab einige Paniken … Sie waren in der Regel kurz, und es kam nicht zu lang anhaltenden Depressionen. Die Federal Reserve schuf die (Finanz-)Blasen, und sie sind um vieles schlimmer als 1913. Wenn man an den Einfluss der Regierung und die Bewertung des Dollars denkt, hat der Dollar heute nur zwei Prozent des Werts, den er 1913 hatte.«

Jeder werfe ihm vor, er wolle zum Goldstandard zurückkehren, meinte Paul, aber diesen Schuh ziehe er sich nicht an. »Ich bin für einen Münzgoldstandard, und wir können das meiner Ansicht nach heute besser hinkriegen als früher. In der Zeit vor der Federal Reserve sind auch Fehler gemacht worden, aber es ist niemals zu einem so verheerenden Kaufkraftverlust gekommen. Es hätte keine Große Depression und keine Stagflation in den 70er-Jahren gegeben, und wir wären jetzt in einer besseren Situation.«

Seit der Gründung der Federal Reserve 1913 habe der Dollar mehr als 96 Prozent seines Werts eingebüßt, und mit der extremen Ausweitung der Geldmenge verzerre die Notenbank weiterhin die Zinsraten und untergrabe absichtlich den Wert des Dollars, sagte er weiter.

Paul setzt sich für eine ersatzlose Abschaffung der Federal Reserve ein. Dies würde den Dollar stark machen. »Und wer will schon, dass eine Währung abgewertet wird? Ich will einen starken Dollar, und mit einer Golddeckung bliebe er stark«, erklärte er.

Seiner Meinung nach sollten die Menschen selbst die Entscheidungsfreiheit haben. »Ich schlage vor in die Verfassung aufzunehmen, dass Gold und Silber als gesetzliches Zahlungsmittel in einem parallelen Standard zugelassen werden und praktisch in eine Art Wettbewerb mit Papiergeld treten. Wenn die Menschen der Papierwährung überdrüssig sind, können sie zu Gold oder Silber als Zahlungsmittel greifen.«

Auf das Thema Manipulation des Goldpreises angesprochen, entgegnete er: »Ich halte es für wahrscheinlich. Ich kann es nicht beweisen, aber andere haben diesen Aspekt umfassend untersucht. Einer der Gründe, warum ich nicht näher darauf eingehe, hat damit zu tun, dass sie uns nicht zuhören werden. Es ist aber extrem wichtig, dass man darüber spricht und die Bedeutung klarmacht, als Warnung zur Vorsicht. Man muss sich nicht nur Gedanken darüber machen, wie die Märkte handeln werden, man muss sich auch damit befassen, was die Regierung unternimmt.«

Eines der klarsten Beispiele, wie das Verhältnis von Gold zu Papierwährung manipuliert wurde, sei der Zeitraum von 1950 bis 1971, fuhr Paul fort. »Wir druckten Geld als Zahlungsmittel, wir druckten zu viele Dollars gegenüber dem vorhandenen Gold, so erklärten sie, ›wir nehmen euer Gold‹ … Wenn sie das eine können, können sie das andere auch, weil sie um jeden Preis verhindern wollen, dass sie auffliegen.« Wenn die Märkte zu verstehen gäben, dass sie dem Papiergeld nicht mehr trauen, versuche die Federal Reserve alles um den Goldpreis zu zerstören, ergänzte er.

Er erinnere sich an ein Treffen mit dem früheren Vorsitzenden der Federal Reserve Paul Volcker. Dieser habe sich unmittelbar nach Betreten des Raums direkt an einen Mitarbeiter gewandt und nach dem Goldpreis gefragt. »Sie wissen, dass Gold wichtig ist. Sie haben meiner Ansicht nach ein großes Interesse daran, den Goldpreis zu manipulieren. Nur so können sie das Trugbild über Gold aufrechterhalten«, meinte er. »Sollten sie daran beteiligt sein, ist es dann nicht ziemlich erstaunlich, was im vergangenen Jahr passierte? Was wird dann erst geschehen, wenn sie das Handtuch werfen?« Die derzeitige Wirtschaftslage begünstige Gold. Die Menschen wollen ihr Geld schnellstmöglich irgendwo sicher anlegen. Dabei ist ihnen sogar egal, ob es Gewinne abwirft.

 

Neue Regulierungen

Auf die Frage, welche Regulierungen ihm gegenwärtig Sorgen bereite, entgegnete Paul: »Alle.« Er verwies dann aber besonders auf die »Bestimmung 1099«, die in diesem Jahr als Bestandteil der Gesundheitsreform verabschiedet worden war. »Für jede Transaktion mit einem Wert über 600 Dollar müssen Goldhändler jetzt ein Formular ausfüllen. Das schafft viel unnötigen Papierkram«, sagte der Abgeordnete. Unternehmen müssen das Steuerformular 1099 für die US-Bundessteuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) ausfüllen, wenn sie Zahlungen an andere vornehmen, die 600 Dollar übersteigen.

 

US-Wirtschaft

Paul schätzt die weitere Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft negativ ein. »Ich glaube nicht an einen double-dip (d.h. zwei kurz hintereinander folgende Rezessionen, die nur durch einen kurzen Aufschwung unterbrochen werden). Wir haben es meiner Ansicht nach mit einer einzigen, noch andauernden Rezession zu tun. Es gibt nur einen Grund dafür, dass es nicht so schlecht aussieht. Wir haben zwei Billionen Dollar ausgegeben und damit ein Wachstum von 500 Milliarden Dollar in einigen Bereichen des BIP erreicht. Wir haben mit der Billion Dollar nicht viel erreicht, aber einige Statistiken sehen jetzt vielleicht besser aus. Der Aufschwung existiert nur auf dem Papier.«

Auf die Frage, ob er noch einmal für das Präsidentenamt kandidieren wolle, entgegnete er, es sei noch zu früh darüber zu entscheiden.

 

 

Quelle:

http://www.kitco.com/reports/KitcoNews20100824DC.html

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