Geheimwaffe im Anti-Terror-Krieg: Die CIA verteilt jetzt Viagra in Afghanistan
Udo Ulfkotte
»Make love – not war« – so lautete einer der Sprüche der 68er-Hippies, die überall auf der Welt den Krieg auf den Müllhaufen der Geschichte verbannen wollten. 40 Jahre später gibt es immer noch Kriege auf der Welt. In Afghanistan etwa. Dort haben westliche Militärs viele Strategien erprobt. Nun hat die CIA eine neue Kriegslist im Angebot – mit durchschlagendem Erfolg: sie verteilt Viagra-Pillen an die Stammesältesten.
Wäre in diesen Tagen der 1. April – man wüsste, was man von der folgenden Geschichte zu halten hätte. Dummerweise handelt es sich nicht um einen Scherz – die CIA verteilt in Afghanistan Viagra-Pillen an die älteren Stammesführer. Im dortigen Clan-System wachsen Würde und Ansehen eines Mannes mit dem Alter. Den meisten Respekt zollt man den Stammesältesten. Die heiraten islamisch korrekt bis zu vier Frauen. Und oft heiraten sie Mädchen, die noch nicht einmal zehn Jahre alt sind. Das ist in der afghanischen Stammesgesellschaft seit Urzeiten so. Nun lässt gerade bei den würdigsten Männern die Zeugungskraft nach. Das ist ein ganz natürlicher biologischer Vorgang, der den Männern in Afghanistan ebenso wenig schmeckt wie anderen Männern auf der Welt. Die CIA hat diese »Marktlücke« erkannt und überlässt älteren Stammesführern zunächst einmal vier blaue Pillen. Mit einer kleinen Andeutung versehen, welche Folgen die Einnahme haben könnte, entfernt sich dann der örtliche CIA-Vertreter. Nach vier Tagen sucht er den Stammesführer abermals auf – und wird in der Regel begeistert und begierig mit der Bitte um Nachschub empfangen.

Joby Warrick, Reporter der Washington Post hat die Details dieser ungewöhnlichen Geheimdienstaktion in der Weihnachtsausgabe der renommierten Zeitung den Lesern berichtet. Früher habe man Informationen über geplante Aktionen der Taliban-Kämpfer mit Geldbündeln gekauft – heute hilft Viagra angeblich einen Schritt weiter. Ebenso im Angebot als Gegenleistung für Informationen: Zahnarztbesuche, medizinische Behandlungen und Visa für ein westliches Land. Die Erfahrungen mit Bargeld zum Bestechen von Stammesältesten seien nicht immer positiv gewesen: Wer auf einen Schlag viel Geld bekommt, der prahlt oft damit herum und fällt so auf. Und jeder fragt sich, woher denn das viele Geld nur stamme. Da sei Viagra schon erheblich diskreter. Zwar könne man in der Hauptstadt Kabul bei einigen Händlern Viagra-Imitate kaufen, doch je weiter man sich von der Hauptstadt entferne, um so unbekannter sei Viagra. Gerade dort, wo sich die Taliban in entlegenen Gebieten verstecken, wirkt Viagra derzeit angeblich Wunder – und zwar tatsächlich gleich in mehrfacher Hinsicht.
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