Tuesday, 26. July 2016
23.08.2008
 
 

Der Fluch des Fortschritts (I.) – In Großbritannien sind alle Daten über Kriminelle abhanden gekommen…

Udo Ulfkotte

Während man in Deutschland über den illegalen Handel mit den Daten von Millionen unbescholtenen Bürgern diskutiert, erlebt Großbritannien einen Super-GAU. In London sind die Daten von 130.000 Kriminellen abhanden gekommen. Sie sind einfach weg. Und nun hat man Panik.

In Deutschland gibt es einen »Skandal« um die Weitergabe personenbezogener Daten. Das ist bekannt. Und die Politiker beschäftigen sich mit dem Fall. Wirtschaftsminister Michael Glos brachte ein vollständiges Handelsverbot von personenbezogenen Daten ins Gespräch, die Justizministerin Brigitte Zypries will die Gewinne der Datenhändler abschöpfen. Solche Vorschläge sind politischer Alltag. Was aber macht man, wenn brisante Daten nicht verkauft werden, sondern einfach verschwinden ...?

In Großbritannien ist ein USB-Stick mit den Daten von 84.000 Häftlingen, 10.000 Schwerverbrechern und zehntausenden weiteren Daten Krimineller einfach verloren gegangen. Man hat nun Angst davor, dass zehntausende Häftlinge die Regierung auf Schadensersatz verklagen. Denn die Daten sind auf dem USB-Stick nicht verschlüsselt. Und ein jeder Finder des USB-Sticks hätte den freien Zugriff auf alle Datensätze.  Da gibt es Datensätze über Sexualstraftäter, Datensätze über potentielle Terroristen und Datensätze über Personen, die observiert werden. Der britische Telegraph berichtet nun, dass der britische Steuerzahler wohl nun jedem Kriminellen, der wegen der Datenschlamperei ein Gerichtsverfahren anstrenge, Schmerzensgeld zahlen müsse, weil Rechte verletzt und die Datensicherheit grob fahrlässig gehandhabt worden sei. Dummerweise reiht sich der peinliche Vorfall ein in eine Reihe ähnlicher Vorkommnisse. Seit 2003 werden nun mindestens 88 USB-Sticks mit geheimen oder streng vertraulichen Daten bei den Regierungsbehörden vermisst ...

Nun sollten deutsche Leser nicht hochmütig über die Datenschlamperei der Briten lächeln. Denn ganz zaghaft kommen in diesen Tagen Meldungen an die Öffentlichkeit, dass es solche Datenschlampereien auch in deutschen Justizkreisen gibt, Beispiel Rheinland-Pfalz: Dort sind persönliche Daten aus der Jugendstrafanstalt Schifferstadt auf der Straße gefunden worden. Ein Pfortenbuch mit den Namen von mehr als 150 Anwälten, rund 200 jugendlichen Häftlingen und zahlreichen Ermittlern geriet in die falschen Hände. In dem Kalender seien Besuche von Anwälten bei ihren Mandaten vermerkt worden, heißt es. Man hatte die Unterlagen nicht korrekt entsorgt.

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