Sonntag, 25. Juni 2017
31.05.2016
 
 

Berlin-Institut: Bevölkerungsexplosion im arabischen Raum wird gewaltige Flüchtlingsströme auslösen

Stefan Schubert

In der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika) leben zurzeit 363 Millionen Menschen, bis 2030 wird die Bevölkerung dort auf 458 Millionen angewachsen sein. Weiterhin verschärft wird die Situation durch ein Paradoxon, das nur in diesem Teil der Welt auftritt: Höhere Bildung von Bevölkerungsgruppen führt dort nämlich nicht zum wirtschaftlichen Aufschwung, sondern zu Massenarbeitslosigkeit und politischer Instabilität. Natürlich hat dies nichts mit dem Islam zu tun.

 

Hinter dem sperrigen Namen »Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung« versteckt sich eine Denkfabrik, die sich mit weltweiten demografischen Veränderungen befasst. Ihre Erkenntnisse sollen Journalisten und politischen Entscheidungsträgern zugutekommen, obwohl der Hauptteil des Instituts mal wieder vom Steuerzahler finanziert wird: Bundesministerium für Familie, Europäische Kommission, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Weltbank und Lobbyverbände der Industrie, wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), runden das Bild der bunten Kapitelgeber ab.

 

Für die aktuelle Studie »Krisenregion Mena. Wie demografische Veränderungen die Entwicklungen im Nahen Osten und Nordafrika beeinflussen und was das für Europa bedeutet« wurde offenbar wieder einmal dem Steuerzahler in die Geldbörse gegriffen. Denn noch im Impressum wird dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) für die Förderung aus den Mitteln des Auswärtigen Amtes gedankt. Die ifa benennt als Schwerpunkt ihrer Arbeit »... sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen« einzusetzen.

 

 

Eine politisch korrekte Studie, bezahlt aus Steuergeldern

Und genau so liest sich dann auch diese »Studie«: Zuerst werden einem erschreckende Zustände und eine geradezu apokalyptische Bevölkerungsexplosion prognostiziert, um den Leser dann ratlos zurück zu lassen und offensichtlich aus Gründen der Political Correctness um das eigentliche Hauptproblem herum zu schwafeln. »Das versteht man einfach nicht«, so ein Autor der Studie.

 

Grund für diese Kapitulation war ein Paradoxon, das nur in der islamischen Welt anzutreffen ist. Die MENA-Länder (Middle East & North Africa) bestehen aus: Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Libanon, Palästina, Syrien, Irak, Iran und Jordanien. Dort haben das Bevölkerungswachstum und die Rückständigkeit der Länder bereits jetzt zu einer Massenarbeitslosigkeit geführt. Nur 40 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung verfügen dort über einen Job.

 

Und auch die so oft vorgebrachte Argumentation des Mainstreams, dass Bildung der Schlüssel zum Erfolg sei und die Investition des deutschen Steuerzahlers in das dortige Bildungswesen ein wesentlicher Beitrag sei, um Fluchtursachen zu bekämpfen, erweist sich in der Realität als schlicht falsch.

 

Denn mehr als ein Drittel der Bevölkerung verfügt dort über Abitur oder eine Hochschulausbildung. Aber trotzdem weisen diese Länder die höchste Jugendarbeitslosigkeit und die niedrigste Frauenerwerbsquote weltweit auf.

 

Durch die andauernde Bevölkerungsexplosion wird sich diese Lage extrem verstärken, da in den nächsten 15 Jahren jährlich weitere fünf Millionen Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen. Es drohen dadurch eine wachsende Unzufriedenheit, politische Instabilität und neuerliche Flüchtlingsströme in den reichen Westen.

 

Nur in der islamischen Welt ist dieses Paradoxon anzutreffen, dass größere gebildete Bevölkerungsgruppen zu einer Destabilisierung ganzer Regionen führen, die in Unruhen und Bürgerkriegen mündet. Im gesamten Rest der Welt ist hingegen ein umgekehrter Kausalzusammenhang zu sehen.

 

Bildung qualifiziert und sorgt auf dem Arbeitsmarkt für Belebung. Mehr Jobs führen allgemein nicht nur zu einem Aufschwung der Volkswirtschaften, sondern auch zu einem persönlichen Aufstieg. Vor allem finanziell. Die unmittelbaren Folgen bestehen aus Familien mit weniger Kindern. Wenn man so will, Chinas Ein-Kind-Politik, durchgesetzt mithilfe einer hohen

Beschäftigungsrate.

 

Davon sind die MENA-Länder nicht nur weit entfernt, sondern das genaue Gegenteil ist der Fall. Immer mehr Kinder sollen helfen, die eigene Armut zu überwinden. Sieben Kinder sind dort eher die Regel als die Ausnahme, in der Hoffnung, nur einer der Söhne schafft es in den reichen Westen und überweist einen Teil seiner Einnahmen aus den Sozialsystemen und/oder der Kriminalität in die Heimatländer.

 

Die Krisenregionen um uns herum werden sich demnach in den nächsten Jahren erheblich verschärfen, sagt sogar diese Studie. Die Bevölkerungsexplosionen in der islamischen Welt werden zusätzliche Unruhen, Kriege und gewaltige Flüchtlingsströme, ja ganze Völkerwanderungen auslösen. Allein in den MENA-Ländern wird ein Bevölkerungswachstum auf 458 Millionen erwartet. Dies entspricht einem Zuwachs von beinahe 100 Millionen in nur 14 Jahren.

 

Unsere Eliten ignorieren diese Zusammenhänge einfach. Im Kommentarbereich der Welt hingegen werden diese Hintergründe bis jetzt noch offen diskutiert. So resümiert dort ein Leser: »... Warum herrscht diesbezüglich so viel Ignoranz? Fast niemand traut sich zu sagen, dass es mittlerweile zu viele Menschen gibt und wir uns zu schnell vermehren (in einigen Regionen). Stattdessen fabuliert man von der Lösung aller Probleme durch Bildung.

 

Dass wir in einer Welt des Mangels leben, wird auch Bildung nicht ändern.

Aber zu viele Menschen kann es anscheinend nicht geben, genauso wenig wie rückständige Religionen. Bloß keine unangenehmen Konfrontationen mit der Wahrheit.« – Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

 

 

 

 

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