Thursday, 26. May 2016
24.06.2014
 
 

Bundesbank knickt ein: Deutschlands Gold bleibt in den »sicheren Händen« der Federal Reserve

Tyler Durden

Nachdem vor einigen Monaten enthüllt worden war, dass Deutschland 2013 nur armselige fünf Tonnen seiner Goldreserven (statt der beabsichtigten 84 Tonnen, die eigentlich geplant waren) zurückholen konnte, hat Deutschland offenbar die Absicht aufgegeben, seine Goldreserven, die sich einfach nicht mehr in den USA befinden, zu repatriieren.

 

Michael Krieger berichtete zudem unter Berufung auf Bloomberg, man habe sich entschieden, »es« (und damit ist nicht das reale Gold gemeint, das sich offensichtlich seit Jahrzehnten schon nicht mehr in der Federal Reserve (Fed) befand, sondern lediglich die Gold-Wertpapiere, die einen angeblichen Goldbesitz verheißen.

 

Näheres findet man hier und hier) bei der New Yorker Niederlassung der Fed, und damit in den »sicheren Händen« des früheren Goldman-Managers und heutigen Vorstandschefs der Fed in New York, William »Bill« Dudley, zu belassen.

 

Mike Krieger schrieb am gestrigen Montag in seinem Liberty-Blitzkrieg-Blog:

»In der vergangenen Woche veröffentlichte ich einen Beitrag mit der Überschrift ›Video des Tages – In ganz Deutschland kommt es verstärkt zu Protesten, in denen ein Ende der Vorherrschaft der Fed gefordert wird‹, der sich rasch im Internet verbreitete. Wenige Tage später stellte sich heraus, dass die verbrecherische politische Klasse Deutschlands interessanterweise beschlossen hat, die Goldreserven des Lands in New York zu belassen, anstatt sie, wie ursprünglich geplant, nach Deutschland zurückzuholen. Es ist schon eine ironische Wendung, dass, gerade als es in ganz Deutschland verstärkt zu Demonstrationen gegen die faschistische Federal Reserve kommt, die politische Klasse offiziell bekannt gibt, man wolle Deutschlands Goldreserven weiterhin jenseits des Atlantiks in der Obhut gerade dieser Federal Reserve belassen.

Der Fairness halber muss man sagen, dass diese Entscheidung für Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Kumpane vermutlich die einzige Möglichkeit war, ihr Gesicht zu wahren, nachdem die Fed ihnen bereits ein klares ›Nein‹ verkündet hatte, als sie zum ersten Mal darum baten, ihr Gold zurückholen zu dürfen. Warum sonst sollte es fast ein ganzes Jahrzehnt dauern, das Gold von New York nach Deutschland zu transportieren, wie es in dem aktuellsten Repatriierungs-Zeitplan vorgesehen war.«

Bei Bloomberg lesen wir:

»Deutschland hat entschieden, dass sein Gold in amerikanischer Hand sicher ist.

Wachsendes Misstrauen gegenüber dem Euro während der europäischen Schuldenkrise trat eine Kampagne los, die gesamten deutschen Goldreserven aus New York und London nach Deutschland zurückzuholen. Nach politischen Veränderungen in der Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Regierung zu dem Schluss gekommen, dass es vernünftig sei, die Hälfte der Goldreserven im Ausland unterzubringen.

»Die Amerikaner passen gut auf unser Gold auf«, erklärte Norbert Barthle, haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag in einem Interview, »Objektiv gesehen gibt es keinen Grund für Misstrauen«.

Das Ende der Diskussionen über eine Rückführung der zweitgrößten Goldreserven der Welt beseitigt die Ursache einer möglichen Irritation in den amerikanische-deutschen Beziehungen. Zugleich erteilt es Kritikern, wie etwa der Euro-kritischen Alternative für Deutschland (AfD) eine Abfuhr, die eine Rückführung der gesamten Goldreserven nach Frankfurt gefordert hatte, um zu verhindern, dass diese als Druckmittel eingesetzt werden könnten, um Deutschland zu zwingen, in der Währungsunion zu bleiben.

 

Die Deutsche Bundesbank schickte 2012 eine Delegation in die Tresore der New Yorker Fed, um den Goldschatz vor Ort zu überprüfen. Als Hüterin des Goldes ist die Bundesbank mit Sitz in Frankfurt verpflichtet, für dessen Sicherheit zu sorgen. Nach Ansicht der Bundesbank ist es vernünftig, einen Teil der Reserven im Ausland zu lagern, um diese im Notfall leichter in andere Währungen tauschen zu können.

 

Gerade der letzte Satz ist in seiner Orwellschen Irrationalität kaum mehr zu überbieten. Gold soll leicht in Devisen getauscht werden? Devisen können von korrupten Bankern in Anzügen und mit einem falschen Lächeln und beruhigenden Worten, die von komplexem Fachjargon nur so strotzen, in praktisch unendlichen Mengen herbeigezaubert werden.

