Dienstag, 27. Juni 2017
25.02.2011
 
 

Googles Revolutionsfabrik: Allianz der Jugendbewegungen – Farbige Revolution 2.0

Tony Cartalucci

Im Jahr 2008 veranstaltete die »Allianz der Jugendbewegungen« ihre Gründungsversammlung in New York City. An dem Treffen nahm ein Konglomerat aus Vertretern des amerikanischen Außenministeriums, Mitgliedern des Council on Foreign Relations (CFR), früheren Mitarbeitern des amerikanischen Nationalen Sicherheitsrates, Beratern des Ministeriums für Heimatschutz und zahllosen Repräsentanten amerikanischer Unternehmen und Massenmedien wie AT&T, Google, Facebook, NBC, ABC, CNN, MSNBC und MTV teil.

Man könnte jetzt annehmen, eine solche Ansammlung von Vertretern der amerikanischen Wirtschaft, innen- und außenpolitischer Experten sowie von Meinungsmachern aus Funk, Fernsehen und Zeitungen wäre zusammengekommen, um sich über die Zukunft Amerikas und den richtigen Weg dahin auszutauschen. Diesen politischen Entscheidungsträgern gesellte sich noch eine Vielzahl von Aktivisten unterschiedlichster Basisgruppen hinzu, die bei der »Umsetzung« helfen wollen.

Unter diesen Basisgruppen befand sich auch die damals weitgehend unbekannte Gruppe »6. April« aus Ägypten. Diese »ausgebufften« ägyptischen Facebook-Nutzer trafen später im Februar 2010 auf dem Kairoer Flughafen mit dem Kuratoriumsmitglied der International Crisis Group Mohamad el-Baradei zusammen und verbrachten dann den Rest des Jahres damit, sich für el-Baradeis Bestreben, die Regierung Präsident Hosni Mubaraks zu stürzen, einzusetzen und für ihn zu demonstrieren.

In den Leitlinien der »Allianz der Jugendbewegungen« heißt es, sie sei eine gemeinnützige Organisation, die Basisgruppen-Aktivisten dabei unterstützen wolle, ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen und größeren Einfluss auf die weltweiten Ereignisse zu nehmen. Das hört sich auf den ersten Blick ganz unschuldig und sogar positiv an, nimmt man aber diejenigen etwas genauer unter die Lupe, die sich hier bei Movments.org beteiligen, enthüllen sich abgründige Ziele eines so ruchlosen Ausmaßes, dass man es kaum glauben kann.

Movment.org ist offizieller Partner des amerikanischen Außenministeriums und der Juristischen Fakultät der Universität Columbia, der renommierten Columbia Law School. Zu deren Sponsoren zählen Google, Pepsi-Cola und die Omnicon-Gruppe, die wiederum alle dem »globokratischen« Council on Foreign Relations als Mitglieder angehören. CBS News wird als Sponsor des »globokratischen« Chatham House aufgeführt und erscheint auch auf der Liste der Unternehmens- oder institutionellen Mitglieder dieser Denkfabrik. Weitere Sponsoren sind Facebook, YouTube, Meetup, Howcast, National Geographic, MSNBC, Gen Next und Edelman, eines der weltweit führenden PR-Unternehmen.

Zum Movements.org-Team gehört der 40-jährige Jared Cohen, einer der drei Gründer, Mitglied des CFR und Direktor der Ideenabteilung von Google. Cohen war früher sowohl unter Condoleezza Rice als auch unter Hillary Clinton Mitglied des Planungsstabes des Außenministeriums.

Ein anderes Gründungsmitglied von Movement.org ist Jason Liebman vom Video-Unternehmen Howcast Media, das mit Großkonzernen wie Procter & Gambel, Kodak, Staples, Ford, aber auch Regierungsbehörden wie dem Außenministerium und dem Verteidigungsministerium zusammenarbeitet, um »maßgefertigte Unterhaltung, innovative soziale Medien und zielgerichtete, breite Medienkampagnen« zu erstellen. Liebman war ebenfalls vier Jahre bei Google beschäftigt, wo er mit Partnern wie Time-Warner (CFR), News DCorporation (Fox News, CFR), Viacom, Warner Music, Sony Pictures, Reuters, der New York Times und der Washington-Post-Company zusammenarbeitete.

