Sunday, 25. September 2016
15.03.2015
 
 

Staatlicher Terror ist ein globales Phänomen

Redaktion

Es gibt zahlreiche dokumentierte Fälle von Terroranschlägen, die eine Regierung als verdeckte Operation durchführt und dann aus politischen Gründen ihren Gegnern in die Schuhe schiebt. Hier sind 54 Fälle, in denen Vertreter einer Regierung, die einen derartigen Angriff beging (oder sehr ernsthaft erwog), ihre Taten gestanden, entweder mündlich oder schriftlich.

 

(1) Japanische Truppen zündeten 1931 in der Mandschurei einen Sprengsatz entlang einer Bahnstrecke. Japan gab China die Schuld an dem »Anschlag« und nutzte den Vorfall, um seinen Einmarsch in die Mandschurei zu rechtfertigen. Der Fall ging als Mukden-Zwischenfall in die Geschichte ein. Bei den Tokioter Prozessen kam man zu dem Urteil: »Mehrere der an dem Plan Beteiligten, darunter auch [der ranghohe japanische Offizier] Hashimoto, haben wiederholt ihre Teilnahme an der Verschwörung gestanden und erklärt, dass man mit dem Zwischenfall einen Vorwand für die Besetzung der Mandschurei durch die Kwantung-Armee habe schaffen wollen …« (Mehr dazu auch hier.)

 

(2) Beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess gestand der SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks, dass er auf Anweisung von SD-Chef Reinhard Heydrich gemeinsam mit anderen Nazi-Agenten Angriffe auf deutsche Ziele vorgetäuscht hat. Die Attacken wurden Polen in die Schuhe geschoben und dienten dazu, den Einfall in Polen zu rechtfertigen.

 

(3) Ebenfalls in Nürnberg sagte General Franz Halder aus, Reichsmarschall Hermann Göring habe zugegeben, die Verantwortung für den Reichstagsbrand von 1933 zu tragen. Für den Brandanschlag wurden fälschlicherweise die Kommunisten zur Verantwortung gezogen.

 

(4) Der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow hat schriftlich zugegeben, dass die Rote Armee 1939 das russische Dorf Mainila beschossen hat. Für den Angriff machten die Sowjets damals Finnland verantwortlich, die Rote Armee fiel anschließend im Winterkrieg in Finnland ein. Auch der russische Präsident Boris Jelzin hat eingeräumt, dass Russland im Winterkrieg der Aggressor war.

 

(5) 1940 wies Sowjetführer Joseph Stalin seine Geheimpolizei an, 22 000 polnische Armeeoffiziere und Zivilisten hinzurichten. Für die Tat wurden die Nazis verantwortlich gemacht, aber mittlerweile haben das russische Parlament, der amtierende russische Präsident Wladimir Putin und der ehemalige Sowjetführer Michail Gorbatschow eingeräumt, dass die Befehle von Stalin kamen.

 

(6) Die britische Regierung hat eingestanden, zwischen 1946 und 1948 insgesamt fünf Schiffe bombardiert zu haben. An Bord: Juden, die nach dem Holocaust Zuflucht in Palästina suchten. London erklärte, eine falsche Gruppe namens »Verteidiger des arabischen Palästina« gegründet zu haben, die dann die Verantwortung für die Angriffe übernahm. (Mehr dazu auch hierhier und hier).

 

(7) Israel hat eingestanden, dass 1954 eine israelische Terrorzelle Bomben in mehreren Gebäuden in Ägypten platzierte, darunter auch in diplomatischen Einrichtungen der USA. Dann hinterließ man »Beweise«, die den Verdacht auf arabische Übeltäter lenken sollten. (Eine der Bomben explodierte frühzeitig, was es den Ägyptern ermöglichte, die Bombenleger zu identifizieren. Mehrere der Israelis gestanden später ihre Schuld.) (Siehe dazu auch hier und hier).

