Montag, 21. August 2017
28.12.2014
 
 

Schwarzer Jugendlicher wegen eines Paars Air-Jordan-Schuhe erschossen

Tyler Durden

Aus Sicht der Polizei handelt es sich um eine »willkürliche Tat nach dem Motto ›Ich will etwas haben, was eigentlich jemand anderem gehört – und das werde ihm nun einfach wegnehmen‹«. Und so wurde der 16-jährige schwarze Jugendliche Jawaad »JJ« Jabbar bei dem mutmaßlichen Versuch, einem Mann seine Air-Jordan-Schuhe im Wert von 200 Dollar zu stehlen, erschossen.

 

Nachdem es Jabbar und zweien seiner Mitschüler aus Middletown im US-Bundestaat Ohio nicht gelungen war, ein Exemplar der nur in begrenzten Stückzahlen verfügbaren »Sonderausgabe« dieses Schuhs zu kaufen, fuchtelte er später mit einer Pistole vor einen Mann unbekannter Hautfarbe herum, der ein Paar dieser Schuhe ergattert hatte.

 

Der Mann, der im Besitz eines gültigen Waffenscheins ist, der es ihm erlaubt, verdeckt eine Waffe zu tragen, schoss einmal auf Jabbar und tötete ihn. Da der schwarze Teenager nicht von einem weißen Polizisten getötet wurde, dürfte es wohl kaum zu weitreichenden Protesten, Äußerungen des schwarzen Predigers Al Sharpton oder einem allgemeinen Aufschrei in den Mainstream-Medien kommen.

 

Familienangehörige, Freunde und Vertreter der Middletown Highschool zeichneten am Montag ein ganz anderes Bild von Jawaad Jabbar, als das eines 16-Jährigen aus schwierigen Verhältnissen, der erschossen wurde, als er versuchte, einem Mann die Sportschuhe zu rauben, die dieser gerade gekauft hatte.

 

Laut Polizeibericht kam es zu dem tödlichen Schuss auf Jawaad Jabbar, nachdem eine nur begrenzte Stückzahl eines begehrten Modells eines Air-Jordan-Schuhs im Einkaufszentrum Dayton Mall in der Gemeinde Miami zum Verkauf angeboten worden war. Die drei Jugendlichen aus Middletown seien nicht in der Lage gewesen, sich diese teuren Schuhe im Wert von 200 Dollar zu kaufen, und hätten daher versucht, sie einem Mann, der sie gerade gekauft hatte, zu rauben.

 

Einer der Jugendlichen hätte außerhalb des Einkaufszentrums eine Schusswaffe gezogen. Daraufhin habe der Mann einmal geschossen und Jabbar tödlich getroffen. Der Schütze sei im Besitz eines gültigen Waffenscheins gewesen, der ihm das verdeckte Tragen einer Waffe erlaubt habe. Bisher wurden offiziell gegen keine der beteiligten Personen ein Verfahren eröffnet, aber die beiden anderen an dem Raubversuch beteiligten Jugendlichen befinden sich noch in polizeilichem Gewahrsam.

 

Jawaads Vater, Wallace Jabbar, wollte sich am Montagabend nicht zu dem tödlichen Schuss auf seinen Sohn äußern, als man ihn telefonisch erreichte. Aber er sei über den Tod seines Sohnes natürlich am Boden zerstört. Er habe außerhalb gearbeitet, sagte er noch, dann brach das Gespräch ab.

 

Einer der am Geschehen beteiligten Jugendlichen war im April 2013 wegen eines »geringfügigen Vergehens« verwarnt worden, weil er damals eine Pistole mit in die Schule gebracht hatte, die von dem für die Sicherheit an der Schule verantwortlichen Beamten (School Resource Officer, SRO) für eine echte Waffe gehalten worden war. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um eine Luftpistole, die allerdings einer halbautomatischen Schusswaffe täuschend ähnlich sah.