Roman Sunder ist der dritte Gründer von Movements.org. Er gründete das Unternehmen Access 360 Media, eine der größten Werbeplattformen der USA, und  organisierte 2009 den sogenannten »PTTOW!«-Gipfel, auf dem er 35 Vorstände von Unternehmen wie AT&T (CFR), Quicksilver, Activision, Facebook, Hewlett Packard, YouTube, Pepsi (CFR) und die amerikanische Regierung zusammenbrachte, um über die Zukunft der »Jugend-Industrie« zu diskutieren. Darüber hinaus gehört er dem Vorstand von Gen Next an, eine weitere gemeinnützige Organisation, die »Wandel für die kommende Generation« beeinflussen will.

Angesichts der Verflechtungen dieser Personen kann man sich nur schwer vorstellen, dass der Wandel, den sie herbeiführen wollen, aus etwas anderem besteht, als eine Generation zu produzieren, die noch mehr Pepsi-Cola trinkt, noch konsumorientierter ist und jeder Lüge glaubt, die die Regierung der Vereinigten Staaten uns über ihre Medienkonzerne  auftischt.

Während die meisten Aktivisten, die an dem Movement.org-Gipfel teilnahmen, eher einer linken oder linksliberalen Politik anhängen dürften, gehören die Drahtzieher im Hintergrund, die den Gipfel finanzieren und dort die Ziele der Aktivisten manipulieren, zu amerikanischen Großkonzernen. Diese Unternehmen haben in der Vergangenheit Menschenrechte verletzt und verletzen sie weiter. Sie zerstören die Umwelt und verkaufen in Billigstlohnländern produzierte minderwertige Ware, die von Arbeiterinnen  und Arbeitern hergestellt werden, die wie Sklaven leben. Und sie wollen aus Gier um jeden Preis weiter wachsen. Diese Heuchelei ist erstaunlich, bis man sich klarmacht, dass sie ihre schändliche und eigennützigen Ziele nur unter dem Deckmantel eines aufrichtigen Strebens nach Menschlichkeit, die von massenweiser Wohlfühl-Rhetorik begleitet wird, erreichen können, wobei sie sich noch der Dienste einer ganzen Armee naiver Jugendlicher bedienen, deren Ideale sie ausnutzen.

Diese Stiftung steht längst nicht allen Aktivisten offen, vielmehr wird nur eine sehr ausgewählte Gruppe von Aktivisten unterstützt, die in »Krisenregionen« tätig sind, in denen das amerikanische Außenministerium gern eine Wechsel in seinem Sinne sich vollziehen sehen möchte: Sudan, Iran, Saudi-Arabien, Ägypten, Osteuropa, Venezuela, und sogar Thailand – überall dort, wo Demonstranten und Protestbewegungen versuchen, die Arbeit von Regierungen zu untergraben, die den Interessen amerikanischer Konzerne nicht dienlich sind, stößt man auf Movement.org, die diese »Protest«-Bewegungen unterstützt.

Die Bewegung »6. April« aus Ägypten ist eine dieser Bewegungen, und die Art und Weise ihrer Beteiligung am scheinbaren Erfolg der USA, Hosni Mubarak zu stürzen (was möglicherweise ihren Wunschkandidaten Mohamed el-Baradei in Amt und Würden bringen könnte), ist ein perfektes Beispiel dafür, wie diese Massen manipulierter Jugendlicher eingesetzt werden. Das ist eine »farbige Revolution 2.0«, die direkt vom amerikanischen Außenministerium mit Unterstützung amerikanischer Konzerne gesteuert wird.

Es ist dringend geboten, dass alle Leser die Internetseite Movments.org besuchen und sie kritisch unter die Lupe zu nehmen. Das gilt besonders für die drei bisherigen Gipfel und deren Teilnehmer. Vertreter aller Denkfabriken von der RAND-Corporation bis hin zum Council on Foreign Relations waren dort vertreten, um die Dinge in ihrem Sinn zu manipulieren. Movements.org ist tatsächlich ein Vehikel zur Manipulation und dient dazu, die Souveränität anderer Nationen zu untergraben.

