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Glaubt man deutschen Medienberichten, dann werden die immer noch zu geringen Spendengelder für Pakistan gerecht unter jenen verteilt, die unsere Hilfe am dringendsten benötigen. Deutsche Journalisten der MainStreamMedien erwecken mit ihrer Berichterstattung jedenfalls diesen Eindruck. In den regionalen asiatischen Medien sieht die ungeschminkte Realität allerdings völlig anders aus.
Wenn deutsche Medien aus pakistanischen Lagern über Hilfe für Flutopfer berichten, dann befinden sie sich mitunter in Lagern, die nur für sie errichtet wurden. Es sind Dummy Relief Camps (Potemkinsche Dörfer), die als Kulisse für die Besuche von Politikern und Journalisten erbaut wurden – einzig zu dem Zweck, um im Ausland die Spendenbereitschaft für Hilfsgelder anzukurbeln, die dann in dunklen Kanälen verschwinden. Der pakistanische Ministerpräsident Minister Yousuf Raza Gilani hat mehrfach solche Lager in Anwesenheit ausländischer Journalisten besucht. Die Flutopfer wurden zuvor angelockt, indem man ihnen großzügige Hilfe versprochen hat. In Wahrheit bekamen sie nichts. Als die Journalisten wieder abgezogen waren, überließ man sie ihrem Schicksal.
Doch die Wahrheit ist noch schlimmer: Bei der Hilfe wird mitunter selektiert wie bei den Nazis. Minderheiten wird demnach nicht geholfen, weil die Hilfsgelder vorrangig Muslimen zugute kommen sollen. Sie glauben das nicht?
Da berichtet der Journalist Ahmad Imtiaz aus der pakistanischen Stadt Karachi unter der Überschrift »Minorities denied flood relief in Pakistan« (»Minderheiten wird Fluthilfe in Pakistan verweigert«), dass Mitglieder der Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya jetzt sogar aus pakistanischen Flüchtlingslagern rausgeworfen wurden. In dem Bericht heißt es weiter, in der Provinz Punjab sei beispielsweise in der Stadt Muzaffargarh von den Hilfsorganisationen den dort lebenden Angehörigen der Ahmadiyya nur deshalb nicht geholfen worden, weil sie keine Muslime seien. Die Ahmadiyya sind seit 1973 als Minderheit in Pakistan anerkannt, werden aber in Pakistan als Menschen zweiter Klasse diskriminiert und auch häufig einfach so auf den Straßen erschossen oder bei Bombenattentaten getötet, weil sie angeblich vom wahren Weg des Islam abgefallen sind. Nun könnte man das alles für einen »Einzelfall« halten. Doch in dem Bericht und vor allem in den vielen Kommentaren darunter erfahren wir, dass auch Hindus und Sikhs bei der Fluthilfe ausgesondert werden.
Ein weiteres Beispiel: Der christliche pakistanische Priester Pater Emmanuel Asi hat in Lahore in einem Interview mitgeteilt, wie sehr auch Christen von den Muslimen des Landes bei der Fluthilfe diskriminiert werden. Er sagte: »97 Prozent der Pakistaner sind Muslime. 1,8 Prozent sind Christen, die zusammen mit Hindus, Sikhs und Bahai die größte Gruppe der Minderheiten stellen. Obwohl die Verfassung Religionsfreiheit garantiert, werden religiöse Minderheiten diskriminiert. Sie erhalten bei Katastrophen als allerletzte Hilfe. Man sieht sie meist als Menschen zweiter Klasse an. Ein Beispiel: Als Kind durfte ich nicht einmal die Brunnenpumpe meiner Schule anfassen – nur weil ich ein Christ bin.« (Originaltext: »97% of Pakistanis are Muslims. Christians, with 1.8%, are – along with Hindus, Sikhs, and Bahai – the largest minority. Although the Constitution guarantees religious freedom, religious minorities are discriminated against. When they come, they are the last to receive government aid in disasters. They are often regarded as second-class citizens. As a child, for example, I could not touch the well of our school because I was Christian.«).
Als Spendenwilliger ist man reichlich verunsichert, wenn man bei der Recherche erfahren muss, wie derzeit mit unseren Spendengeldern in Pakistan von den Hilfsorganisationen umgegangen wird. Der Autor hatte ja schon in einem anderen Bericht die Realität bei der Fluthilfe näher beleuchtet und geschrieben: Die Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« hält sich nach eigenen Angaben in Pakistan jetzt streng an den Islam, Zitat aus einem Bericht dazu: »Der Respekt vor der Kultur gehe soweit,
dass Frauen nicht behandelt würden, wenn der Ehemann das ablehne.« Das hat Tankred Stöbe (41), Präsident des deutschen Zweigs der Nothilfe-Organisation, in einem Interview bestätigt. Der Eid des Hippokrates gebietet es, Menschen in medizinischer Notlage zu helfen. Der Mediziner Tankred Stöbe bricht diesen Eid offenbar wie selbstverständlich und scheint auch noch stolz darauf zu sein, dass in Pakistan im Zweifelsfall erst einmal der Besitzer einer Frau gefragt wird, ob diese behandelt werden darf.
So richtig viel Geld scheinen auch deutsche Muslime nicht für die Flutopfer in Pakistan zu spenden.
Man nimmt als Muslim offenbar gerne, gibt aber selbst eher nicht. Über dieses Verhalten von Muslimen berichtet die kanadische Zeitung Vancouver Sun in diesen Tagen aus einer ganz anderen Perspektive der Hilfsbedürftigkeit: Beim 23. Internationalen Kongress der Transplantationsmediziner sagte der Wissenschaftler Dr. Adnan Sharif, dass Muslime ganz vorne anstehen, wenn es darum geht, ein Spenderorgan zu bekommen, allerdings fast niemals selbst ein Organ für einen anderen Menschen spenden würden. Der Mediziner untermauerte das mit Statistiken und Befragungen. Und er sagte, es sei typisch für den islamischen Kulturkreis und basiere auf dem Denken des Islam.
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