 

Ein anderer der drei Jugendlichen war im Mai 2012 von der Polizei wegen öffentlicher Ruhestörung vorgeladen worden, nachdem er zusammen mit zwei anderen Jugendlichen in einem Ladengeschäft an der North University randaliert hatte. Am Tag zuvor hatte der Geschäftsführer sie des Ladens verwiesen, weil sie für Unruhe gesorgt hatten. Am folgenden Tag kamen sie wieder ins Geschäft, beschimpften den Geschäftsführer und warfen mit Flaschen, wobei sie zwei Kunden trafen, hieß es im Polizeibericht. Die Namen der beiden anderen beteiligten Jugendlichen wurden aufgrund der noch laufenden Ermittlungen nicht genannt.

 

Jawaad Jabbar war erst in diesem Jahr aus Columbus in den Schulbezirk der Stadt Middletown gezogen und gehörte dem Footballteam der zehnten Klasse an. Zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres waren ihm Bagatelldiebstähle von Keksen, zwei Blechen mit gebratenem Hähnchenfleisch, einem Snickers-Riegel und einem Blech Sushi aus dem Lebensmittelladen Kruger am Towne-Boulevard vorgeworfen worden, wie aus Polizeiakten hervorgeht. Auch zwei andere Jugendliche aus dem Footballteam wurden beschuldigt, kleinere Diebstähle begangen zu haben.

 

Jawaad wurde auch der »Belästigung der Allgemeinheit« beschuldigt, nachdem er bei einem Baseballspiel einen Schüler der Hamilton Highschool geschlagen haben sollte. Zudem soll er einmal in der Schule eine kleine Menge Marihuana bei sich geführt haben, heißt es in Polizeiunterlagen.

 

Pfarrer Michael Bailey von der Faith United Church und Vertrauens-Ansprechpartner an der Middletown Highschool erklärte, Jawaad sei mindestens zwei Mal wegen Fehlverhaltens von der Schule suspendiert worden. Bailey sagte weiter, die Nachricht, der eigentlich eher zurückhaltende Jawaad Jabbar sei an einem Raubversuch eines Paars Tennisschuhe beteiligt, habe ihn »völlig umgehauen«. »Was habe ich nur übersehen?«, fragte er. »Ich habe es einfach nicht kommen sehen«. Sein Leben wegen eines Paars Schuhe zu verlieren, zeige, wie materialistisch die Gesellschaft geworden sei. Bestimmte Dinge bekämen ein besonderes Gewicht als Statussymbole. Man zeige sozusagen: »Sieh mal, ich habe welche, und wie sieht’s mit dir aus?«, sagte der Geistliche.

 

Ladonna Matthers, eine Cousine Jawaads, hatte mit dessen Vater über den Tod seines Sohnes gesprochen. Später sagte sie: »Sein Herz ist gebrochen. Es ist eine Tragödie.« Jawaads Vater hatte am Montag auswärts gearbeitet. »Dies ist ein sehr trauriges Ereignis. [Jawaad] war ein freundlicher und guterzogener junger Mann. Er spielte gern Videospiele … er war ein guter Junge. Leider wurde er in Ereignisse verwickelt, die ihn sein Leben kosteten.« Matthers meinte weiter, sie habe niemals davon gehört, dass er in kriminelle Dinge verwickelt gewesen sei. »Ich bin darüber sehr überrascht. Aber trotzdem war er ein 16-jähriger Jugendlicher, was immer man auch über seine Vergangenheit sagt.«


Sie berichtete, Jawaads Vater habe oft lange auswärts gearbeitet, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern. »Wir müssen uns unbedingt um unsere Jugendlichen kümmern. Er ist nicht der Einzige, viele aus unserer Umgebung sind aufgrund von Drogen, Geld oder anderer unwichtiger Dinge gestorben. Sie hatten kaum eine Chance, und daher gerieten sie vielleicht auf die schiefe Bahn.«


Die Internetseite Live Leak fasst die traurigen Ereignisse lapidar so zusammen:

 

