Saturday, 25. October 2014
15.12.2010
 
 

Sonderinformation zum Silberpreis

Thorsten Schulte

Am 11. Dezember 2010 berichtete die Bombay Bullion Association, dass die Silbernachfrage Indiens in diesem Jahr stark steigen dürfte. Dem Bericht zufolge könnten Indiens Silberimporte um mehr als 20 Prozent zulegen auf 1.200 Tonnen. Die gute Getreideernte verschafft den Indern frisches Kapital für den Silbererwerb.

Aktuell schätzen wir nach Rücksprache mit einem der größten institutionellen deutschen Edelmetallhändler, dass die Privatkunden in Deutschland in diesem Jahr immerhin für rund 750 bis 800 Tonnen Silber kaufen werden. Damit ist Deutschland in Europa führend.

 

Gleichzeitig gibt es Berichte aus China, dass die Industrienachfrage des Landes nach Silber inzwischen für rund 20 Prozent der Weltnachfrage steht. CPM spricht davon, dass der gesamte Silberverbrauch Chinas von 40,8 Millionen Unzen im Jahre 2000 auf 139,2 Millionen Unzen 2009 zugenommen hat. China will nach einem Bericht vom 8. Dezember Gold- und Silber-Exchange-Traded-Funds auflegen. Die Gesellschaft Chinas Lion Fund Management Co. kündigte demzufolge an, zunächst einen ETF für Gold in Höhe von 500 Millionen Dollar aufzulegen. Silber solle nach diesen Plänen bald folgen. Nachdem die chinesische Regierung den Gold- und Silberbesitz für Privatpersonen lockerte, stiegen die Handelsumsätze in den ersten zehn Monaten des Jahres 2010 um 30 Prozent.

Darüber hinaus sorgt Max Kaiser mit seiner Internetkampagne »BUY SILVER AND CRASH  JP MORGAN« für Silberkäufe vieler Menschen, die JP Morgan Chase »eins auswischen« wollen. Auch wir plädieren mit Nachdruck für physische Käufe, weil nur diese den Leerverkäufern das Leben zur Hölle machen. Der Commissioner der US-Terminmarktaufsichtsbehörde CFTC, Bart Chilton, sprach am 8. Dezember davon, ein Händler habe Anfang des Jahres 40 Prozent der gesamten Silberpositionen besessen! Die Mainstreammedien stürzen sich inzwischen auch auf diese Geschichte (nebenstehend ein Bericht von Max Kaiser im britischen »Guardian«).

 

Letztlich ist es doch ein Paukenschlag, wenn Bart Chilton von der CFTC am vergangenen 8. Dezember sagte: »Sogar früher in diesem Jahr hielt ein Händler über 40 Prozent des Silbermarktes«. Den Namen nannte er nicht, aber raten wir einmal: JP Morgan Chase? Er führte aus: »Sie müssen mir nicht glauben, Volkswirte an den Universitäten von Oxford, Princeton und Rice haben alle dokumentiert, dass Spekulanten einen Einfluss auf die Preise haben. Der Kongress hat dies verstanden und deshalb erfordert das neue Gesetz verbindliche Obergrenzen für spekulative Positionen, um sicherzustellen, dass es keine zu große Konzentration (der Positionen; Anm. d. Verf.) gibt.« Er weist darauf hin, dass für die Energie- und Metallmärkte ab Mitte Januar 2011 verbindliche Positionsobergrenzen gelten sollen. Warten wir nur ab, wie viele und welche Ausnahmebestimmungen es geben wird. Der Link zur Diskussion der Positionslimite der CFTC am kommenden Donnerstag:

http://www.cftc.gov/PressRoom/PressReleases/pr5951-10.html

 

Der von uns geschätzte Claus Vogt zeigte seinen Abonnenten am 10. Dezember einen Chart, den wir mit unserem Chartprogramm ebenfalls stets mitführen und Ihnen nicht vorenthalten wollen. Danach hat der Silberpreis eine langfristige Trendlinie erreicht. Vogt empfiehlt seinen Kunden daher den Kauf des Shot-ETFs auf Silber von ETF-Securities, den wir in unseren letzten beiden Ausgaben des »Investmentkompass« bereits vorgestellt hatten (aber noch nicht empfohlen hatten). Mit diesem Produkt gewinnen Sie bei fallenden Silberpreisen.