 

(8) Die CIA hat nach eigenem Eingeständnis in den 1950er-Jahren Iraner dafür bezahlt, als Kommunisten zu posieren und Bombenanschläge im Iran zu verüben. Auf diese Weise sollte das Land dazu gebracht werden, sich gegen seinen demokratisch gewählten Ministerpräsidenten zu erheben.

 

(9) 1955 gab es einen Bombenanschlag auf ein türkisches Konsulat in Griechenland. Dabei wurde auch das in der Nähe liegende Geburtshaus von Kemal Atatürk beschädigt, dem Gründer der modernen Türkei. Die Türkei erklärte Griechenland zum Schuldigen. Später hat der damalige türkische Ministerpräsident Adnan Menderes eingeräumt, dass die türkische Regierung selbst hinter dem Anschlag steckte. Sie wollte auf diese Weise zu Gewalt gegen Griechen anstacheln und eine Rechtfertigung für diese Taten haben.

 

(10) Um einen Regierungswechsel in Syrien herbeizuführen, vereinbarten 1957 der damalige britische Premier Harold Macmillan und der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower, Angriffe in Syrien zu verüben und die Schuld dann der syrischen Regierung zuzuschieben. Das gestand Macmillan seinem Verteidigungsminister.

 

(11-21) Mit Unterstützung von Pentagon und CIA hat die NATO während der 1950er-Jahre Terroranschläge in Italien und anderen europäischen Ländern verübt. Das haben ein ehemaliger italienischer Ministerpräsident, ein italienischer Richter und ein ehemaliger italienischer Geheimdienstchef eingeräumt. Als Schuldige der Anschläge wurden Kommunisten bezichtigt. Ziel war es, in der Bevölkerung der NATO-Staaten für mehr Rückhalt bei der Bekämpfung des Kommunismus zu sorgen. Ein Teilnehmer dieses ehemaligen Geheimprogramms erklärte:

»Man musste Zivilisten angreifen, normale Menschen, Frauen, Kinder, Unschuldige, Unbekannte, die überhaupt nichts mit irgendwelchen politischen Machenschaften zu tun hatten. Der Grund dafür war ganz einfach: Diese Menschen – die italienische Öffentlichkeit sollten gezwungen werden, sich an den Staat zu wenden und um eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen zu bitten.«

(Siehe dazu auch hier). (Italien und die anderen von den Anschlägen betroffenen europäischen Länder waren zu diesem Zeitpunkt bereits NATO-Mitglieder.) Interessant auch diese Sondersendung der BBC. Angeblich wurden im Rahmen der »Operation Gladio« auch terroristische Anschläge in Frankreich, Belgien, Dänemark, der Bundesrepublik Deutschland, Griechenland, den Niederlanden, Norwegen, Portugal und Großbritannien sowie anderen Ländern verübt. Hier eine Auswahl von Anschlägen, die im Rahmen dieser und anderer Operationen unter falscher Flagge verübt wurden. Sie erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit:

 

(11) die Ermordung des türkischen Ministerpräsidenten Adnan Menderes (1960)

(12) Bombenanschläge in Portugal (1966)

(13) das Piazza-Fontana-Massaker in Mailand (1969)

(14) Terroranschläge in der Türkei (1971)

(15) der Bombenanschlag im italienischen Peteano (1972)

(16) Schießereien in Brescia und einen Bombenanschlag auf einen Zug in Italien (1974)

(17) Schießereien in Istanbul (1977)

(18) das Atocha-Massaker in Madrid (1977)

(19) die Entführung und Ermordung des italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro (1978)

(20) der Bombenanschlag auf den Bahnhof von Bologna (1980)

(21) die Ermordung von 28 Besuchern von Supermärkten in der belgischen Provinz Brabant (1985)

 

(22) 1960 schlug der amerikanische Senator George Smathers vor, die USA sollten einen Angriff auf den auf Kuba liegenden amerikanischen Stützpunkt Guantanamo Bay fingieren. »Das würde uns einen Vorwand liefern, einen echten Kampf anzuzetteln, der uns dann wiederum einen Vorwand liefern würde, ins Land zu gehen und Castro zu stürzen«, so Smathers.