»Ein weiterer junger schwarzer Erwachsener, der versuchte, ein normales Leben zu führen, wurde tragischer Weise noch vor der Blüte seines Lebens von einen Mann erschossen, der versuchte, aus egoistischen Motiven das letzte Paar Air-Jordan-Schuhe zu ergattern. (Wie weit ist es mit unserer Welt schon gekommen?) Wenn doch nur Al Sharpton dort gewesen wäre, um dieser jungen Säule der Gesellschaft seine Unterstützung zu gewähren?«

 

 

 

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Leser-Kommentare (27) zu diesem Artikel

08.03.2015 | 18:46

Bodo Matern

"Der Mann unbekannter Hautfarbe"?
Ist es mittlerweile auch ganz offiziell so weit, daß man sich als Weißer nicht mehr gegen Raubüberfälle wehren darf?
Und der Täter ist rein zufällig dem Namen nach wieder mal ein Korandertaler, der die Schuhe aus den Klauen des Ungläubigen befreien wollte?


31.12.2014 | 11:30

Verleihnichts

Wieder ein Übergriff auf einen armen, unschuldigen Farbigen. Er wollte doch nur auch haben, was der reiche, lieblose, wahrscheinlich Weiße Mann, schon hatte. Da die Schwarzen doch per se benachteiligt sind, hätte der Schuhbesitzer diese Statussymbole dem armen Jungen, politisch korrekt doch übergeben müssen, oder?


31.12.2014 | 11:10

Joachim Swiersy

Bitte nehmt euren Kindern die Spielzeugwaffen ab.Polizisten die überreizt und übermüdet sind,können das Spielzeug als echte Waffe ansehen!


30.12.2014 | 00:17

EU-Gegner

Wenn sich der Sachverhalt, wie im Artikel geschildert, so zutrug, dann handelte es sich um einen Raubüberfall. Das war einwandfrei Notwehr. Hätte ich nicht anders gemacht. Beifall.


29.12.2014 | 16:57

DasUrmelausdemEis

Als ich die Überschrift gelesen hatte, hatte ich eigentlich ein ganz anderes Bild der Situation. Ein farbiger Jugendlicher wird einfach so erschoeen - wegen eines Paars Air-Jordan-Schuhe! Nun liest sich das aber ganz anders: Der Jugendliche wollte diese Schuhe jemandem stehlen, der sie sich kurz zuvor gekauft hatte. Zuvor war dieser Jugendliche schon durch Bagatell-Delikte aufgefallen. Nun ja, "schwierige Verhältnisse" - bei uns nennt man das "schlechte...

Als ich die Überschrift gelesen hatte, hatte ich eigentlich ein ganz anderes Bild der Situation. Ein farbiger Jugendlicher wird einfach so erschoeen - wegen eines Paars Air-Jordan-Schuhe! Nun liest sich das aber ganz anders: Der Jugendliche wollte diese Schuhe jemandem stehlen, der sie sich kurz zuvor gekauft hatte. Zuvor war dieser Jugendliche schon durch Bagatell-Delikte aufgefallen. Nun ja, "schwierige Verhältnisse" - bei uns nennt man das "schlechte Kindheit". Wir haben das nur andere gemacht, die auch eine schlechte Kindheit hatten, sprich aus schwierigen Verhältnissen stammten, die es trotzdem geschafft hatten, aus diesen schweirigen Verhältnissen herauszukommen, in der Schule gelernt haben, einen Beruf ergriffen haben und nicht darauf angewiesen waren, anderen etwas zu stehlen, was man selbst haben wollte.


29.12.2014 | 01:18

Tyler meine Tropfen

Welche Farbe hatten die Schuhe, welche die Schuhriemen? War die Pistole glatt poliert, oder eher matt? Hatte der Schütze zur Tat grüne, oder blaue Socken an? Oder gar keine. Kommt denn hier noch was, oder war das "schon" alles? Wie man aus einem Artikel ein Buch schreiben kann, zeigt uns diese Geschichte. Tyler´s Story.

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