Neue US-Studie: Gen-Raps verseucht natürliche Bestände großflächig
Udo Schulze
Was die Gegner genetisch veränderter Pflanzen lange befürchtet haben, ist jetzt eingetreten. US-Wissenschaftler haben in einer groß angelegten Studie nachgewiesen, dass genmanipulierter Raps die natürlichen Bestände des Getreides angreift und verändert. Mitverantwortlich sollen dabei die Herbizide der Firma »Monsanto« sein.
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Cynthia Sagers, Ökologin an der University of Arkansas, hat jetzt zusammen mit ihrem Team die Forschungsergebnisse vorgestellt und für eine Welle der Empörung gesorgt. Demnach stellten die Wissenschaftler fest, dass es in den USA inzwischen kaum noch natürlich gewachsenen Raps gibt. Vielmehr hätten Kreuzungen aus genmanipuliertem Raps und natürlichem stattgefunden. Das Ergebnis: Eine dritte, in ihren Genen künstlich veränderte Art bildete sich heraus. Sämtliche von Sagers in einem Versuch angebauten natürlichen Sorten hätten diesen Prozess durchlaufen, hieß es.
Betroffen ist ein 5.400 Quadratkilometer großes Gebiet in Dakota, in dem Herbizide der Firma Monsanto eingesetzt worden waren. Die Pflanzenschutzmittel, so die Forscherin, hätten die Eigenschaft zur genetischen Veränderung von Raps. Monsanto hingegen ließ erklären, dass Lastwagen, die mit genverändertem Getreide beladen waren, »geringe Mengen davon« unterwegs verloren hätten. Diese kleinen Mengen hätten sich dann auf wenige Felder verteilt. Sagers und ihre Mitarbeiter wollen sich damit allerdings nicht zufriedengeben und forschen weiter. Während ihrer Studie bemerkte das Team der Ökologin in den USA einen eklatanten Mangel an Überwachungsmechanismen bezüglich genveränderter Pflanzen. Ob Druck seitens der Industrie oder reine Interessenlosigkeit im Bereich der Politik dafür verantwortlich sind, ließ die Naturwissenschaftlerin offen.
Wie eine Epidemie könne sich der künstliche Raps inzwischen rund um den Erdball verbreiten, warnten die Forscher. Immerhin würden bereits in ganz West-Kanada, den USA und Australien genetisch veränderte Rapssorten angebaut und exportiert.
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