 

(23) Offizielle Unterlagen aus dem amerikanischen Außenministerium zeigen, dass 1961 die US-Stabschefs und ranghohe Beamte darüber diskutierten, ein Konsulat in der Dominikanischen Republik in die Luft zu sprengen. Dies sollte als Vorwand dienen, in das Land einzumarschieren. Die Pläne wurden nicht umgesetzt, aber sehr ernsthaft diskutiert.

 

(24) Seit Kurzem frei zugängliche Dokumente zeigen, dass die amerikanischen Stabschefs 1962 einen Plan absegneten, amerikanische Flugzeuge in die Luft zu sprengen (im Rahmen eines ausgeklügelten Drehbuchs sollten die Flugzeuge ausgetauscht werden) und Terrorakte auf amerikanischem Boden zu verüben. Die Taten sollten Kuba in die Schuhe geschoben werden und als Begründung für eine Invasion in Kuba dienen. Mehr dazu in diesem ABC-BerichtHier sind die offiziellen Dokumente und hier ein Interview mit dem ehemaligen Investigativermittler für die ABC-Sendung World News Tonight with Peter Jennings.

 

(25) 1963 erarbeitete das amerikanische Verteidigungsministerium einen Plan für Angriffe auf Mitglieder der Organisation Amerikanischer Staaten, beispielsweise Trinidad & Tobago oder Jamaika. Für die Angriffe sollte dann Kuba verantwortlich gemacht werden.

 

(26) Das amerikanische Verteidigungsministerium schlug sogar vor, ein Mitglied der Regierung Castro dafür zu bezahlen, die Vereinigten Staaten anzugreifen: »Was dann noch als Einziges erwogen werden könnte, ist, einen von Castros Kommandeuren zu bestechen, damit er Guantánamo attackiert.«


(27) Die NSA hat zugegeben, dass sie gelogen hat, was den Tonkin-Zwischenfall von 1964 anbelangte. Sie hat Daten dahingehend manipuliert, dass es schien, als hätten nordvietnamesische Schiffe ein amerikanisches Kriegsschiff beschossen. Der Zwischenfall diente als Rechtfertigung für den Vietnam-Krieg.

 

(28) Ein Ausschuss des amerikanischen Kongresses hat zugegeben, dass das FBI im Rahmen seines Programms »Cointelpro« von den 1950er-Jahren bis in die 1970er-Jahre Provokateure damit beauftragte, Gewalttaten zu begehen. Die Verbrechen wurden dann Politaktivisten in die Schuhe geschoben.

 

(29) Türkische Truppen haben in den 1970er-Jahren eine Moschee auf Zypern niedergebrannt. Anschließend wurde Griechenland der Tat bezichtigt, wie Sabri Yirmibesoglu, ein mächtiger türkischer General, eingeräumt hat. Als Erklärung sagte er:

»Bei der speziellen Kriegsführung werden bestimmte Sabotageakte fingiert und dann dem Gegner in die Schuhe geschoben, um den Rückhalt in der Öffentlichkeit zu erhöhen. In Zypern sind wir so vorgegangen. Wir haben sogar eine Moschee niedergebrannt.«

Als Reaktion auf die erstaunten Blicke des Journalisten erwiderte der General: »Ich gebe nur ein Beispiel.«


(30) Die Bundesregierung hat zugegeben, dass der Bundesnachrichtendienst 1978 einen Sprengsatz in der Außenmauer eines Gefängnisses in Celle gezündet hat. Einem Häftling – einem Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF) – wurde »Fluchtwerkzeug« untergeschoben, weil der BND den Bombenanschlag der RAF in die Schuhe schieben wollte. (Mehr dazu hier)

 

(31) 1984 hat der Mossad in Gaddafis Anwesen in Tripoli heimlich einen Funksender installiert, der falsche terroristische Botschaften ausstrahlte. Das hat ein Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes zugegeben. Der Mossad zeichnete die falschen Botschaften auf und wollte Gaddafi auf diesem Weg als Förderer des Terrorismus anprangern. Ronald Reagan ließ kurz darauf Libyen bombardieren.