 

__________

 

Weiteres Material zu den Movment.org-Gipfeln:

 

Copyright © 2011 Tony Cartalucci, Signs of the Times

 


 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Nicht systemrelevant: Wer schützt unsere Polizisten?
  • Berliner Geheimgespräche: Böse Planspiele für die Zukunft
  • Genosse Schwerverbrecher: Die kriminellen Schwesterparteien der SPD
  • Tschechische Republik: Militärärzte sollen Krankenhäuser übernehmen

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Von der Schande, ein Amerikaner zu sein…

Dr. Paul Craig Roberts

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat das Ausmaß an Schande überschätzt, die die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger und sie selbst vergessen machen kann. Am 15. Februar musste die »unentbehrliche Nation« die Scheinheiligkeit der Außenministerin ertragen, die in einer Rede Amerikas Entschlossenheit bekräftigte, für die Freiheit des Internets  mehr …

Notschalter: Die Regierung Obama fürchtet in den USA Aufstände wie in Ägypten

Steve Watson

Die Regierung Obama ist derzeit bemüht, schnell einen Gesetzentwurf passieren zu lassen, der dem Präsidenten praktisch einen Notschalter für das Internet in den USA an die Hand gibt, während die ägyptischen Behörden gleichzeitig dafür kritisiert werden, das Internet abzuschalten, um der sich anbahnenden Revolution gegen Hosni Mubarak etwas den  mehr …

Vereinte Nationen denken über weltweite Internet-Polizei nach

Jonathan Benson

Das Internet ist die einzig verbleibende Bastion der Rede- und Meinungsfreiheit, die der Vereinnahmung und Zensur durch Wirtschafts- oder politische Interessen entgangen ist. Aber die Vereinten Nationen (UN) erwägen derzeit, Schritte zur Errichtung einer internationalen Regulierungsbehörde für Internetinhalte zu unternehmen, die letzten Endes dazu  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Obama verteilt die »Medal of Freedom«

Wolfgang Effenberger

»Presidential Medal of Freedom«. Die Freiheitsmedaille in Form eines fünfzackigen goldenen Sterns wird jährlich an Menschen verliehen, die sich in besonderer Weise für die Interessen der USA, den Weltfrieden oder für bedeutende kulturelle oder sonstige Belange eingesetzt haben. (Quelle: http://facbib.med.nyu.edu/LCME/key/?for=Medal-of-freedom)  mehr …

Mubarak von der CIA gestürzt, weil er sich amerikanischen Plänen für einen Krieg gegen den Iran widersetzte? (Teil 1)

Webster G. Tarpley

Die USA erwägen die Beschlagnahme des Suezkanals. Wurde Mubarak mit dieser Drohung zum Rücktritt gezwungen?  mehr …

Schock in Deutschland: Hat Bundesbankpräsident Axel Weber bis zu 338 Milliarden Euro verzockt?

Udo Ulfkotte

Käme die nachfolgende Nachricht nicht von einem der seriösesten Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands – man würde sie ganz sicher für einen verfrühten und extrem üblen Aprilscherz halten: Unter der Leitung des scheidenden Bundesbankpräsidenten Axel Weber hat die Deutsche Bundesbank seit dessen Amtsantritt 2004 stillschweigend weit mehr als 300  mehr …

Copygate eines Hochstaplers: Hat Guttenberg nicht nur seinen Doktortitel erschlichen?

Udo Ulfkotte

Für die Leser des nur im Abonnement zu beziehenden Hintergrundinformationsdienstes Kopp Exklusiv kommen die Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsminister Guttenberg nicht wirklich überraschend. Denn schon im April 2009 hatten wir in der Druckausgabe ausführlich darüber berichtet, was im Datensatz des adeligen Mitbürgers sonst noch so alles  mehr …

Tunesien im Übergang: Von einer Diktatur zu einem demokratischen Depotismus? Nordafrika und das globale politische Erwachen, Teil 3

Andrew Gavin Marshall

Seit der Flucht des früheren tunesischen Präsidenten und Diktators Zine El Abidine Ben Ali ist ein Monat vergangen. Die Ereignisse in Tunesien habe eine Welle des zivilen Ungehorsams und der Proteste ausgelöst, die seitdem zum Sturz Hosni Mubaraks führten, der als einer der stärksten Diktatoren mit der längsten Amtszeit in der arabischen Welt  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.