Sunday, 28. August 2016
02.02.2016
 
 

US-Kommandeur in Irak und Syrien: Wir brauchen vermutlich mehr Kräfte für den Kampf gegen den IS

Redaktion

Generalleutnant Sean MacFarland, US-Oberkommandierender der Militäroperationen im Irak und in Syrien, erklärte am Montag laut der Nachrichtenagentur Associated Press im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Pentagon-Journalisten, es sei sehr wahrscheinlich, dass im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine Aufstockung der amerikanischen oder Koalitionskräfte erforderlich sei.

 

Er arbeite neue Möglichkeiten aus, den IS stärker unter Druck zu setzen. »Einige würden dies als Beschleunigungseffekte für das weitere Vorgehen bezeichnen, die es uns ermöglichen, den Druck auf den Feind zu erhöhen«, sagte er, »es muss sich dabei nicht notwendigerweise um amerikanische Bodentruppen handeln, es könnten auch Bodentruppen der Koalition zum Einsatz kommen. Es sollte sich dabei um Fähigkeiten handeln, die keine signifikante Zahl an Bodentruppen benötigen.

Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir zusätzliche Fähigkeiten benötigen. Zusätzliche Soldaten, die diese operativen Fähigkeiten besitzen. Wir suchen nach der richtigen Mischung und stehen dazu in Konsultationen mit der irakischen Regierung und unseren anderen Partnern.«

 

MacFarland ging nicht darauf ein, ob die zusätzlichen Kräfte eher aus Ausbildern oder aus Kampftruppen bestehen sollten. Aber diese Diskussion wird geführt werden müssen, da die von den USA angeführte Koalition die Rückeroberung der nordirakischen Stadt Mosul, die Anfang 2014 vom IS erobert worden war, und der syrischen Stadt Rakka ins Auge gefasst hat, die dem IS als Hauptquartier dient. »Ich will, dass der Feind erst dann zum ersten Mal [von den zusätzlichen operativen Fähigkeiten] erfährt, wenn das Gebiet um ihn herum in Rauch aufgeht«, sagte MacFarland weiter.

 

Ein NPR-Journalist fragte MacFarland, ob man für die Rückeroberung Mosuls Ende 2016 oder Anfang 2017 angesetzt habe, wie irakische Generäle während eines Lageberichts im Dezember im Irak angedeutet hätten. »Ich werde kein genaues Datum nennen, da ich zu 90 Prozent sicher bin, dass jedes Datum, das ich Ihnen nennen würde, falsch wäre. Ich möchte nur so viel sagen, ich will die ganze Angelegenheit so schnell wie möglich abschließen«, entgegnete er.

 

Die Streitkräfte der Koalition hätten seit Beginn der Ausbildungsmaßnahmen vor etwa einem Jahr mehr als 17 500 irakische Soldaten und etwa 2000 Polizisten ausgebildet. Weitere 3000 Soldaten und Polizisten befänden sich gegenwärtig noch in Ausbildungslagern der Koalition, meinte er weiter. »Die irakischen Sicherheitskräfte wurden zu einer Streitmacht umgebaut, die in der Lage ist, die Art von Feind zu besiegen, mit der wir es hier zu tun haben«, fügte er hinzu.

 

Während der Telefonkonferenz am Montag wurde MacFarland auch gefragt, was das Militär in Bezug auf zivile Opfer für akzeptabel halte. Nach einem Angriff auf eine IS-Bank in Mosul im Januar hatte das Pentagon erklärt, man wäge immer die Verluste an zivilen Menschenleben gegen den Nutzen, hochwertige Ziele zu zerstören, ab, ging aber nicht darauf ein, wie genau der »Rechenfaktor« aussehe, dessen man sich dabei bediene.

 

»Wir sind an einige Gesetze im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten gebunden…, um die möglichen Opferzahlen an unschuldigen Menschen so gering wie möglich zu halten… Bei den Angriffen auf die Bank sind vermutlich drei Menschen ums Leben gekommen, und es ist ziemlich sicher, dass es sich dabei um Daesch-Leute (IS) gehandelt hat…  aber wir haben zu einer Zeit angegriffen, zu der wir ziemlich sicher sein konnten, die Verluste an Menschenleben so gering wie möglich zu halten«, sagte MacFarland.

 

Das amerikanische Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte am Freitag, bei vier Luftangriffen in Syrien und dem Irak im vergangenen Jahr seien vermutlich fünf Zivilisten getötet und acht weitere verletzt worden.

 

 

 

 

 

 


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