Sonntag, 11. Dezember 2016
24.03.2014
 
 

Tymoschenko (in abgehörtem Telefonat): »Es ist an der Zeit, sich Waffen zu schnappen und die verdammten Russen zu töten«

Redaktion

Die Ukrainer müssten jetzt zu den Waffen greifen und gegen Russland so vorgehen, dass nicht einmal verbrannte Erde zurückbleibe, wo heute Russland sei, wetterte die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko in einem abgehörten Telefongespräch, das jetzt über das Internet an die Öffentlichkeit gelangt ist. Tymoschenko selbst bestätigte die Authentizität des Gesprächs, behauptete aber, der Teil, in dem sie angeblich davon spreche, die acht Millionen Russen, die noch in der Ukraine lebten, mit Atomwaffen abzuschlachten, sei manipuliert.

Per Twitter verbreitete sie: »Das Gespräch hat stattgefunden, aber der Teil über die ›acht Millionen Russen‹ ist eine Fälschung. Tatsächlich sagte ich, auch die Russen in der Ukraine seien Ukrainer. Hallo, FSB [der russische Geheimdienst] Entschuldigt meine obszöne Wortwahl.« Die

frühere ukrainische Ministerpräsidentin hat bisher noch nicht klargestellt, gegen wen sie jetzt wirklich Atomwaffen einsetzen will.

 

Ihr Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung, der Parlamentsabgeordnete Nestor Schufrytsch, der 2007 und 2012 auf der Liste der Partei der Regionen kandidierte und eine Zeitlang unter Präsident Wiktor Janukowytsch stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine war, ließ über seinen Pressedienst Tymoschenko widersprechen. Er bezeichnete das Gespräch als Fälschung. In seiner Pressemitteilung heiße es: »Das Gespräch hat niemals stattgefunden«, zitiert die Internetseite korrespondent.net. Tymoschenkos Telefonat mit Schufrytsch wurde am Montag durch einen Nutzer mit dem Namen Sergij Wertschirko auf YouTube hochgeladen.

 

Das Gespräch selbst soll am 18. März nur wenige Stunden nach der Unterzeichnung des Beitrittsvertrags im Kreml, mit dem die Krim und Sewastopol in die Russische Föderation aufgenommen wurden, stattgefunden haben. Während sich Schufrytsch »schockiert« zeigte, war Tymoschenko über das Krim-Referendum eher verärgert. »Das geht zu weit! A…loch! Jetzt müssen wir uns Waffen schnappen und dann diese verdammten Kazaps [eine beleidigende ukrainische Bezeichnung für Russen] mitsamt ihrem Anführer umbringen«, zeterte Tymoschenko. Wenn sie noch im Amt gewesen wäre, »hätten sie [die Russen] die Krim niemals bekommen, verdammt noch mal«, fuhr sie fort.

 

Schufrytsch wandte daraufhin ein, die Ukraine hätte keine Streitkräfte, die stark genug seien. Aber Tymoschenko, die bei den kommenden Präsidentschaftswahlen als Kandidatin antreten will, meinte nur, sie hätte schon einen Weg gefunden, »diesen A…löchern eine vor den Latz zu knallen. Ich werde meine ganzen Verbindungen nutzen. Ich werde die ganze Welt mobilisieren – sobald ich dazu in der Lage bin, um sicherzustellen … A…löcher, nicht einmal verbrannte Erde soll dort übrig bleiben, wo heute Russland ist«, versprach sie.

 

Obwohl sie durch mehrere Bandscheibenvorfälle in ihrer Mobilität eingeschränkt ist, betonte die frühere Ministerpräsidentin, sie sei bereit, »sich ein Maschinengewehr zu schnappen, Sie wissen, was ich meine, und diesem Bastard [Putin] einen Kopfschuss zu verpassen«.

 

Tymoschenko stieg 2004 als eine der Schlüsselfiguren der proeuropäischen so genannten »Orangenen Revolution« in die politische Führungsclique auf. Von 2007 bis 2010 war sie ukrainische Ministerpräsidentin. 2012 wurde sie unter Präsident Wiktor Janukowytsch verhaftet und nach einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit ihrer Unterzeichnung eines Erdgasversorgungs- und Transitabkommens inhaftiert. Dem Gericht zufolge verursachte dieser Vertrag dem ukrainischen Erdöl- und Erdgaskonzern Naftogaz einen Schaden von 170 Mio. Dollar. Tymoschenko verbüßte einen Teil ihrer siebenjährigen Haftstrafe im Gefängnis, bevor sie wegen ihres angeschlagenen Gesundheitszustandes in ein Krankenhaus in Charkiw verlegt wurde. Unmittelbar nach dem Putsch, der Präsident Janukowytsch stürzte, wurde sie freigelassen.

 

 

 

 

 


 

 

 

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