Sunday, 31. July 2016
24.02.2016
 
 

Äthiopien: Nichts zu essen, aber Waffen kaufen

Udo Ulfkotte

Ich habe Äthiopien oftmals besucht. Meist musste ich als Journalist dorthin, um mitleiderweckende Geschichten über hungernde Afrikaner zu schreiben. Nicht schreiben durfte ich, dass der Hunger selbst verschuldet war, die ständigen Hilfslieferungen immer wieder auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden und das Geld dann sofort für Waffenkäufe ausgegeben wurde.

 

Seit vielen Jahrzehnten schon freuen sich äthiopische Politiker darüber, wenn westliche Staaten und Organisationen »Hungerhilfe« leisten. In manchen Ländern wird wahrheitsgemäß darüber berichtet, was dann passiert: Die Lieferungen werden zumindest in Teilen weiterverkauft. Und mit dem so erzielten Geld werden neue Rüstungskäufe finanziert.

Wer für Hungernde in Afrika spendet – etwa in Äthiopien –, der muss sich darüber im Klaren sein, dass er auch die Rüstungsindustriellen finanziert. Darüber berichtete der Londoner Telegraph. Die BBC recherchierte die Vorwürfe nach – und bestätigte sie. Mal profitiert die äthiopische Regierung, mal profitieren die »Warlords« (die mörderischen Chefs der Rebellengruppen).

 

In ganz Afrika kaufen Hungerrepubliken modernste Waffen – etwa Kampfflugzeuge, von denen keiner weiß, was die Länder damit vorhaben, denn fliegen oder warten können sie diese nicht. Auch die Hungerrepublik Äthiopien kauft solche Kampfflugzeuge, etwa des russischen Typs Su-30. Die CIA hält in ihrer öffentlich zugänglichen Datenbank für jeden frei abrufbar Berichte bereit, in denen sie beschreibt, wie dreist die Äthiopier westliche Hungerhilfe in Rüstungsgüter eintauschen. Seit 1985 veröffentlicht die CIA solche Berichte.

 

Äthiopien ist seit Jahrzehnten ein größerer Kunde der israelischen Rüstungsindustrie. Äthiopien kaufte unlängst 200 Kampfpanzer des Typs T-72 aus der Ukraine. Einer der größten Waffenlieferanten der Hungerrepublik Äthiopien ist jedoch Nordkorea. Die »Waffenbrüderschaft« beider Länder wurde erst unlängst wieder groß gefeiert.

 

Es ist unbestritten, dass Äthiopien Hilfslieferungen für Waffenkäufe zweckentfremdet. Und es ist unbestritten, dass Entwicklungshilfe in Äthiopien für politisches Wohlgefallen von Bevölkerungsgruppen missbraucht wird. Jene, die der Regierung im Land nicht gehorchen, lässt man einfach verhungern. Jeder Cent, der von uns nach Äthiopien fließt, fördert dort die Unterdrückung – sagen Menschenrechtsorganisationen.

 

Doch wieder einmal entfacht eine ganze Armada deutscher Propagandamedien derzeit eine Welle des Mitgefühls für Äthiopien, wo angeblich ohne unsere Hilfe zehn Millionen Menschen verhungern werden.

 

Dabei haben Entwicklungshilfefachzeitschriften schon im Jahr 2000 darauf hingewiesen, dass man dem deutschen Steuerzahler nicht mehr ewig werde erklären können, warum regelmäßig trotz internationaler Hilfe Menschen in Äthiopien verhungern. Die Antwort: Die Asyl- und Hilfsindustrie hat ein Interesse daran, die Zustände zu erhalten.

 

Das Magazin Geo berichtete im Jahr 2011 schon darüber, wie gewaltig die Anbauflächen für Landwirtschaftsprodukte inzwischen in Äthiopien sind. Dummerweise wird ein Großteil der im Land erzeugten Lebensmittel exportiert. Und die Regierung kauft dann wieder neue Waffen. Und wenn die Lager mit Lebensmittelvorräten leer sind, dann gibt es Gutmenschen da draußen, die mithilfe von westlichen Propagandamedien ganz schnell dazu gebracht werden, ihre letzten Groschen für Äthiopien zu spenden. Das freut die Hintermänner.

 

 

 

 

 

 

 

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