 

Warum sollte Deutschland sein Gold dafür eintauschen? Aber es scheint, als seien viele Länder für diese einfache, aber wirksame Abzocke anfällig, wie ich in meinem Artikel hier darstellte:

»Die deutschen Goldreserven sind nach Angaben des World Gold Council die zweitgrößten weltweit und beliefen sich im März auf insgesamt 3.386,4 Tonnen.

Aufgrund der deutschen Nachkriegsgeschichte wird der größte Teil von ihnen in der Federal Reserve von New York gelagert; der Rest befindet sich in London, Paris und Frankfurt.

›Für den Moment ist unser Kampagne abgewürgt worden«, sagte Peter Boehringer, ein Euro-Kritiker aus München, der 2012 eine Initiative mitbegründete, die erreichen will, dass die gesamten Goldreserven nach Deutschland zurückgeholt werden, in einem Interview.«

Jetzt und für immer. Tut uns leid, ihr Trottel. Und hier erklärt euch Jürgen Hardt von der CDU, dass alles in bester Ordnung ist.

 

Update:

Zwischenzeitlich hat Bloomberg, die von ZeroHedge zitierte Quelle, irreführende Formulierungen korrigiert.
Eine ausführliche Entgegnung von Jan Kneist mit dem Titel


»Verzweiflung oder Unwissenheit? Bloomberg bringt dubiose »News« über die deutsche Gold-Rückholung«


finden Sie bei Goldseiten.de

 

 

 

 


 

 


Interesse an mehr Hintergrundinformationen?


Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • Lobbyisten: Die geheime Macht der Strippenzieher
  • Gesteuerte Konsumenten
  • Was wissen die Geheimdienste über mich?
  • Finanzgeier im Anflug: Absahnen in Pleitestaaten

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Nach Deutschland fordert nun auch Österreich eine Überprüfung seiner im Ausland gelagerten Goldreserven

Tyler Durden

Österreich ist nach Deutschland das zweite in seiner Bonität als »Triple A« eingestufte europäische Land, das sich offensichtlich wegen seiner Hartreserven Sorgen macht. Wie Overnight Bloomberg berichtet, tritt Österreich in die Fußstapfen der Deutschen Bundesbank und will nun auch seine in England gelagerten Goldreserven, die etwa 80 Prozent der  mehr …

Gold: Was verschweigt die Bundesbank zum deutschen Staatsgold?

Redaktion

Brisante Neuigkeiten zu unserer Frankfurter Zentralbank und dem Gold, das wir in New York eingelagert haben. Gold, das uns allen gehört. Dieses Gold hatte die Zentralbank teils zurückgefordert. Jetzt verzichtet sie weitgehend auf diese Forderung. Warum?  mehr …

Nach einem Jahr hat Deutschland lediglich armselige fünf Tonnen Gold von der New Yorker Federal Reserve zurückerhalten

Tyler Durden

Vor rund einem Jahr hatte die Deutsche Bundesbank die überraschende Entscheidung getroffen, die u.a. auch auf Enthüllungen von Zerohedge zurückging, 674 Tonnen Gold, die in den Tresoren der New Yorker Niederlassung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) und der französischen Zentralbank lagerten, nach Deutschland zurückzuholen. Bis  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Vereinigte Schulden von Amerika: Neue Horrorzahlen

Michael Snyder

Man mag es kaum glauben, aber es stimmt: Die Amerikaner stehen inzwischen mit fast 60 000 Milliarden Dollar in der Kreide! Genau genommen sind es 59 400 Mrd. Dollar, wenn man Staatsschulden, Firmendarlehen, Hypotheken und Verbraucherschulden addiert. Eine Summe, die sich jeder Beschreibung entzieht. Hätten Sie beispielsweise zur Zeit Jesu gelebt  mehr …

Saudi-Arabien in der Ölpreis-Falle

Markus Gärtner

Könnte Saudi-Arabien das größte Opfer der chaotischen Entwicklungen im Nahen Osten werden? Die Königsfamilie scheint dies zu befürchten. Und zwar schon länger. Sie tut seit Jahren alles, um den Ölpreis bei 90 bis 100 Dollar je Barrel zu halten. Damit können die massiven sozialen Leistungen und Subventionen  in der Monarchie zur Stützung des  mehr …

Gen-Bananen kommen in Ihren Supermarkt – dank Bill Gates

J. D. Heyes

Was hat die Entwicklung genmanipulierter Bananen mit dem reichsten Mann der Welt, Microsoft-Gründer Bill Gates, zu tun? Alles.  Wie die Techniknachrichten-Website CNet News berichtet, forscht der Wissenschaftler James Dale an der Queensland University of Technology in Australien seit Jahren an der Entwicklung einer besseren Banane. (Was soll an  mehr …

USA gegen Syrien oder »Wie man innerhalb von drei Jahren einen Krieg verliert«

Tony Cartalucci

Die Regierung in Damaskus und die syrische Armee haben nach den seit drei Jahren andauernden verheerenden Kämpfen begonnen, im ganzen Land wieder für Ordnung zu sorgen. Homs, die so genannte »Hauptstadt der Revolution«, ist von Regierungstruppen zurückerobert worden, die Menschen kehren in ihre Häuser zurück. Die Wahlen, die kürzlich in ganz  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.