 

(32) Wie Südafrikas Wahrheits- und Versöhnungskommission aufdeckte, sprach 1989 das Civil Cooperation Bureau (ein verdeckter Ableger des südafrikanischen Militärs) einen Sprengstoffexperten an. Man bat ihn, sich an einer Operation zu beteiligen, die das Ziel hatte, den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) zu diskreditieren. Es sollte das Dienstfahrzeug eines Mordermittlers in die Luft gejagt werden und der ANC für die Tat verantwortlich gemacht werden.

 

(33) Während der 1990er-Jahre haben algerische Streitkräfte wiederholt Zivilisten ermordet und dann Islamisten die Schuld dafür zugewiesen. Das haben ein algerischer Diplomat und mehrere Armeeoffiziere erklärt.

 

(34) 1994 veröffentlichte die US-Armee die Abhandlung Special Forces Foreign Internal Defense Tactics Techniques and Procedures for Special Forces, die 2004 überarbeitet wurde. Darin wird empfohlen, mithilfe von Aktionen unter falscher Flagge linksgerichtete Regierungen in Lateinamerika zu destabilisieren. Die CIA hat im Rahmen ihrer »schmutzigen Kriege« Terroranschläge in Lateinamerika und anderen Regionen verübt oder verüben lassen. Mehr dazu auch hier.

 

(35) In eine ähnliche Richtung geht ein CIA-Handbuch zu »psychologischen Operationen«, das ein CIA-Subunternehmer für die Contra-Rebellen in Nicaragua erstellt hat. In dem Handbuch wird darauf hingewiesen, wie wertvoll es für die eigene Sache sein kann, jemanden aus dem eigenen Lager umzubringen und auf diese Weise einen »Märtyrer« zu erschaffen. Das Handbuch wurde von der US-Regierung für authentisch erklärt und erhielt sehr viel Aufmerksamkeit von Associated Press, Washington Post und anderen Medien. Bei der Präsidentschaftsdebatte von 1984 musste sich US-Präsident Reagan im landesweiten Fernsehen zu folgendem Punkt äußern:

»Aktuell werden wir konfrontiert mit der außergewöhnlichen Geschichte eines CIA-Guerilla-Handbuchs für die gegen die Sandinisten kämpfenden Contras, die von uns unterstützt werden. In dem Handbuch wird nicht nur die Ermordung von Sandinisten propagiert, sondern auch das Anheuern krimineller Elemente, die die Guerillas, die wir doch unterstützen, ermorden sollen, um Märtyrer zu erschaffen.«

(36) Ein indonesischer Untersuchungsausschuss hat die gewaltsamen Unruhen von 1998 untersucht. Sein Urteil: »Elemente der Streitkräfte waren beteiligt an den Unruhen, von denen einige vorsätzlich provoziert wurden.«


(37) 1999 sprengte der KGB russische Wohngebäude und gab Tschetschenen die Schuld dafür. Das haben ranghohe Vertreter des russischen Militärs und Geheimdienstler zugegeben. Mit der Aktion wollte der Kreml einen militärischen Einfall in Tschetschenien rechtfertigen. (Mehr dazu hier und hier).

 

(38) Wie die Washington Post schrieb, hat die Polizei Indonesiens eingestanden, dass im Jahr 2002 das Militär des Landes amerikanische Lehrer in Papua ermordete. Die Schuld wurde einer Separatistengruppe aus Papua gegeben. Auf diese Weise sollte die Organisation auf eine Liste von Terrorgruppen gebracht werden.

 

(39) Indonesiens angesehener ehemaliger Präsident Abdurrahman Wahid räumte weiter ein, dass seine Regierung möglicherweise auch in die Anschläge auf Bali verwickelt war.