Nun wird die amerikanische Notenbank am Dienstagabend wieder einmal ihre Entscheidung über die US-Leitzinsen und ihre Geldpolitik bekannt geben. Im Vorfeld können oftmals irritierende Schwächeanfälle von Gold und Silber einsetzen. Die Frage ist allerdings, ob wirklich Absicherungsstrategien gegen stark fallende Silberpreise für bestehende Silberinvestments bereits jetzt in großem Umfang getroffen werden müssen. Wir hatten bekanntlich bei 27,50 US-Dollar unsere Investitionsquoten in riskanten Produkten, die wir im »Investmentkompass« stets vorstellen, deutlich reduziert und sie dann bei 25,40 Dollar am 18. November wieder deutlich angehoben. Dabei versandten wir damals diesen 30-Minuten-Chart mit einem absteigenden Keil. Eine Chartformation, die in der Regel nach oben verlassen wird:

Wir haben rechtzeitig auf den Ausbruch des Silberpreises aufmerksam gemacht und in der Anstiegsphase richtig gehandelt. Selbst Rückgänge unter 24 bis 25 Dollar können wir problemlos aushalten. Selbst wenn es dazu kommt, was wir ausdrücklich nicht ausschließen wollen, so zeigen wir uns weiterhin davon überzeugt, dass es im Jahre 2011 zu einer neuen Anstiegsphase auf deutlich über 30 Dollar kommen wird. Von vielen Investoren wissen wir im Übrigen, dass sie noch nicht in ausreichendem, in gewünschtem Umfang investiert haben und nur auf Rückschläge lauern. Wir selbst würden uns bei einem stärkeren Rücksetzer freuen und unsere Positionen weiter ausweiten. Allerdings haben wir ohnehin das ganze Jahr über in unserem »Investmentkompass« zur strategischen Positionierung der Vermögensanlage geschrieben: »Wir empfehlen derzeit, möglichst mehr als 65 Prozent der verfügbaren Geldmittel in Gold und Silber sowie 15 Prozent in Minenwerten zu investieren. Darüber hinaus können rund 5 Prozent in Hebelprodukten auf Gold und Silber gehalten werden. Die Barquote empfehlen wir, auf 15 Prozent zu reduzieren. Stellen Sie allerdings sicher, dass Sie den Schuldendienst für etwaige Verbindlichkeiten in den kommenden zwei bis drei Jahren in jedem Szenario gewährleisten können.« Bei einem nochmaligen Einbruch würden wir die Barquote von derzeit 15 Prozent der liquiden Vermögensmittel sogar weiter reduzieren.

 

Aber nochmals zur Frage: Liegt das Beste beim Silberpreis denn wirklich schon hinter uns? Der vom geschätzten Kollegen Claus Vogt (der allerdings auch strategische Silberinvestments nicht anrühren will!) gezeigte Chart ist ein arithmetischer Maßstab. Verdoppelt sich der Silberpreis von fünf auf zehn Dollar, ist der Abstand im Chart genauso groß wie bei einem Anstieg von 50 auf 55 Dollar. Wir zeigen Ihnen hier einen logarithmischen Chart. Hier ist der Abstand bei einem Anstieg von 5 auf 10 Dollar genauso groß wie bei einem Anstieg von 15 auf 30 oder 50 auf 100 Dollar. Wir bevorzugen gerade beim Silberpreis mit den ungeheuren Anstiegen die logarithmische Darstellung. Das Bild sieht dann wie folgt aus:

Danach liegt die obere Trendlinie bei 35,29 US-Dollar (Verbindungslinie der Jahrshochs 2006 und 2008). Die Trendlinie auf der Basis der Verbindung der Jahreshochs 2004 und 2006 liegt gegenwärtig sogar bei 54,91 US-Dollar.

 

Auch wenn im Vorfeld der US-Notenbanksitzung am Dienstag wieder einmal irritierende Schwächeanfälle von Gold und Silber einsetzen können, so bleiben wir mittel- bis langfristig sehr optimistisch. Käme es jetzt zu Rückgängen auf unter 27,5 oder sogar unter 25 Dollar, würde dies nur die Wahrscheinlichkeit großer Anstiege in 2011 erhöhen. Große Absicherungen bestehender Silberpositionen werden aus unserer Sicht erst nach deutlich größeren Anstiegen opportun sein.

 

Wir werden in unserem Seminar »2011 – Das Jahr großer Herausforderungen für Silber-Investoren« (Näheres unter: http://seminare.silberjunge.de/) intelligente Strategien vorstellen. Unser Spruch lautet bekanntlich »Silber – fallen kann es, steigen muss es«.

 

Noch sind wir in der Phase, wo wir jede deutliche Schwäche für weitere Käufe nutzen wollen. Freuen wir uns über Einbrüche, denn die großen Spieler »subventionieren« dann wieder unsere Silberinvestitionen. Haben wir einfach Geduld, denn noch ist Silber von einer Überbewertung meilenwert entfernt.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine frohe, besinnliche Weihnachtszeit.

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