Der Teufel spricht Schwedisch: die Wahrheit über IKEA
Udo Ulfkotte
Wer bei IKEA kauft, der muss wohl ziemlich skrupellos sein. Dank geschickter Werbung hat sich der schwedische Konzern ein multikulturelles Image zugelegt. Deutschsprachige Medien fördern dieses krude IKEA-Bild. In diesen Tagen schauen deutsche Medien besonders fleißig weg, wenn es um diesen großen Werbekunden geht. Selbst die Moskauer Pravda berichtet jetzt darüber, wie IKEA in Stasi-Gefängnissen in der früheren DDR politische Häftlinge missbrauchte. Doch IKEA zählt in Deutschland zu den großen Werbekunden.

Es ist bekannt, dass IKEA-Gründer Ingvar Kamprad ein Sympathisant und Förderer der Nazis war. Doch so wie im Falle des früheren SS-Mannes Günter Grass verziehen deutsche Medien auch Ingvar Kamprad, weil er sich nach dem Zweiten Weltkrieg angeblich völlig geändert hatte. Ingvar Kamprad wurde zu einer Ikone der 68er. Wer für Frieden, Freiheit und Menschenrechte ist, der kauft seither bei IKEA. Das jedenfalls ist das Bild, das deutschsprachige Medien heute von IKEA zeichnen.
Doch wenn deutschsprachige Medienhäuser auch nur noch einen Funken Moral und Ethik hätten, dann dürfen sie wohl ab sofort keine Werbung mehr für IKEA annehmen: das schwedische Möbelhaus hat sich in den 1970er- und 1980er-Jahren Stasi-Unterlagen zufolge unmöglich verhalten. IKEA hat in DDR-Gefängnissen Häftlinge wie Sklavenarbeiter unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen beispielsweise Sofas fertigen lassen. Ingvar Kamprad sagt heute dazu, wenn das so gewesen sei, dann sei es im »Interesse der Gesellschaft« gewesen. An 65 Orten ließ IKEA unter verheerenden Arbeitsbedingungen in der früheren DDR produzieren. Der Londoner Telegraph spricht von »Sklavenarbeit«. Belgische und niederländische Medien sprechen nach den Enthüllungen aus dem Stasi-Archiv ebenso von politischen Gefangenen, die als Sklavenarbeiter von IKEA missbraucht wurden. Auch im Baltikum wird groß darüber berichtet. Und in Rumänien. In vielen europäischen Ländern steht IKEA derzeit am Pranger, weil das Unternehmen in einem kommunistischen Land politische Häftlinge wie Sklavenarbeiter eingesetzt haben soll. IKEA sagt dazu (siehe oben), wenn das so gewesen sei, dann sei es halt im »Interesse der Gesellschaft« gewesen.
Erst unterstützte IKEA-Gründer Ingvar Kamprad die menschenverachtenden Nazis. Anschließend unterstützte er die ostdeutsche Diktatur. Und von solch einem Verbrecher-Imperium nehmen deutsche Medienhäuser Geld und schalten Anzeigen. Mehr noch: Sie enthalten das alles den deutschsprachigen Bürgern vor. Denn eine großflächige Berichterstattung über die Stasi-Unterlagen und IKEA gibt es hier nicht. Vielleicht würde manch ein anständiger Mensch ja sonst Skrupel bekommen, wenn er bei IKEA einkauft. Besonders erstaunlich: Enthült hat das alles der deutsche WDR. Und nun herrscht Schweigen im deutschen Medienwald.
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