 

(40) Die Regierung Mazedoniens hat sieben unschuldige Einwanderer kaltblütig ermorden lassen und dann behauptet, es habe sich um al-Qaida-Kämpfer gehandelt, die mazedonische Polizisten ermorden wollten. Das haben mazedonische Beamte eingestanden, wie BBC, New York Times und Associated Press meldeten. Ziel der Aktion war es, Mazedonien zum Teil des »Krieges gegen den Terror« zu machen.

 

(41) Ranghohe Vertreter der Polizei von Genua haben gestanden, im Juli 2001 beim G8-Gipfel zwei Molotow-Cocktails platziert und eine Messerattacke auf einen Polizisten vorgetäuscht zu haben. Auf diese Weise sollte ein gewaltsames Vorgehen gegen Demonstranten begründet werden.

 

(42) Einer der Hauptgründe dafür, dass die USA Krieg gegen den Irak geführt haben, war der, dass der Irak eine Rolle bei den Anschlägen vom 11. September gespielt hat. Dieser Vorwurf war falsch, wie ein Memo des amerikanischen Verteidigungsministers zeigt. Selbst nachdem die 9/11-Untersuchungskommission erklärte, es habe keine derartige Verbindung gegeben, erklärte Dick Cheney noch, »überwältigende« Beweise hätten dafür gesprochen, dass al-Qaida Beziehungen zu Saddam Husseins Regime unterhielt, dass er, Cheney, »möglicherweise« über Informationen verfüge, die der Kommission nicht vorgelegen hätten, und dass die Medien »ihrer Pflicht nicht nachkämen«, wenn sie über derartige Verbindungen nicht berichten. Führende amerikanische Regierungsvertreter gestehen mittlerweile ein, dass es beim Irak-Krieg in Wirklichkeit um Öl ging, nicht um 9/11 oder Massenvernichtungswaffen. Obwohl zuvor behauptet wurde, dass es sich um »Einzeltäter« gehandelt habe, erklären viele amerikanische Regierungsvertreter mittlerweile, 9/11 sei staatlich geförderter Terror gewesen, allerdings sei es nicht der Irak gewesen, der die Flugzeugentführer unterstützte. (Viele amerikanische Regierungsvertreter behaupten, 9/11 sei eine Operation unter falscher Flagge gewesen, für die Schurkenelemente innerhalb der US-Regierung verantwortlich zeichnen.)

 

(43) Die Milzbrandanschläge von 2001 wurden, wie das FBI inzwischen einräumt, von mindestens einem Wissenschaftler durchgeführt, der im Dienst der US-Regierung stand. Wie ein ranghoher FBI-Mitarbeiter erklärte, wurde das FBI von Vertretern des Weißen Hauses angewiesen, al-Qaida die Schuld an den Milzbrandanschlägen zu geben (so sahen die Milzbrand-Schreiben damals aus). Aus Regierungskreisen wurde zudem bestätigt, dass das Weiße Haus versuchte, den Irak mit den Anschlägen in Verbindung zu bringen, um auf diese Weise Rückendeckung für einen Regierungsumsturz aufzubauen.

 

(44) 2005 regte John Yoo, ehemaliger Anwalt im amerikanischen Justizministerium, eine Offensive Amerikas gegen al-Qaida an. Sein Vorschlag:

»Unsere Geheimdienste sollen eine falsche Terrororganisation erschaffen, mit eigenen Internetauftritten, Rekrutierungszentren, Ausbildungslagern und eigenem Werben um Mittel. Die Organisation könnte falsche Terroraktionen durchführen und die Verantwortung für echte Anschläge übernehmen. Das würde innerhalb von al-Qaida zu Verwirrung führen. Agenten würden an der Identität der anderen zweifeln und die Sicherheit ihrer Kommunikationswege hinterfragen.«


