Wednesday, 27. July 2016
31.03.2014
 
 

Plant die NATO einen Angriff auf die Türkei »unter falscher Flagge«?

Tony Cartalucci

Aus jüngsten Enthüllungen geht hervor, dass die NATO einen Angriff unter »falscher Flagge« gegen die Türkei plant, um auf diese Weise einen türkischen Einmarsch in Nord-Syrien zu rechtfertigen, berichtete die International Business Times in diesem englischsprachigen Artikel mit der Überschrift »Die Türkei und das YouTube-Verbot: Die vollständige Mitschrift der durchgesickerten ›Kriegs‹-Gespräche zwischen Vertretern der Regierung Erdoğan«.

In dem Artikel veröffentlichte die Zeitung die vollständige Niederschrift eines Gesprächs zwischen dem türkischen Geheimdienstchef Hakan Fidan und dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu. In der Zeitung heißt es:

 

 

»Das vom türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan ausgesprochene Verbot von YouTube erfolgte, nachdem zuvor ein Gespräch zwischen dem türkischen Geheimdienstchef Hakan Fidan und dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu an die Öffentlichkeit gelangt war und Erdoğan durchsetzen wollte, dass das YouTube-Video aus dem Internet entfernt wird.

In dem Gespräch wird ausführlich auf Erdoğans Überzeugung eingegangen, dass ein Angriff auf Syrien ›als Chance für uns [die Türkei] gesehen werden muss‹. In dem Gespräch erklärt Geheimdienstchef Fidan, er werde vier Männer nach Syrien entsenden, die von dort aus die Türkei angreifen sollten, ›um einen unmittelbaren Kriegsgrund zu haben‹.

Der stellvertretende Stabschef, Generalleutnant Yaşar Güler, entgegnete, die von Fidan geplante Aktion sei ›ein direkter Kriegsgrund… Das, was Sie durchführen wollen, ist ein direkter Kriegsgrund‹.

Das türkische Außenministerium erklärte, die durchgesickerte Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen führenden Vertretern der Regierung, die das Vorgehen in Syrien erörterten, sei ›teilweise manipuliert‹ und stelle einen ›armseligen Angriff‹ auf die nationale Sicherheit dar.

In dem durchgesickerten Video diskutiert der türkische Geheimdienstchef Hakan Fidan mit Davutoğlu, Güler und anderen Regierungsvertretern eine mögliche Operation innerhalb Syriens, um das Grab Süleyman Schahs, des Großvaters des Begründers des Osmanischen Reiches, zu schützen.«

Die westlichen Medien haben sich wie besessen, aber kurzsichtig in ihrer Berichterstattung auf das Verbot der türkischen Regierung von Twitter und Facebook und andere durchgesickerte Berichte über Korruption gestürzt, und damit versucht, die Gespräche, in denen enthüllt wurde, dass die Türkei, immerhin seit Jahrzehnten ein NATO-Mitglied, einen Angriff unter »falscher Flagge« plant, der zu einem absichtlich provozierten Krieg mit dem benachbarten Syrien führen würde, unter den Tisch fallen zu lassen.

 

Parallel dazu stellt die Türkei der vom amerikanischen Außenministerium als Terrorgruppe eingestuften Al-Nusra-Front, die gegenwärtig von türkischem Territorium aus eine Offensive in der nordwestlichen syrischen Provinz Latakia begonnen hat, Luftunterstützung, Nachschub und Schutz durch Artillerie zur Verfügung.

 

Seit Beginn der Rebellenoffensive vor einigen Tagen hat die Türkei syrische Kampfflugzeuge beschossen – und sogar ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen –, die die Al-Nusra-Front auf syrischem Territorium angriffen.

 

Die Türkei behauptet zwar, das abgeschossene Flugzeug habe den türkischen Luftraum verletzt, aber das Kampfflugzeug stürzte über syrischem Gebiet ab, und der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und wurde auf syrischem Boden geborgen.

Dieser Zwischenfall wurde von der Türkei dazu benutzt, den rhetorischen Rahmen für eine weitere Eskalation der Spannung zwischen Ankara und Damaskus zu schaffen – aller Wahrscheinlichkeit nach in dem Versuch, anstelle von risikoreicheren NATO-»Operationen unter falscher Flagge« damit die Entwicklung direkt näher in Richtung Krieg zu drängen.

 

Die kriegstreiberische Pose der Türkei im Norden Syriens passt zu der gemeinsamen amerikanisch-saudischen Offensive in der Nähe der syrischen Stadt Dar‘a an der syrisch-jordanischen Grenze. Aber an dieser so genannten »Südfront« wurde die Offensive offenbar bereits von syrischen Streitkräften neutralisiert.

 

Zur Bildung der »Südfront« erklärte die von der amerikanischen Wirtschaft finanzierte politische Denkfabrik Carnegie Endowment for International Peace auf ihrer Internetseite unter der Überschrift »Gibt es die Südfront überhaupt?«:

»Wie es heißt, handelt es sich nicht um eine eigene Initiative der Rebellen, sondern es seien vielmehr ausländische Vertreter gewesen, die die Rebellenführer aufgefordert hätten, als Vorbedingung für weitere Waffenlieferungen und finanzielle Unterstützung eine Erklärung zu unterzeichnen, in der sie ihre Ablehnung von Extremismus betonten. Und da Bettler nicht wählerisch sein dürfen, hätten die Rebellenkommandeure dann schulterzuckend unterschrieben – nicht so sehr, um die Gründung eines neuen Bündnisses zu erklären, sondern um den amerikanischen Regierungsvertretern zu helfen, in ihren Berichten an ihre Vorgesetzten den Anforderungen gerecht zu werden, weil sie [die Rebellen] hofften, dadurch an weitere Waffenlieferungen zu kommen.«

Aber mit der bereits jetzt gescheiterten »Südfront«-Offensive und der Tatsache, dass die NATO Zuflucht zu »Operationen unter falscher Flagge« als unverfrorene Unterstützung für die mit al-Qaida verbundenen Terrorgruppen zu nehmen für nötig hält, ist man geneigt, die Bezeichnung »letztes Aufbäumen« für die Verzweiflung des Westens für zutreffend zu halten.

 

 

 

 


 

 

 

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