Die Muslimbruderschaft: Allahs grüne Nazis
Udo Ulfkotte
Bei den Umbrüchen in der arabischen Welt gilt die Muslimbruderschaft als wichtigste »Oppositionsgruppe«. Was will diese Organisation? Steht sie wirklich für den demokratischen Wandel? Im Dezember 2010 hat das amerikanische Meinungsforschungsinstitut PEW Ergebnisse einer großen Umfrage unter Muslimen in islamischen Staaten veröffentlicht, die aufhorchen lassen. Demnach wünschen sich 59 Prozent der Ägypter einen streng islamischen Staat, der von Islamisten regiert wird. 85 Prozent der Ägypter fordern die Todesstrafe für jene, die sich vom Islam lossagen und Religionsfreiheit wünschen. Die Muslimbruderschaft ist die einzige Gruppe, die diese undemokratischen Ziele politisch in allen arabischen Staaten verwirklichen will. Denn das erklärte Ziel der Muslimbruderschaft ist die Vernichtung der freiheitlichen westlichen Demokratie und die Wiedererrichtung des Kalifats – eines islamischen Gottesstaates, in dem es keine Trennung von Staat und Religion, keinen politischen Pluralismus, keine Meinungsfreiheit, keine Gleichberechtigung und keine Menschenrechte gibt.
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Im Dezember 2010 hat das amerikanische Meinungsforschungsinstitut PEW Ergebnisse einer großen Umfrage unter Muslimen in islamischen Staaten veröffentlicht, die aufhorchen lassen. Demnach wünschen sich 59 Prozent der Ägypter einen streng islamischen Staat, der von Islamisten regiert wird. 85 Prozent der Ägypter fordern die Todesstrafe für jene, die sich vom Islam lossagen und Religionsfreiheit wünschen. Die Muslimbruderschaft ist die einzige Gruppe, die diese undemokratischen Ziele politisch in allen arabischen Staaten verwirklichen will. Denn das erklärte Ziel der Muslimbruderschaft ist die Vernichtung der freiheitlichen westlichen Demokratie und die Wiedererrichtung des Kalifats – eines islamischen Gottesstaates, in dem es keine Trennung von Staat und Religion, keinen politischen Pluralismus, keine Meinungsfreiheit, keine Gleichberechtigung und keine Menschenrechte gibt.
In Deutschland hat die Muslimbruderschaft am 30. Januar 2011 ein Manifest veröffentlicht, in dem
sie ihre Ziele für die deutschsprachigen Länder nennt. Darin heißt es etwa unmissverständlich: »Die Grundlagen unserer Religion sind von Allah gesandt; deshalb gibt es, anders als bei der Bibel der Christen, keine historisch-kritischen Interpretationsmöglichkeiten, die zu einem Euro-Islam führen könnten. […] Um unser Menschenrecht zu gewährleisten, als Muslime leben zu dürfen, fordern wir in der Bundesrepublik Deutschland und in der Republik Österreich die gesetzliche Gleichstellung des Islam mit christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften, entsprechend der Strafverfolgung des Antisemitismus: Kriminalisierung der Islamfeindlichkeit, das Recht, ebenso wie Christen und Juden auf die Besetzung einschlägiger Fakultäten bestimmenden Einfluss auszuüben, den Religionsunterricht an Schulen – genauso wie Christen und Juden – für Muslime mit eigenen Lehrkräften gestalten zu können, ebenso wie Christen und Juden Einfluss auf die Gestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, und – so wie in Großbritannien – Scharia-Gerichte, die von Muslimen besetzt sind und die zivil-, insbesondere familienrechtliche Auseinandersetzungen nach islamischem Recht beurteilen können«.
Der Slogan der Muslimbruderschaft lautet: »Allah ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unser Gesetz. Der Dschihad ist unser Weg. Auf Allahs Weg zu sterben ist unsere höchste Hoffnung.« Kaum ein Europäer kennt die Muslimbruderschaft. Dabei ist sie sogar die ideologische Keimzelle fast aller gegenwärtigen islamischen Terrororganisationen. Die radikalen Ideen der Muslimbruderschaft haben ganze Generationen von Islamisten geprägt. Was aber will die Muslimbruderschaft? Wer gründete sie und welchen Einfluss nimmt sie heute auf die Muslime der Welt?
Im Geschichtsunterricht haben wir Europäer Ursachen und Entstehung des Nationalsozialismus kennengelernt. Die Weltwirtschaftskrise der zwanziger Jahres des vergangenen Jahrhunderts, soziale Spannungen, Massenarbeitslosigkeit und das Aufkommen von »Führern«, die den Massen die »Errettung« versprachen. Während der Aufstieg des Nationalsozialismus heute als fester Bestandteil zum europäischen Schulunterricht gehört, ist die Entstehung der totalitären Ideologie der Islamisten im Umfeld der Muslimbruderschaft für europäische Schüler ein weißer Fleck. Nicht ein europäisches Schulbuch behandelt diese Entwicklung. Dabei entstand die totalitäre Ideologie der Muslimbruderschaft zur gleichen Zeit, als in Europa der Nationalsozialismus seinen Werdegang nahm. Es waren die gleichen historischen Umstände, die gleichen geschichtlichen Abläufe, die sie förderten. Wer diese Geschichte studiert, wird nicht nur Parallelen erkennen; vielmehr bildeten Nationalsozialismus und totalitäre Ideologie der Muslimbruderschaft ein enges Bündnis – ein Bündnis, das bis in die Gegenwart fortwirkt. In einer Zeit, als in Europa polternd Braunhemden durch die Straßen marschierten, zogen in Kairo die Grünhemden der Muslimbruderschaft durch die Straßen. Inzwischen haben die Muslimbrüder in ganz Europa ein dichtes Netzwerk von Moscheen und Moscheeverbänden gesponnen, die auch vom Verfassungsschutz der verfassungsfeindlichen Muslimbruderschaft zugerechnet werden. Doch europäische Journalisten hofieren die Vertreter dieser Gruppen erstaunlicherweise als »Oppositionspolitiker«, weil sie heute nicht in grünen Hemden, sondern in westlichen Anzügen auftreten. Ihre totalitäre Ideologie ist allerdings noch immer die gleiche, die sie einst auch mit Adolf Hitler vereint marschieren ließ.
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