(45) Im Juni 2005 meldete United Press International: Amerikanische Geheimdienstmitarbeiter melden, dass einige der Aufständischen im Irak moderne Pistolen vom Typ Beretta 92 verwenden, bei denen die Seriennummern fehlen. Offenbar wurden diese Nummern nicht weggefeilt oder sonst wie entfernt, vielmehr scheinen die Waffen direkt ohne Seriennummern gefertigt worden zu sein. Nach Einschätzung von Analysten spricht dies dafür, dass die Waffen entweder vom Mossad oder der CIA stammen und von vornherein für Geheimdienstzwecke gedacht waren oder an Terrorzellen gehen sollten, die staatliche Unterstützung genießen. Lockspitzel könnten die Waffen, die nicht nachzuverfolgen sind, verwenden, obwohl US-Behörden gleichzeitig erklären, dass die Angriffe der Aufständischen auf Zivilisten beweisen, wie unrechtmäßig der Widerstand ist, so Analysten.

 

(46) Verdeckt agierende israelische Soldaten haben gestanden, im Jahr 2005 andere israelische Soldaten mit Steinen beworfen zu haben. Anschließend wurden Palästinenser der Tat bezichtigt, damit man einen Grund hatte, deren friedliche Proteste zu zerstreuen.

 

(47) 2007 tauchten auf einer friedlichen Demonstration im kanadischen Quebec mit Steinen bewaffnete Schläger auf. Wie die Polizei einräumte, handelte es sich bei diesen Personen um verdeckte Polizeiermittler (siehe auch hier).

 

(48) Bei den Demonstrationen gegen das G20-Treffen 2009 in London beobachtete ein britischer Parlamentarier, wie zivil gekleidete Polizisten die Demonstranten zu Gewaltaktionen aufstacheln wollten.

 

(49) In Ägypten haben 2011 Staatsbedienstete unbezahlbare Museumsstücke geraubt (siehe auch hier), um gegen die Regierung protestierende Demonstranten zu diskreditieren. Das haben ägyptische Politiker zugegeben.

 

(50) Ein Oberst der kolumbianischen Armee hat zugegeben, dass seine Einheit 57 Zivilisten abschlachtete, ihnen dann Uniformen anzog und behauptete, es handele sich um im Kampf gefallene Rebellen.

 

(51) Saudi-Arabiens Regierung kontrolliert »tschetschenische« Terroristen. Das habe Prinz Bandar, Chef des saudi-arabischen Geheimdienstapparats, erklärt, sagt der renommierte Journalist Ambrose Evans-Pritchard vom Telegraph.

 

(52) Angriffe mit Chemiewaffen, für die die syrische Regierung verantwortlich gemacht wurde, seien in Wahrheit von der türkischen Regierung durchgeführt worden, haben ranghohe amerikanische Quellen erklärt. Zudem gibt es Bandaufnahmen, auf denen ranghohe türkische Regierungsvertreter über Pläne sprechen, Angriffe durchzuführen und der syrischen Regierung die Schuld zuzuschieben.

 

(53) Alexander Jakimenko, ehemaliger ukrainischer Geheimdienstchef, hat eingestanden, dass hinter den Schüssen auf dem Maidan, die den Staatsstreich in der Ukraine einläuteten, eine verdeckte Operation steckt. Die Scharfschützen hätten auf beiden Seiten geschossen, um für größtmögliches Durcheinander zu sorgen, erklärten ukrainische Vertreter.

 

(54) Der britische Geheimdienst GCHQ hat eingestanden, »digitale Angriffe unter falscher Flagge« durchzuführen und Personen etwas anzuhängen, indem er ihnen anstößiges oder gesetzwidriges Material unterjubelt … und dann dem Opfer die Schuld gibt. (Mehr dazu hier)

 

Es ist so weitverbreitet, dass es einen eigenen Namen dafür gibt

 

Unsaubere Machenschaften wie diese sind so weitverbreitet, dass es schon seit Hunderten Jahren einen Namen dafür gibt. »Terrorismus unter falscher Flagge« bezeichnet das Vorgehen einer Regierung, die ihr eigenes Volk angreift und dann andere der Tat bezichtigt. Auf diese Weise soll ein militärisches Vorgehen gegen die vermeintlichen Übeltäter gerechtfertigt werden. Wikipedia definiert es so:

