Friday, 26. August 2016
23.08.2008
 
 

Der Fluch des Fortschritts (II.) – Die biometrische Datenerfassung von Schulkindern

Udo Ulfkotte

Biometrische Daten sind bei Sicherheitsbehörden hoch begehrt. Immerhin glaub man mit ihrer Hilfe die Verbrechensbekämpfung weiter intensivieren zu können. Die Sammelwut kennt keine Grenzen. Und in immer mehr Schulen werden den Kindern in allen Klassen Fingerabdrücke abgenommen. Das soll angeblich künftig ihr Leben vereinfachen.

Seit mehr als einem Jahr schon wächst die Zahl jener Schulen und Universitäten in der Welt, an denen den Schülern und Studierenden Fingerabdrücke abgenommen werden. Mit Hilfe dieser biometrischen Daten sollen sie etwa einen schnellen Zugang zu Kantinen bekommen. Sie bezahlen dort mit ihrem Fingerabdruck. Brad Lorge war einer jener Schüler, der überraschend aus seiner Klasse an der australischen Ku-ring-gai High Schule aus der Klasse gerufen und zur Abgabe seiner Fingerabdrücke aufgefordert wurde. Der Junge weigerte sich. Und er war nicht der einzige. Die Regierung stoppte das Projekt – weil es zu viel Aufsehen gab.

Nun ist Australien weit entfernt und man mag das auf den ersten Blick für einen Einzelfall halten. Auch in Großbritannien gibt es solche Projekte, etwa an der Ouesdale-Schule in Newport Pagnell. Ein 15 Jahre alter Schüler beschwerte sich bei der Lokalzeitung darüber, dass er seine Fingerabdrücke »wie bei einem Kriminellen« nehmen lassen müsse, um an der in britischen Schulen üblichen Schulspeisung teilnehmen zu dürfen.  An der Caldicott-Comprehensive-Schule in Newport/Wales protestierten die Eltern gegen die zwangsweise Abnahme der Fingerabdrücke ihrer Kinder. Die BBC hat die Proteste der Eltern dokumentiert. Auch im Abbey College in Ramsey/Cambridgeshire mussten die Schüler ihre Fingerabdrücke einscannen lassen. Auch an der Tretherras-Schule in Cornwall wurde das System inzwischen eingeführt – für 30.000 Pfund. Es finden sich viele Schulen, die diesem Beispiel gefolgt sind. Und in den meisten Fällen werden die Eltern nicht einmal über die Abnahme der Fingerabdrücke ihrer Kinder informiert. In Derry/Nordirland hat das Oakgrove College den Eltern die Aktion vorenthalten. Besorgte Eltern wurden daraufhin zu Bloggern. Und inzwischen finden sich auch Foren zum diesen Aktionen im Internet.

Angeblich – so versichern es die Schulen den besorgten Eltern – sind die gewonnenen Fingerabdrücke der Kinder für die Sicherheitsbehörden wertlos, da sie nur rudimentäre Eckpunkte beinhalten. Das jedenfalls erzählt man den Eltern – um sie zu beruhigen. Wie man allerdings aus diesen »rudimentären Eckpunkten« bei den Sicherheitsbehörden dann doch wieder komplette Fingerabdrücke erstellt, das ist in einer Studie aus dem Jahre 2007 auch im Internet für jeden frei einsehbar. In immer mehr westlichen Staaten werden nun Schülern die Fingerabdrücke abgenommen. In den meisten Fällen bekommen die Eltern das nicht einmal mit – es geschieht »spielerisch«. Ob die Daten tatsächlich bei den Schulen verbleiben, wer weiß das schon. Und die Zahl der Datenschutzskandale nimmt unterdessen nicht ab, sondern zu. Ist die Abnahme der Fingerabdrücke von Kindern in den Schulen da wirklich erforderlich …?

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