Saturday, 27. August 2016
14.02.2016
 
 

»Gekaufte Journalisten«: Welt-Chef wirft Redakteur via Twitter raus

Torben Grombery

Am späten Samstagnachmittag hat es dem Chefredakteur der Tageszeitung Die Welt, Stefan Aust (69), wohl gereicht. Nach einem Bericht der Wochenzeitung Junge Freiheit über ein angebliches Beratungsangebot an die AfD des Welt-Journalisten Günther Lachmann folgte ein kurzer Eintrag von Aust auf dessen Seite bei Twitter: »Die WELT trennt sich von Günther Lachmann«.

 

Die Gerüchte in den sozialen Netzwerken darüber, dass sich Welt-Redakteur Günther Lachmann, dessen Ehefrau das Medienportal Geolitico betreibt, der Partei Alternative für Deutschland (AfD) für eine Art »Beratertätigkeit« angedient haben soll, kursieren schon seit mehreren Wochen.

 

Wegen der anhaltend schlechten Berichterstattung, insbesondere über die AfD-Vorsitzende Dr. Frauke Petry in den letzten Wochen in der Tageszeitung Die Welt, zumeist verfasst von Welt-Autor Lachmann (das war nicht immer so), sah sich der Landesvorsitzende der AfD in NRW, Jurist und Lebensgefährte von AfD-Frontfrau Petry, Marcus Pretzell, zum folgenden Eintrag auf seiner Facebook-Seite genötigt:

 

»4.000,- €-Lachmann

- oder wie ein Journalist der Welt seine Unabhängigkeit verlor -

Liebe Facebookfreunde, heute möchte ich Ihnen Hintergründe ganz realer Sorte aus dem deutschen Journalismus berichten.

Was kostet ein Journalist und wie genau geht unabhängiger Journalismus? Was wäre der Preis für eine positive Berichterstattung über die AfD im Allgemeinen und ihre Vorsitzenden im Besonderen, in einer großen deutschen Tageszeitung?

Kennen Sie Günther Lachmann?

Er ist Journalist bei der Tageszeitung »Die Welt«. Er gehörte zu denjenigen, die in der Vergangenheit differenzierte Artikel über die AfD verfassten. Das tut er oberflächlich betrachtet auch weiterhin, allerdings mit einer kleinen aber ziemlich giftigen Besonderheit. Seit Juli 2015 lautet sein immerwährendes Mantra: Die AfD ist vernünftig, aber ihre Vorsitzende taugt nichts, ihr Kollege Jörg Meuthen kommt nur vor, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Sein letzter Artikel setzt der Sache die Krone auf. Persönliche Diskreditierungen und ein Aufguss eines Spiegel-Artikels, der vor Wochen jeden verfügbaren Schmutz zusammenfegte und neu zusammenfasste. Jeder innerparteiliche Gegner Petrys durfte anonym zum wiederholten Male seine Verleumdungen anbringen und drucken lassen. Unkenrufe über den Abtritt Petrys wurden von einem ungenannten Bundesvorstandsmitglied erwähnt und dies nicht zum ersten Mal. Angebliche Details aus Bundesvorstandssitzungen, zurechtgebogene Hintergrundinformationen über vorgebliche Machenschaften von Petry und manches mehr. Lachmann wird zum Sprachrohr all jener, die Petry loswerden möchten. Mit ihr selbst redet er seit einem halben Jahr nicht mehr und so findet eine kritische Überprüfung seiner Informanten nicht statt.

Das ist nichts ungewöhnliches. Interessant ist aber zu fragen, warum Herr Lachmann sich dafür hergibt.

Die naheliegende Antwort ist simpel und deshalb werde ich Ihnen ein paar Vorgänge aus dem letzten Jahr berichten, für deren Transparenz Herr Lachmann sicher dankbar sein wird, damit seine Leser ihn noch besser verstehen können.

Herr Lachmann gehört zu den Journalisten, die gerne über ihre schlechte Bezahlung berichten. Das ist zunächst weder verwerflich noch falsch. Aber Herr Lachmann gehört zu denjenigen, die auch klar sagen, dass sich das ändern muss.

Seine Frau betreibt daher eine Nachrichtenseite, auf der Herr Lachmann regelmäßig seine Artikel publiziert. Wir werden gleich darauf zurückkommen und sehen, welche Rolle diese Seite spielt.

Es ergab sich eines Tages, dass er darum anfragte, ob er die AfD im Pressebereich beraten könne. Da er mit Bernd Lucke nicht klar kam, strebte er dies nach der Veränderung in der Parteiführung im Juli 2015 an. Gerüchte darüber, dass er schon Bernd Lucke, um eine solche Zusammenarbeit angefragt habe, verstummten nie ganz und waren Gegenstand von Gesprächen auch mit Journalistenkollegen.

Verbrieft ist nun aber folgendes: Herr Lachmann wollte zwar die AfD mit Frauke Petry und Jörg Meuthen beraten, aber er wollte seinen Job als Journalist bei »Die Welt« nicht aufgeben und dort weiter verantwortlich sein für die Berichterstattung über die AfD. Ja, Sie hören richtig. Selbstverständlich wollte er auch das journalistische Online-Projekt seiner Frau weiter begleiten. Seine Vorstellung lautete daher ganz einfach: Teilzeit-Pressestrategie-Berater für die AfD!

Der Preis? € 4.000,- monatlich!