Der Ausdruck falsche Flagge ist ein nachrichtendienstlicher, politischer und militärischer Begriff, der ursprünglich aus der Seefahrt stammt. Er bezeichnet eine verdeckte Operation, meist des Militärs oder eines Geheimdienstes, die zur Verschleierung der Identität und der Absichten des tatsächlichen Urhebers vorgeblich von einer anderen, dritten Partei durchgeführt wird. Die Aktion wird also zum Schein aktiv einem unbeteiligten Dritten zugeschrieben, wobei dieser eine Einzelperson, eine Organisation, eine religiöse bzw. Volksgruppe oder auch ein Staat sein kann. Der tatsächliche Akteur handelt dabei also »unter einer falschen Flagge«, was typischerweise vom gezielten Einsatz von Desinformation begleitet wird und zum Schutz vor der Entdeckung des wahren Urhebers strengster Geheimhaltung unterliegt.

Zu Zeiten, als noch Segelschiffe auf den Meeren kreuzten, segelten Kriegsschiffe gelegentlich unter »falscher Flagge«, hatten also die Flagge des Gegners gehisst, um diesem vor einem Angriff möglichst nahekommen zu können.

 

Das Konzept ist so weitverbreitet, dass die Regeln der Kriegsführung Angriffe unter falscher Flagge verbieten. Militäreinheiten dürfen die Fahne des Gegners führen und seine Uniformen tragen, aber vor dem Angriff müssen sie ihre Tarnung fallen lassen.

 

Dass die Regeln derart genau sind, hat natürlich auch damit zu tun, dass im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mit Angriffen unter falscher Flagge gearbeitet wurde. Indem man diese Methoden untersagt, will man vermeiden, dass sie als Rechtfertigung für einen militärischen Konflikt dienen können.

 

Das bedeutet letztlich nichts anderes, als dass die Verhaltensregeln für militärische Kräfte an sich schon ein Beweis dafür sind, wie weitverbreitet derartige Praktiken sind.

 

 

 


 

 

 

 

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Leser-Kommentare (19) zu diesem Artikel

26.03.2015 | 01:00

Hez Europas

Sie haben versäumt, S21 zu erwähnen. 30.9.2010, 20.6.2011 zum Beispiel.


17.03.2015 | 12:56

UK

zu Nr. 53 hinsichtlich Scharfschützen auf dem Maiden: Dort steht: "Die Scharfschützen hätten auf beiden Seiten geschossen...". Darüber war ich sehr verwundert, denn dieses "beiden" ist im Deutschen eigentlich zu verstehen, als hätte es Scharfschützen auf beiden Seiten gegeben. Das englische "on both sides" hier meint aber "auf beide Seiten", wie aus dem weiteren Text hervorgeht, dort steht "shooting both sides", dann " when...

zu Nr. 53 hinsichtlich Scharfschützen auf dem Maiden: Dort steht: "Die Scharfschützen hätten auf beiden Seiten geschossen...". Darüber war ich sehr verwundert, denn dieses "beiden" ist im Deutschen eigentlich zu verstehen, als hätte es Scharfschützen auf beiden Seiten gegeben. Das englische "on both sides" hier meint aber "auf beide Seiten", wie aus dem weiteren Text hervorgeht, dort steht "shooting both sides", dann " when secretive snipers kill both protesters and the police...", schließlich "at both sides", dann gibt es nur eine Seite, die schoß, die deutsche Übersetzung muß lauten "... auf beide Seiten geschossen"!. Insofern ist diese Übersetzung nicht nur falsch, sondern widerspricht den (wenn auch nicht im Mainstream) bekannten Tatsachen. Diesen "kleinen" Übersetzungsfehler aus der Eile heraus sollte man richtigstellen...


