Warum Regierungen Gold hassen
Ron Paul
Vor zwei Wochen haben neue und bereits andauernde Krisen die Aufmerksamkeit von dem Problem der griechischen Staatsverschuldung abgelenkt. Doch die Griechenland-Krise dauert an, durch Bailouts schiebt man das Problem immer weiter vor sich her und verschlimmert dadurch die Lage für die Steuern zahlenden Bürger nur noch weiter, hier bei uns in den USA genauso wie im Ausland. Leider ist Griechenland mit seiner unverantwortlichen Ausgabenpolitik kein Einzelfall. Schuldenexplosionen wie in Griechenland greifen von einem Land auf das andere über, auch die USA – jawohl, die USA – zählen zu den Dominosteinen, die an die Reihe kommen werden.

Es hat sich immer und immer wieder erwiesen: Das keynesianische System mit einem aufgeblähten Staatsapparat und ungedecktem Papiergeld [»fiat paper money«] scheitert auf lange Sicht erbärmlich. Doch es liegt in der Natur des Staates, die Wirklichkeit zu ignorieren, wenn es eine Möglichkeit gibt, größere Macht und mehr Kontrolle auszuüben. Deshalb kümmern sich die meisten Politiker und Ökonomen nicht um die langfristigen Schäden, die der Keynesianismus anrichtet, wenn in der Frühphase einer Blase noch die Illusion von Wohlstand vorherrscht und die Grundgesetze der Ökonomie außer Kraft gesetzt zu sein scheinen. Ja, man kann sogar davon ausgehen, dass eine Blase kurz vor dem Platzen steht, wenn Ökonomen plötzlich darüber sprechen, wie Regierung und Zentralbank den Konjunkturzyklus außer Kraft gesetzt haben.
In Wahrheit sind die Gesetze der Ökonomie unveränderlich und real, so unbequem sie für Politiker und Banker auch immer sein mögen. Diese Realität setzt sich jetzt durch, die Rechnungen werden fällig. In der Zwischenzeit haben Länder, die kein Geld haben, anderen Ländern aus der Patsche geholfen, die kein Geld haben, abgesehen von dem Schwindelgeld, das Politiker, Bürokraten und deren Mittäter in den Zentralbanken erzeugt haben. Dieses mag zwar die Banken mit ihren guten Beziehungen vor massiven Verlusten bewahren, aber es geschieht alles auf Kosten des steuerzahlenden Bürgers.
Da Regierungen und Zentralbanken den Zyklus von Ausgaben und Inflationierung in Gang halten, schwindet konstant die Kaufkraft ihrer Währungen. Für diese Währungen arbeiten die Menschen, dieses Geld sparen sie. Die Inflation frisst die Ersparnisse und Gehälter der Menschen auf, die kaum eine Chance haben, sich vor dieser Plünderung zu schützen. Sie können allerdings ihr Papiergeld gegen ein Gut eintauschen, das sich dem Zugriff der Zentralbanken und der staatlichen Ausgabenpolitik entzieht, wie etwa Gold und Silber.
Es ist typisch, dass in Krisen wie der jetzigen keynesianische Ökonomen und ihre Nachbeter in den Medien das Gold angreifen. Die gegen das Gold ins Feld geführten Argumente sind zumeist Strohmann-Argumente, die ein völliges Unverständnis darüber erkennen lassen, in welcher Absicht Gold gekauft wird. Gold ist keine typische Investition. Es ist vielmehr eine Verteidigung gegen das vorhersehbare Verhalten von Regierungen, das Papiergeld abzuwerten, das sie allein unter Kontrolle haben. Diejenigen, welche die Druckerpressen laufen lassen, haben Schwierigkeiten damit, sie wieder abzuschalten. Um diesem rücksichtslosen Verhalten nicht völlig ausgesetzt zu sein, ist es klug, unsichere Anlagen gegen sichere einzutauschen.
Wird die Grundlage ihrer Macht, ihr ungedecktes Papiergeld, abgelehnt oder gemieden, gerät die staatliche Macht in Gefahr. Eine ungedeckte Papierwährung opfert Freiheit und Sicherheit der Menschen zugunsten der Freiheit der Regierung, den Reichtum des Landes für kostspielige Prestigeprogramme, Kriege und Korruption zu verschwenden. Deshalb ist die Freiheit der Menschen so untrennbar mit einer soliden Geldeinheit verbunden. Das ist auch der Grund dafür, dass die Gründungsväter der USA Gold und Silber liebten, die Verfechter eines starken Staats hingegen beide hassen.
© 2010 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg
Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.