4.000,- monatlich für einen Nebenberuf, zu einem Vollzeitberuf und einem weiteren Projekt seiner Frau, erscheint zunächst viel. Bedenkt man aber, dass man sich damit den zuständigen Journalisten für die AfD einer angesehenen deutschen Tageszeitung kauft, ist der Preis vergleichsweise lächerlich. Man fragt sich unwillkürlich, wer denn noch so alles »Nebenjobs« in der deutschen Presselandschaft hat und wer das bezahlt.

Selbstverständlich hätte man das nicht offiziell mit einer Anstellung machen können, das machte Herr Lachmann daher schnell klar. Die 4.000,- € sollten über Umwege an ihn bezahlt werden. Entweder, so stellte er sich vor, sollte die Abwicklung über das Online-Portal seiner Frau laufen oder aber über einen anderen Mittelsmann, der offiziell diesen Auftrag als AfD-Berater erhalten sollte. Das Modell stieß bei Frauke Petry auf wenig Begeisterung, weil sie entgegen der von Herrn Lachmann zuletzt heraufbeschworenen »Skandale« hier einen echten erkannte.

Seitdem kommt keiner von Herrn Lachmanns Beiträgen ohne herabwürdigende Bemerkungen zu Frauke Petry aus.

Das ist nun nicht weiter besonders in der deutschen Presselandschaft, aber es bleibt in diesem Fall ein besonderes Geschmäckle.

Der für die AfD zuständige Journalist bei »Die Welt« schreibt zunächst fair und differenziert über Frauke Petry, versucht dann einen lukrativen Nebenjob von der Partei zu erhalten, scheitert damit und fängt dann an, konsequent die Parteivorsitzende mit Dreck zu beschmeißen.

Es wäre sicher ein leichtes gewesen, sich die loyale Berichterstattung dieses Herrn zu kaufen. Parteigelder und Steuergelder hätten ausreichend zur Verfügung gestanden. Wer dieses schmutzige und kriminelle Treiben aber nicht mitmacht, macht sich dagegen zur Zielscheibe des Herrn Lachmann, der seine persönliche Unzufriedenheit über seine persönliche finanzielle Situation zu Papier zu bringen versucht und dabei beständig bemüht ist, der Parteivorsitzenden der AfD mit Indiskretionen von Parteikollegen, Spekulationen und herabwürdigenden Wertungen eigener Art, ihr sonst inzwischen anerkennenswertes Image in der deutschen Presselandschaft zu beschädigen. Es gibt genug Journalisten, die weder die AfD noch Frauke Petry mögen, aber ihr Mittelmaß vorzuwerfen, bringt nur einer in dieser boshaften Form fertig. Vielleicht ahnen Sie, warum er das tut.

Lieber Herr Lachmann, persönliche Gespräche behandle ich in der Regel vertraulich und ich tue dies nicht gerne. Aber es gibt Grenzen, welche Boshaftigkeiten man sich von einer gekränkten Persönlichkeit in der Öffentlichkeit (nunmehr seit einem halben Jahr) bieten lassen muss. Ich wünsche allen Lesern eine spannende Woche.«

Seither war in dieser Angelegenheit recht wenig passiert. Nachfragen diverser Medien blieben von beiden Seiten weitestgehend unbeantwortet. Vor wenigen Tagen dann ein ausführlicher Artikel im Spiegel, der zum Tenor hatte, dass der Welt-Journalist Lachmann gegen die bösen Anschuldigungen von AfD-Landeschef Pretzell – die bisher allesamt nicht hinreichend belegt seien – juristisch zu Felde zieht.

 

Nur einen Tag später antwortete die Berliner Wochenzeitung Junge Freiheit mit einem Text, der wegen seiner brisanten Inhalte ordentlich Fahrt in die schäbige Angelegenheit brachte:

»So schrieb Lachmann in einer Mail vom 14. Juli 2015, also unmittelbar nach dem Abwahl Bernd Luckes als Parteichef, an Gabrecht: ›Wir sprachen gestern darüber, wie die AfD ihr national-konservatives Stigma los wird. Dazu kam mir eine Idee, die ich schnell mal aufgeschrieben habe. Lassen sie sich den Text mal einige Tage durch den Kopf gehen.‹ In einem dazugehörigen stichpunktartigen Konzept empfiehlt der Autor dann, die AfD zu einer ›Partei der verantwortungsbewußten Demokratie‹ zu entwickeln.

Vier Tage später legte Lachmann mit einem ›Konzept für ein Manifest der Verantwortungsdemokratie‹ nach. ›Die Partei braucht dringend einen ideologisch-weltanschaulichem Überbau‹, schrieb er in einer Mail an Gabrecht. ›Ich habe mal ein Manifest der Verantwortungsdemokratie skizziert, aus dem sich die AfD und folglich auch ihr Programm ableiten kann.‹ Und weiter: ›Es ist die Versicherung gegen alle Versuche, die Partei rechts zu verordnen.‹ Angefügt ist ein fünf Punkte umfassendes zweiseitiges Konzept.«

Diesen Artikel beantwortete Welt- Chefredakteur Aust noch am späten Samstagnachmittag auf seiner Seite bei Twitter kurz und knapp:

 

 

Auf Nachfrage von Spiegel Online erklärte Aust dazu anschließend:


»Solange wir Mitarbeitern kein unredliches Verhalten nachweisen können, stehen wir hinter ihnen, wenn es andere Informationen gibt, trennen wir uns von ihnen.«

 

Wir berichten weiter…

 

 

.

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