17.03.2015 | 07:52

irgendwer

Hier,der Terrorist Nr. 1 http://www.us-politik.ch/index.htm es gibt viel zu lesen,vom Jahre 1 der USA bis heute. Ich empfehle auch die Geschichte der United Fruit zu hinterfragen Hier: http://www.unitedfruit.org/chron.htm . die Seite wurde schon des öfteren Zwangs gelöscht. George Bush Sen., amerikanischer Präsident, im Januar 1991 im Fernsehen: “Wir haben in unserer Geschichte zweihundert mal militärische Gewalt eingesetzt, und ich glaube, es gab fünf...

Hier,der Terrorist Nr. 1 http://www.us-politik.ch/index.htm es gibt viel zu lesen,vom Jahre 1 der USA bis heute. Ich empfehle auch die Geschichte der United Fruit zu hinterfragen Hier: http://www.unitedfruit.org/chron.htm . die Seite wurde schon des öfteren Zwangs gelöscht. George Bush Sen., amerikanischer Präsident, im Januar 1991 im Fernsehen: “Wir haben in unserer Geschichte zweihundert mal militärische Gewalt eingesetzt, und ich glaube, es gab fünf Kriegserklärungen”. Quelle: “National Zeitung”, 6. Dezember 1991, Seite 3. Dieses richtet sich nicht gegen die Bürger der USA,sondern ausschließlich gegen das Establishment.


16.03.2015 | 14:41

Sinus

@Erwachendes Schaf. Natürlich ging und geht es den Folterern nicht darum, die Wahrheit zu erfahren. Sie wollen Angst und Schrecken verbreiten, Machtgefühle und sexuelle Stimmulierung erleben. Deshalb auch die Fotos und Videos, um sich später daran sexuell zu befriedigen.-Siehe das erzwungene Arrangieren der nackten Männer in verschiedenen eindeutig sexuellen Stellungen in Abu Gharaib .Das Opfer soll gebrochen und seine Identität zerstört werden.


16.03.2015 | 08:41

T.Rex

Nationalliberaler: Die Griechen wollen keine Kredite, sondern Geldgeschenke, auch Reparationen und Wiedergutmachung für den 2. Weltkrieg. Mit jeder Berechnung, die Jeder aufstellen kann, verdoppeln sich die Forderungen. Vor einigen Monaten waren es "nur" 168,-- Milliarden, die die Griechen haben wollten. Jetzt ist es das Doppelte. Wenn wir noch eine Weile warten, dann wird es eine halbe Billion und dann eine Billion. Ich denke auch, dass unsere Eliten und Gutmenschen...

Nationalliberaler: Die Griechen wollen keine Kredite, sondern Geldgeschenke, auch Reparationen und Wiedergutmachung für den 2. Weltkrieg. Mit jeder Berechnung, die Jeder aufstellen kann, verdoppeln sich die Forderungen. Vor einigen Monaten waren es "nur" 168,-- Milliarden, die die Griechen haben wollten. Jetzt ist es das Doppelte. Wenn wir noch eine Weile warten, dann wird es eine halbe Billion und dann eine Billion. Ich denke auch, dass unsere Eliten und Gutmenschen begeistert auf diesen Zug springen werden. Aber mal etwas anderes: Was ist denn in Deutschland schon alles gelaufen: Brandanschläge, die keine waren - oder doch Brandanschläge waren, aber nicht von Deutschen verübt, körperliche Übergriffe wie Hakenkreuzritzereien, die sich die "Opfer" selbst beigebracht haben, der Mord an den erithreer Khaled, den nur ein Pediga-Anhänger begangen haben muss usw. Eine Unmenge zwar realer Straftaten, die uns in die Schuhe geschoben werden, stehen dann noch Unmengen erfundener Straftaten, die uns auch in die Schuhe geschoben werden, gegenüber. Zumal unsere Gutmenschen, Antifanten und andere Gutmenschen die Ermittlungen nicht abwarten und sich ein ums andere Mal kräftig blamieren - aber was macht das schon - wird schließlich gut bezahlt.


16.03.2015 | 00:29

Erwachendes Schaf

@ Sinus
Warum diese Mühe?
Eine Unterschrift kann man fälschen.
Folter nützt nur dazu,
jemanden "Informationen" zu
entlocken.

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