Samstag, 3. Dezember 2016
24.06.2010
 
 

Chemikalie in antibakterieller Seife produziert giftiges Dioxin

S. L. Baker

Dioxine sind eine Gruppe hochgiftiger Verbindungen, die lang anhaltende Umweltschäden verursachen. Die Menschen sind Dioxinen durch die Umwelt und die Nahrungskette ausgesetzt – die höchsten Konzentrationen dieser Verbindungen finden sich im Boden und Sedimenten sowie in Nahrungsmitteln wie Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann die Schadstoffbelastung zu Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen führen, das Immunsystem schwächen, den Hormonhaushalt stören und auch Krebs verursachen.

Sie würden Dioxin deshalb bestimmt niemals der Wasserversorgung zusetzen, nicht wahr? Und doch: Wenn Sie eine antibakterielle Seife oder andere antibakterielle Produkte verwenden, dann kann es auf dasselbe hinauslaufen.

2003 und 2009 haben Professor William Arnold von der University of Minnesota und sein Kollege Kristopher McNeill ihre Entdeckung veröffentlicht, dass der antibakterielle Wirkstoff Triclosan bei Sonnenlichtbestrahlung eine besondere Gruppe von vier Dioxinen produziert. Jetzt hat eine Forschergruppe vom Institute of Technology der University of Minnesota, von Pace Analytika (Minneapolis), vom Wissenschaftsmuseum von Minnesota und von der Hochschule Virginia Tech erneut in einer Studie dokumentiert, wie Triclosan in Dioxine umgewandelt wird, die sich in der Umgebung ansammeln. Diese soeben in der Zeitschrift Environmental Science and Technology veröffentlichte Forschungsarbeit kommt zu dem Schluss, dass Dioxin aus Triclosan (ein Inhaltsstoff vieler Handseifen, Deodorants und Spülmitteln) für den enormen Anstieg an Dioxinen verantwortlich ist, die heutzutage die Flussablagerungen des Mississippi verseuchen.

Seit Jahrzehnten wird viel unternommen, um die von industrieller Umweltverschmutzung herrührende Dioxin-Kontamination zu senken. Das Thema Triclosan in antibakteriellen Verbraucherprodukten hat man dabei mehr oder weniger ignoriert. Das erwähnte Forscherteam hat nun herausgefunden, dass in den letzten 30 Jahren die Belastung durch alle anderen Dioxine zwar um 73 bis 90 Prozent gesunken, der entsprechende Wert für Dioxine, die aus dem in antibakterieller Seifen enthaltenen Triclosan abgeleitet sind, jedoch um 200 bis 300 Prozent gestiegen ist.

Für die neue Studie haben die Forscher unter der Leitung von Jeff Buth, der vor Kurzem an der University of Minnesota seinen Doktorgrad erworben hat, Sedimentproben vom Lake Pepin, einer knapp 200 Kilometer flussabwärts der Großstadtregion Minneapolis-St. Paul gelegenen Erweiterung des Mississippi, untersucht. Sie analysierten Sedimentkerne (an denen sich die Akkumulation von Umweltgiften in den letzten 50 Jahren ablesen lässt) und maßen den Gehalt von Triclosan sowie den der vier aus Triclosan abgeleiteten Dioxine und der gesamten Familie der Dioxine.

Mit welchem Ergebnis? In den meisten der normalen Sedimente beträgt der Anteil der aus Triclosan abgeleiteten Dioxine etwa 30 Prozent der Gesamtmenge an Dioxin. »Diese vier Dioxine stammen ausschließlich aus Triclosan. Vor der Einführung von Triclosan gab es sie im Lake Pepin nicht«, erklärte Dr. Arnold in einer Pressemitteilung.

Triclosan wurde 1987 erstmals einer im Handel erhältlichen flüssigen Handseife zugesetzt. Vier Jahre später war es nach Aussage der Forscher bereits in 80 Prozent aller flüssigen Handseifen enthalten. Was geschieht mit dieser Chemikalie, wenn triclosanhaltige Produkte zum Händewaschen und Geschirrspülen verwendet werden? Etwa 96 Prozent davon landen im Abwasser der Städte, sodass große Mengen triclosanbelasteten Wassers in die Klärwerke fließen.

Leider lässt sich Triclosan bei der Abwasseraufbereitung nicht vollständig entfernen. Wenn also das aufbereitete Abwasser wieder in die Umwelt abgegeben wird, enthält es noch immer Triclosan. Das Sonnenlicht verwandelt einen Teil davon (und entsprechender Verbindungen) in Dioxine.

Wie die Forscher erklärten, landeten auf diese Weise Triclosan und Dioxine in den Ablagerungen des Lake Pepin. Die Chemikalien lagerten sich an organische Teilchen im Fluss an und gelangten ins Sediment, wenn sie die ruhigeren Gewässer des Sees erreichten.

Zusätzlich zu der Gefährdung der Umwelt, die daraus resultiert, dass sich Triclosan in Dioxin umwandeln kann, wird die Chemikalie auch mit Störungen der Hormonfunktion in Verbindung gebracht, sie spielt möglicherweise auch bei der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen eine Rolle – doch die US-Arzneimittelzulassungsbehörde Food and Drug Administration hat bisher wenig unternommen, dieser Besorgnis nachzugehen. Im April hat die FDA angekündigt, endlich das Problem Triclosan zumindest zu untersuchen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es1001105

http://www.naturalnews.com/022178_triclosan_toothpaste_bacteria.html

 

Quelle: NaturalNews

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